Nonnen tragen keine Nylons

Kurzgeschichte aus der Miederwelt

„Nun fahr doch zu Ralf, wir kommen noch zu spät!“, raunzte ihn seine Frau nun zum dritten Mal an. Als ob das einen Unterschied machte, Klaus und Birgit würden sowieso mit dem Essen auf sie warten. Sie waren schließlich die einzigen Gäste. Was machten da schon fünf Minuten. Aber Mechthild war schon immer die Pünktlichkeit in Person gewesen.

„Es ist ja nicht mehr weit“, verteidigte sich Ralf. „Außerdem kann ich nicht schneller, weil jetzt schon seit 10 Minuten diese komische rote Lampe hier leuchtet. Ich glaube, das hat was mit der Temperatur zu tun.“

Mechthild beugte sich seitlich rüber, um auf das Armaturenbrett zu sehen. Das war wieder so ein Moment, wo Ralf sie am liebsten an ihrem Dutt gepackt und in seinen Schoß gedrückt hätte. Aber nach 20 Jahren wusste er, dass sie Überraschungen, besonders solche, gar nicht mochte.

„Hmm“, sagte sie nur und statt sich gleich wieder zurückzubeugen, kontrollierte sie im Rückspiegel noch mit spitzem Mund ihren Lippenstift. Wenn sie wenigstens diese Gesten lassen würde. Ralf spürte eine aufkeimende Erregung. Sie hätte die Lippen genauso gut in ihrem Sonnenblendenspiegel kontrollieren können. Was eh überflüssig war, da sie immer perfekt aussah.

Ralf konnte nicht verstehen, wie eine Frau, die in jeder Geste und jeder Bewegung pure Erotik ausstrahlte, so wenig für Sex zu begeistern war.

Die Scheinwerfer des Mitsubishis fuhren die Leitplanken der Kurve entlang. Still war es hier, mitten im Wald. Fast unheimlich bei der einbrechenden Dunkelheit. Ja, es war still. Viel zu still. Erst am Kurvenausgang bemerkte Ralf, dass der Motor nicht mehr lief. Er war einfach ausgegangen. Der Wagen rollte langsam aus.

„Was ist?“

„Ich weiß nicht, der Motor ist aus!“

„Dann schalt ihn wieder ein“, forderte Mechthild ihn auf.

Gut, dass gleich nach der Kurve eine Haltebucht kam. Ralf hielt den Wagen dort an. Er versuchte ihn wieder zu starten, aber es kam kein Ton.

„Ist kaputt“, bemerkte er kühl.

Mechthilds Augen sprühten wütende Funken. Jetzt kamen sie wirklich zu spät. Sie sparte es sich ihren Mann aufzufordern, nach dem Motor zu sehen. Genauso hätte man ein Pferd auffordern können eine binomische Formel zu lösen.

„Ruf einen Abschleppwagen!“

Ralf fischte in dem Jackett nach seinem Handy. Er hielt inne. Jeden Moment würde Mechthild wittern, dass er es auf dem Küchentisch vergessen hatte. Sie sagte nichts.
„Wir können warten, bis ein anderes Fahrzeug vorbeikommt.“

„Da können wir in dieser Einöde wohl lange warten.“

„Ich wüsste schon, womit wir uns die Zeit vertreiben könnten!“ Wenn Mechthild sauer war, fand Ralf sie immer besonders attraktiv.

„Komm mir jetzt nicht wieder mit deiner Rücksitzphantasie!“ sagte sie und hob dabei abwehrend die Hand. „Ich habe dir schon hundert Mal gesagt, dass ich es nicht mit dir im Auto treibe!“

„Es ist Sommer und die Motorhaube ist noch warm“, stellte Ralf als ernstgemeinte Alternative in den Raum.

Ihr Blick sagte alles.

„Okay“, resignierte er. „Dann schlage ich vor, wir schauen mal, ob die da oben Telefon haben!“ Er zeigte durch die Windschutzscheibe hinauf zu kleinen vorspringenden Felsen, wo sich ein schwacher Lichtschein durch die Dunkelheit kämpfte.

„Vielleicht hat der Bauer ja einen Trecker mit dem er uns bis ins nächste Dorf schleppen kann!?“

Ralf glaubte nicht, dass das da oben ein Bauernhof war. Gewöhnlich lagen Bauernhöfe nicht auf steilen Felsvorsprüngen. Aber egal Mechthild war einverstanden, es zu versuchen.

Die Parkleuchte war an, der Wagen verschlossen, Ralf bot seiner Frau die Hand.

„Sei nicht albern“, knurrte sie. „Ich habe keine Angst im Dunkeln.“ Sie machte sich energisch daran, den kleinen Feldweg hoch zu stapfen, der hoffentlich auch zu dem Haus führte. Wie gesagt, sie waren zum Abendessen eingeladen. Mechthild trug ein samtgrünes Cocktailkleid, mit Pailletteneinlagen und ein beiges Spencerjäckchen darüber. Das hinderte sie zwar nicht am Klettern. Aber die grünen Wildlederpumps taten es.

„Autsch!“ Jetzt war sie schon zum dritten Mal umgeknickt. Inzwischen hatte sie kommentarlos nach Ralfs Hand verlangt.

„Zieh doch die Schuhe aus“, schlug Ralf naiv vor.

„Damit ich mir die Strümpfe ruiniere? Ich habe kein zweites Paar dabei. Wer denkt denn auch daran, dass der Mann den Wagen verrecken lässt.“

„Es sind doch nur noch zweihundert Meter!“ Oder aus ihrer Sicht noch quälende zweihundert Meter. Sie hatte ein Einsehen und zog die Pumps aus.

Natürlich waren die Strümpfe zerschlissen, als sie oben vor der hölzernen Pforte ankamen. „Albertinen Kloster zur heiligen Agnes“, stand auf dem Schild. Eindeutig kein Bauernhof.

„Bei deinem Glück haben die hier nicht einmal Telefon“, meckerte Mechthild, nachdem sie das Schild gelesen hatte. Wenigstens war jemand zu Hause und reagierte auf das Klopfen.

Eine junge Nonne in ihrer Schwesterntracht öffnete die schwere Holztür einen Spalt.

„Ihre Karte?!“

Einen Moment stutzte Ralf, dann gab er ihr seine Visitenkarte.

„Schwester!“, fuhr Mechthild ungeduldig dazwischen. „Wir hatten eine Panne, unser Wagen steht dort unten in der Böschung. Wenn Sie vielleicht ein Telefon hätten!?“

Die Nonne gab Ralf die Karte zurück, öffnete die Tür und bedeutete den beiden, dass sie ihr folgen mögen.

„Ist ein komisches Kloster hier“, flüsterte Mechthild, als sie der Schwester den halbdunklen Gang entlang folgte.

„Was meinst du?“ fragte Ralf irritiert.

„Die trägt Pfennigabsätze, hörst das Klacken auf dem Stein nicht?“

Seine Frau hatte Recht. Man konnte die Schuhe der Nonne unter der Kutte nicht sehen, aber es klang nach einem Metallabsatz.

„Und geschminkt ist die auch“, setzt seine Frau nach.

„Na und?“

Seine Frau starrte ihn entgeistert an. Nur ein Mann konnte so was normal finden. Mechthild war in einer Klosterschule gewesen. Die wusste, dass Nonnen gewöhnlich keine Pumps trugen.

„Hier!“ Die Nonne zeigte auf eine Tür. „Da können Sie telefonieren.“ Ralf bedankte sich und betrat den Raum.

„Ihre Strümpfe sind kaputt“, sagte die Nonne voller Mitleid. „Setzen Sie sich dort hin.“

Über diesen Kommando-Ton war Mechthild so irritiert, dass sie wortlos tat, was man ihr gesagt hatte. Vielleicht fühlte sie sich auch wieder in ihre Kindheit versetzt. Die Schwester jedenfalls öffnete eine Schublade von dem kleinen schmucklosen Schrank, der gleich neben Tischchen mit dem Telefon stand und zog zwei Packungen original verpackte Nylonstrümpfe heraus.

Ralf wählte die Nummer von Klaus. Er wollte keinen Abschleppwagen, das war teuer und Klaus kannte sich gut mit Autos aus. Er musste sowieso Bescheid sagen, dass sie nicht pünktlich kämen. Mechthild saß baff auf dem Schemel unter dem durch zwei Kerzen erleuchteten Kruzifix und starrte auf die Nonne, die vor ihr kniete und die Farben der Strümpfe in den Packungen mit Mechthilds verglich.

„Äh, ja … Klaus!“ fragte Ralf nach, der sich durch das, was sich schräg hinter ihm abspielte, hatte irritieren lassen. Er konnte seine Frau nur aus den Augenwinkeln sehen.

„Die hier sind am ähnlichsten!“ behauptete die Nonne und fischte sie aus der Plastikfolie.

Mechthild nickte stumm.

Die Nonne schob Mechthilds Kleid ein wenig hoch und drückte sanft aber bestimmt an beiden Knien ihre Beine etwas auseinander. Dann begann sie die Clips von Mechthilds Strumpfhalter zu lösen.

Mechthild zuckte kurz, so als ob sie den Rock wieder zurückschieben wollte, aber dann hielt sie still. Ralf konnte von hier aus sehen, dass sie zu schwitzen begann.
Die Nonne rollte die alten Strümpfe sorgfältig ab und die neuen auf. Dann zog sie sie über Mechthilds Beine, wobei sie den Ehrgeiz zu haben schien jede Falte einzeln sorgfältig mit der Hand auszustreichen.

Anschließend half sie Mechthild auch noch in die Pumps.

„Klaus holt uns ab“, erklärte Ralf, der Mühe gehabt hatte seinem eigenen Telefonat zu folgen. „Aber er kann erst in zwei bis drei Stunden. Das Essen wäre so oder so ausgefallen, ein Notfall in der Klinik!“

Irgendwie hatte Ralf mit Diskussionen oder Vorwürfen gerechnet. Aber seine Frau sagte nichts, kein Ton. Sie schwieg einfach und starrte auf die Nonne.

„Sie können solange hier warten, wir haben noch ein Gästezimmer frei.“

„Ich weiß nicht!“ sagte Ralf. Aber die Nonne war schon losgegangen, um ihnen die Räumlichkeiten zu zeigen. Und seine Frau war ihr, wie ein hypnotisiertes Kaninchen, gefolgt.

Eine kleine Kammer war das. Von einem Gästezimmer konnte man da wohl kaum sprechen. Zwei simple Holzgestelle als Bett und eine Art Kleiderschrank. Ein winziges Fenster und kalt.

„Mein Name ist Schwester Marianne“, sagte die Nonne. „Wenn sie etwas wünschen, ziehen sie an dieser Schnur!“ Dann schloss sie die Tür. Mechthild hatte auf dem Bett Platz genommen und starrte immer noch ungläubig vor sich hin.

„Was sollen wir die ganze Zeit machen?“ nörgelte Ralf. „In der Bibel lesen?“ Außer der Bibel war da noch eine Art Fußbank vor einem Kruzifix, wahrscheinlich zum darauf Knien und Beten.

„Komm her“, befahl Mechthild. Es klang eigentlich eher wie ein Flehen und nicht wie ein Befehl. Ralf ging zu ihr rüber ans Bett. Kaum, dass er vor ihr stand, fingerte sie hektisch an seiner Hose herum. So was tat sie sonst nie. Sie zog sie ihm gierig Hose und Unterhose herunter und ließ sich zurückfallen.

„Schieb den Rock hoch und nimm mich!“ Das war jetzt schon wieder eher der bekannte Kommando-Ton. Ralf zögerte nicht. Die Pritsche war hart und sie würde morgen blaue Flecken haben.

Bevor er nicht gekommen war, hatte Ralf nicht registriert, was seine Frau, da die ganze Zeit für Laute von sich gegeben hatte. „Weiter!“ forderte sie, als sie merkte, dass der fertig war. Ein bisschen was war noch drin, dachte Ralf und stellte fest, dass seine Frau die ganze Zeit über ein „Vater unser“ als eine Art Stoßgebet vor sich herbetete.

„Da kommt jemand“, zischte seine Frau und stieß ihn unsanft von sich runter. Noch bevor es an der Tür klopfte, wirkte sie, als wenn nichts gewesen wäre. Perfekt, wie aus dem Ei gepellt. Ralf hingegen war noch mit dem Reißverschluss beschäftigt, während die Tür schon aufschoben wurde.

Es war nicht Schwester Marianne. Aber auch viel zu hübsch für eine Nonne.

„Entschuldigung!“ flüsterte sie. „Die Schwester Oberin lässt fragen, ob sie an der Zehn-Uhr-Messe teilnehmen möchten?“

„Gern“, entschied Mechthild für ihren Mann, der gänzlich unreligiös war. Sie wollte der Nonne im gebührenden Abstand folgen. Aber die Nonne schüttelte den Kopf. Sie deutete auf den kleinen Schrank. „Sie müssen sich schon entsprechend kleiden!“

Mechthild verstand nicht. „Ich sehe schon, sie waren noch nicht oft in einem Kloster“, seufzte die Nonne und öffnete den Schrank. „Können Sie die Tracht allein anlegen, oder soll ich Ihnen helfen?“

In dem Schrank hing eine Art Mönchskutte und eine Nonnentracht.

„Danke, das geht schon.“

Die Nonne nickte und verschwand.

Mechthild kicherte, während sie die Tracht auf der Holzpritsche zurechtlegte. Offenbar fand sie die Idee, hier als Nonne herumzulaufen, amüsant. Ralf war nicht so begeistert. Die Kutte kratzte auf der Haut.

„Soll ich die Unterwäsche anlassen?“ fragte seine Frau dazwischen. „Merkt doch keiner, oder?“

Ralf warf einen kurzen Blick auf seine Frau, wie sie unsicher kichernd dastand in ihrem weißen Hüfthalter und dem spitzenverzierten BH und mit einer Nonnenhaube hantierte. Wenn er nicht vor zehn Minuten gerade erst …

Bevor er antworten oder den Satz zu Ende denken konnte wurde die Tür leise geöffnet.

„Es wird Zeit! Oh je!!“ zischelte Schwester Marianne, mit einem Blick auf Mechthild. Es schien seiner Frau nichts auszumachen, dass Marianne sie hier so sah. „Ich helfe dir warte.“

Mit wenigen geübten Griffen, hatte sie Mechthild die Tracht angelegt. Überflüssigerweise zog sie noch Mechthild BH vorn und hinten zu recht, dann konnten sie endlich zur Messe gehen.

Marianne nahm in der kleinen Kapelle gleich neben Mechthild Platz. Ralf hatte irgendwie etwas anderes erwartet, aber dies war ein ganz normaler Gottesdienst. Seine Frau konnte wirklich gut singen, musste Ralf feststellen. Sie trällerte geradezu lauthals. Beim Gebet, während sie vor der Bank knieten griff Mechthild plötzlich nach seiner Hand und zog sie unauffällig nach vorn zwischen ihre Schenkel. Sie lächelte ihn kurz von der Seite an und stimmte lautstark in „Und mit deinem Geiste!“ wieder ein.

Nach der Messe fragte Mechthild Marianne, ob denn noch die Möglichkeit einer Beichte bestünde, denn sie hätte gesündigt und würde das jetzt gerne beichten. Marianne zeigte ihr den Beichtstuhl, während Schwester Agnes, die wohl die Schwester Oberin war, Ralf davon unterrichtet, dass Klaus angerufen hätte und es heute nicht mehr schaffen würde sie abzuholen. Aber die gute Nachricht war, dass sie hier in der kleinen Kammer, also dem Gästezimmer übernachten konnten.

Ralf hatte mit Spötteleien oder Missachtung gerechnet, als er Mechthild die schlechten Nachrichten überbrachte. Aber seine Frau schien mit dieser Lösung völlig zufrieden zu sein. Nach der Beichte ließ sie ihren Mann einfach stehen und verschwand mit Schwester Marianne, in den Waschräumen, um sich für die Nacht zu Recht zu machen.

Ralf stand etwas hilflos in dem alten Kirchgemäuer herum und starrte auf die Kunstwerke alter, holländischer Meister, die in dem Vorraum zur Kapelle hingen. Sicherlich Reproduktionen. Was sollte er hier? Er wusste nicht einmal, wo der Waschraum für die Männer war.

„Kann ich helfen?“ fragte eine tiefsamtige Stimme hinter ihm.

Ralf drehte sich um.

„Tja, ich weiß nicht recht.“

Die Nonne senkte fast schüchtern den Blick, so dass Ralf kaum ihr Gesicht erkennen konnte. „Wenn sie nichts anderes vorhaben, … ich wollte gerade hinunter und für meine Sünden büßen.“

„Ich kann mir gar nicht vorstellen, was sie gesün…“

„Es wäre schön, wenn sie mich begleiten und mir dabei behilflich sein könnten.“

„Klar doch, mache ich gerne.“

Wie ein braver Dackel, folgte Ralf der Nonne. Auch sie schien Metallabsätze unter der Kutte zu verbergen. Nachdem seine Frau ihn auf diese Sache aufmerksam gemacht hatte, hörte Ralf jetzt genauer hin.

Die Schwester öffnete eine Tür im Keller, die wohl ursprünglich für Zwerge gemacht worden war, denn Ralf musste sich bücken, um hindurch zu kommen. Dahinter lag eine winzige, fensterlose Kammer, von vielleicht 10 bis 15 Kerzen an der Wand erleuchtet, eine Kniebank stand vor einem Kruzifix, das fast die ganze Wandfläche einnahm. Der Jesus an dem Kreuz blutet nach Ralfs Geschmack etwas stark an den Hand- und Fußgelenken. Und er sah auch wirklich furchteinflößend leidend aus.

Während Ralf noch mit dem Anblick des leidenden Erlösers haderte, hatte sich die Nonne mit einer einzigen Handbewegung aus der Kutte gelöst, die sanft zu Boden glitt. Außer ihrer Haube, trug sie ein purpurnes Schnürkorsett, das ihre Taille beinahe auf null reduzierte. Darunter weiter nichts als ein Paar hochhackige, schwarze Lackstiefeln, die etwa eine Handbreit über Knie ragten. Sie drückte dem sprachlosen Ralf eine Art Reisigbüschel in die Hand und kniete auf der Bank vor dem Kreuz. Ihre Hände steckte sie durch zwei Laschen an der Wand, die Ralf bisher noch gar nicht bemerkt hatte und beugte sich soweit es eben ging vor.

„Bitte!“ sagte sie fast flüstern und streckte ihren nackten Hintern noch ein Stück weiter vor.

Während die Nonne anfing Ave Marias herunterzubeten ließ Ralf das Reisigbüschel erst zaghaft, dann immer fester auf ihr Gesäß hinab sausen. Das artete richtig in Arbeit aus, weshalb Ralf auch nach kurzer Zeit auch anfing zu schwitzen. Die Luft war hier feucht und stickig. Und die vor ihm kniende Nonne geriet allmählich in eine Art religiöse Verzückung. Sie war inzwischen dabei die zehn Gebote aufzusagen, wobei ihr das erste hörbar am meisten zusagte.

Während Ralf sich unten im Keller abmühte, einer sündhaften Nonne die Absolution zu erteilen, betrachtete Mechthild, wie Schwester Marianne mit grazilen Bewegungen, sich ihrer Tracht entledigte. Als sie nur noch in einem weißen, mit reichlich Spitze verziertem Korselette, weißen Strümpfen und ebenfalls weißen Pumps mit geprägten Ledermotiven, vor ihr stand, vergaß Mechthild beinahe, dass sie sich in einem fast muffigen Kellerraum befanden, in dem aus einer Wand drei schmucklose Duschköpfe ragten. Nie im Leben hätte Mechthild dieses Verließ mit einer Reinigung ihres Körpers in Verbindung gebracht. Nicht im normalen Leben.

Aber das hier war ein Kloster. Da konnte man kein hochmodernes Spa erwarten. Mechthild begann mechanisch damit, sich ebenfalls auszuziehen. Marianne kam die zwei Schritte herüber und half ihr bei der Unterwäsche.

Als Marianne ihr die sechs Metallhäkchen an dem BH gelöst hatte, streifte sie die festen Halbschalen mit einer kaum spürbaren Berührung von Mechthilds Brüsten nach vorne ab. Diese Berührung reichte aber, um bei Mechthild ein heftiges Frösteln hervorzurufen. Oder war das die Kälte hier unten?

Als Marianne ihr dann noch den Hüfthalter abstreifte und mit ihren Händen dabei spürbar über ihren Hintern glitt, wusste Mechthild, dass es hier nicht einfach nur kalt war. Ihre Brustwarzen hatten sich fast schmerzhaft verhärtet und beiden Vestibulardrüsen produzierten gerade Ströme von Flüssigkeit.

Das änderte sich auch nicht, als Marianne anfing sie unter der Dusche einzuseifen. Im Gegenteil. Es wurde nur schlimmer, bis sich Mechthild zusammenriss und Mariannes Hand ergriff. Sie führte sie über ihren Venushügel, an ihr Ziel, wo sie ganze Arbeit verrichtet, während sich ihre eingeseiften Körper immer wieder schlängelnd aneinander rieben.

Mechthild hatte beschlossen ihrem Mann nicht unnötig mit der Beschreibung ihres Duschabenteuers zu langweilen und auch Ralf verspürte wenig Drang sein neuerwachtes religiöses Interesse mit Mechthild zu teilen. Vielleicht später einmal. Heute Abend legten sie sich lieber schweigend und zufrieden in ihre harten Kojen und schliefen wortlos ein.

Am nächsten Morgen begann der Klosteralltag mit einer Frühmesse und einem kargen Frühstück, zu unmenschlicher Zeit. Unter normalen Umständen eine Zumutung. Aber heute war das in Ordnung.

Klaus wartete bereits vor dem Tor auf die beiden. Mechthild ließ sich von Schwester Agnes, die die beiden persönlich verabschiedete ihre Karte geben. Auf dem Weg hinunter zur Straße, schob sie ihrem Mann die Karte zu.

„Hier. Bestell für das nächste Wochenende ein Zimmer!“

Ralf sah sie verwundert an.

„Frag nicht!“

Das tat er dann auch nicht. Klaus warf einen Blick unter die Motorhaube von Ralfs Benz. Der Schaden war schnell behoben.

„Und?“ fragte Klaus. „Wie war’s?“

„Du hattest recht“, gab Ralf zu. „Katholische Mädchen brauchen so was anscheinend. War ein guter Tipp. Das mit Kloster. Nicht ganz billig. Aber effektiv.“

Klaus schmiss, breit grinsend, die Motorhaube zu. „Wir sehen uns gleich bei uns“, rief er während Ralf den Motor startet. „Und vielleicht auch irgendwann mal bei Schwester Agnes.“

Doch das hörten Ralf und Mechthild schon nicht mehr, denn sie waren bereits auf dem Weg zu ihrem verpassten Wochenendbesuch.