Die G-Size WG | Textentertainment

Die G-Size WG

Melinda räkelte sich auf dem roten Zweisitzer. Das Surfen im Netz machte sie müde. Sie wollte gerade den Laptop ausschalten, als sie auf die Idee kam bei Ebay noch ein wenig nach Klamotten für ihr nächstes Foto-Shooting zu suchen.

Sie hatte noch gar nicht überlegt, wonach sie eigentlich wirklich suchte, da sah sie in der Rubrik „Schnäppchen des Tages“ etwas, das sie unbedingt haben musste. Einen BH in der Größe 115 J! Das war genau ihre Größe! Aber es war ja nicht irgendein BH, sondern ein Doreen! Aber eigentlich gab es gar keinen Doreen in dieser Größe. Sonst hätte sie ihn ja längst gekauft. Schließlich hatte ihre Mutter immer Doreen getragen und seit sie ein Kind war wollte sie auch so einen BH. Aber ihre Brüste waren irgendwie schon immer zu groß, dafür. Jedenfalls seitdem sie überhaupt wieder BHs trug. Also was war das nun für ein BH?

Melinda las sich genervt den Text durch. Warum mussten die alle so klein schreiben. Sollte sie jetzt aufstehen und ihre Kontaktlinsen einlegen oder einfach nur ihre Notfallbrille aufsetzen?

Die Notfallbrille kam nicht in Frage. Wenn Betty das sieht, fängt die sofort wieder an zu lästern. Melinda lauschte. Nein Betty war in der Küche und telefonierte. Wie immer. Also schnell die Brille aufgesetzt.

Aha. Ein Notverkauf. Kochsalzkissen geplatzt und die arme Frau war wieder auf Körbchengröße D geschrumpft. Und der Doreen war nach originalen Schnittmustern handgefertigt. Was für ein Zufall und was für ein Glück. Melinda gab schnell ihr Gebot ein. Nur noch 2 Stunden und ihr Lieblings-BH gehörte ihr. Für immer. Und endlich mal nicht zwei Nummern zu klein.

„Na Brillenschlange, versuchst du wieder auf intellektuell zu machen?“ zickte Betty.

Melinda zuckte. Dieses Miststück. Sie riss sich die Brille runter und klappte den Laptop zu, ohne ihn auszuschalten.

„Nu hör mal auf Betty“, wies Matze seine Wildkatze zurecht. „Ich kann das echt nich mehr hörn.“

Matze gab ihr einen harten Klaps auf den Hintern und Betty kicherte neckisch. „So Mädels und nu seht zu, dass ihr eure Brüste eincremt. Aber ordentlich, wenn ich bitten darf. Morgen gibt’s Arbeit und da will ich keine trockene Haut oder Pickelchen sehen, klar!?“

„Hab ich sowieso nicht“, stellte Betty kokett klar. Melinda wuchtete sich vom Sofa hoch. Das war bei ihrer Vorlastigkeit manchmal gar nicht so einfach. Sie sagte nichts. Es hatte keinen Zweck mit Betty zu streiten.

„Ja, Mädel du auch!“ kommandierte Matze, als Betty nicht nach oben ging. „Ab zum eincremen.“

„Gleich Matze“, gab Betty zurück. „Undine ist ja noch gar nicht aus dem Bad. Ich komme gleich nach, okay?“

„Aber hurtig“, grunzte Matze, der es nicht leiden konnte, wenn seine Miezen ihm nicht gehorchten.

Betty kam auch bald darauf nach oben. Melinda war schon dabei Undines Brüste mit kreisenden Bewegungen und beiden Händen gründlich einzucremen. Matze bestand darauf, dass die Mädels sich gegenseitig eincremten. „Wenn du dich selbst eincremst, dann siehst du unter der Brust ja nichts. Wenn das jemand anderes macht, dann macht der das viel gründlicher“, erklärte er immer. Früher hatte Matze seine Mädels immer noch selbst eingecremt, aber inzwischen sah er nur noch dabei zu. Er hatte wohl einen Tennisarm oder so was zugezogen.

„Brauchst du keine Brille? Nachher übersiehst du was“, nervte Betty schon wieder los.

„Was kann man bei meinen Dingern schon übersehen?“ Undine war die einzige, die sich immer mit Betty anlegte. Selbst Matze ließ sich von Betty lieber mal was gefallen. Sonst konnte sich der Ärger ganz schnell ausweiten. Betty selbst konnte nämlich nicht gut einstecken.

„Zicke!“ sagte ausgerechnet Betty.

„Kümmer dich um deine eigenen Brüste“, gab Undine patzig zurück.

„Aber erst, nachdem du sie mir eingecremt hast.“ Betty steckte Undine die Zunge raus.

„Heute nicht“, sagte Undine, als sie die Zunge sah.

„Och Mädels, nu‘ aber“, versuchte Matze die Sache zu beenden. Nach einer Stunde eincremen war Matze zufrieden. „Wer macht Essen?“

Undine war dran mit Kochen. Das schmeckte zwar gewöhnlich nicht, aber Matze sah das nicht so eng. Jeder musste mal kochen. Außer Matze natürlich.

Nach dem Abendessen, es gab Spaghetti Bolo, wie immer wenn Undine kochte, schaute Melinda nach, was ihr BH von Ebay machte. Die Auktion war fast zu Ende. Noch drei, zwei, eins, aber nicht meins. „Verdammt“, fluchte Melinda. Sie war etwas zu spät gekommen und hatte keine Chance mehr ihr Gebot zu erhöhen.

„Welcher Idiot braucht schon so einen BH, außer mir?“ ärgerte sich Melinda.

„Na, wer könnte denn Betty-B sein?“ fragte Undine altklug, die ihr über die Schulter geschaut hatte. „Die hat das Ding jedenfalls erstanden.“

Melinda schnaufte wütend wie nach einem Marathon. Sie sprang auf und lief in die Küche von Betty spülte.

„Betty!“ kündigte sie schon im Türrahmen ihre Wut an. „Hast du Flittchen meinen BH ersteigert?“

Betty lachte und hielt ihr Geschirrhandtuch wie ein Torero vor sich. Man soll den Stier nicht reizen, dachte Melinda und ging auf sie los.

„Hey, hey. Ihr Beiden. Auseinander!“

Doch Matze konnte sich nicht durchsetzen. Und um erfolgreich dazwischen zu gehen fehlte es ihm an Größe und auch an Gewicht. Melinda schob Betty, die immer lachte, wie ein Schaufellader mit ihren Brüsten gegen die Küchenwand.
„Lass mich!“ rief Betty, die das immer noch lustig fand.
„Ich wird‘ dich mit meinen Titten erschlagen“, grunzte Melinda.
„Ich schlag zurück!“ drohte Betty.
„Das wäre wie ‘ne 38er gegen eine Magnum! Nur weiter, ich schau zu!“ flachste Undine, die sich das Spektakel keinesfalls entgehen lassen wollte. Melinda war schwer auf 180 zu bringen. Aber wenn, dann konnte man sie auch nicht einfach wieder beruhigen.

„Ich hab den für dich gekauft“, behauptet Betty, der an die Wand gepresst so langsam die Luft ausging. „Sollte ein Geschenk sein!“

Sofort machte Melinda einen Schritt zurück. „Echt?!“

„Was soll ich denn sonst mit dem riesigen Ding?“

„Also, worum geht’s denn hier überhaupt?“ wollte Matze verwirrt wissen.

„Um einen BH!“ riefen Melinda und Betty im Chor.

„Ach nee!“ Matze winkte gestresst ab. „Kommt dann macht das mal schön unter euch aus!“ Er nahm sich das Tuning-Magazin vom Tisch und verschwand Richtung Klo.

„Das ist aber nett von dir.“ Melinda war völlig gerührt und nahm Betty in die Arme. „Richtig nett.“ Sie gab ihr noch einen dicken Kuss.

„Tja, so bin ich halt!“ trompetete Betty fröhlich.

„Glaubst du das?“ fragte Undine, als Melinda sich wieder ins Wohnzimmer verzog.

Eine Woche später war es dann soweit. Betty überreichte Melinda ein Päckchen mit Schleife und in buntem Geschenkpapier verpackt.

„Der einzige Doreen in deiner Größe. Und nun gehört er dir!“

Dafür hätte sie Betty küssen können. Fast wären ihr Freudentränen gekommen. Melinda öffnete die Schachtel. Da war er: Ein Doreen Größe 115 J. Sie faltete, das weiße Brustkleid auseinander. Fantastisch. Aber wozu waren da zwei Löcher in der Mitte der Körbchen. Die sahen aus, wie herausgeschnitten.

„Das ist damit deine ewig harten Brustwarzen nicht so eingezwängt sind! Das habe ich gemacht“, freute sich Betty und machte auf dem Absatz kehrt.

Sie lief. Mit beiden Händen hielt sie ihre Brüste fest und lief so schnell sie konnte durch den Flur, die Treppe hoch und hoffte, dass sie noch ihr Zimmer erreicht. Sie musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass Melinda ebenfalls ihre Brüste in Hand genommen hatte und unmittelbar hinter ihr war. Sie hörte ihr wütendes Grunzen. Und wenn sie sie erwischte, würde sie sie mit ihren Brüsten erschlagen, soviel war sicher.
Melinda hatte ihren dicken roten Lieblingspullover aus dem Schrank geholt. Wollpullover standen ihr eigentlich nicht besonders, weil ihre großen Brüste darin noch klobiger wirkten und irgendwie auch leicht mit einem dicken Bauch zu verwechseln waren. Das Foto-shooting am Morgen war äußerst anstrengend gewesen. Melinda taten die Beine weh, weil sie sechs Stunden auf diesen viel zu kleinen Pumps gestanden hatten. Die Pumps in ihrer Größe wollte der Fotograf nicht, weil sie farblich nicht zu Kulisse passten. Also hatte sie diese albernen neongrünen Stillethos von Betty tragen müssen. Die mit ihren Zwergenfüssen. Egal. Nun wollte sie entspannt eine Folge von Emergency Room genießen.

„Du hast Besuch“, kündigte Undine hämisch grinsend an. Was gab es da zu grinsen? Wahrscheinlich dieser Zwerg, der sie vor 8 Wochen interviewt hatte. Der wollte sich ja noch mal melden.

„Ach ja?“ fragte Melinda und räkelte sich genüsslich auf dem Sofa. „Soll reinkommen.“

„Aber klar“, triumphierte Undine und schob die Tür zu Melindas Zimmer ganz auf.

„Mutter!“ Melinda hielt entsetzt im Räkeln inne und kreuzte mechanisch die Arme vor der Brust. Einen Moment hatte sie vergessen, dass sie ausnahmsweise mal vollständig angezogen war.

„Ja, mein Schatz, lass dich umarmen.“

Melinda zögerte. Sie hatte ihre Mutter seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen und umarmt hatten sie sich schon sehr viel länger nicht mehr. Sie fragte sich auch, ob das mit zwei so überdimensionalen Oberweiten überhaupt möglich war. Melindas Mutter war vor acht Jahren zurück in Tschechei gegangen und hatte ihre Tochter im Prinzip hier sitzen lassen.

„Na komm an meine Brust“, forderte Mutter Schreiber ihre Tochter nochmals auf.

Melinda bemühte sich erfreut zu wirken, obwohl sie einfach nur geschockt war. Aber sie stand auf und versuchte ihre Mutter zu umarmen. Mit wenig Erfolg, eigentlich standen sie sich eher Brustspitze an Brustspitze gegenüber und hielten sich an den Unterarmen.

„Wie siehst du überhaupt aus? Kind?“ fragte ihre Mutter nach einem auf weite Entfernung angedeuteten Küsschen rechts und links. „Dass du dich immer so gehenlässt. Nimm dir ein Beispiel an deiner Freundin.“

Undine, die noch in der Tür stand und spöttisch gelächelt hatte, zuckte zurück. Sie hatte sich nach der Foto-Session noch nicht einmal umgezogen und stand in einer Latexkorsage unter dem Morgenmantel da. Sie hatte heute für einen Motorrad Kalender posiert und Melinda fand das dieses Gummizeug unangenehm roch, oder zumindest man selber, wenn man es zulange trug.

„Ist vielleicht ein bisschen freizügig, aber macht wenigstens etwas her!“

Undine hatte den Morgenmantel vorne eng zusammengezogen und drehte sich um. „Ich setz dann mal Kaffee auf, Frau Schreiber!“

Melinda war noch immer sprachlos. Ihre Mutter sah natürlich aus, wie aus dem Ei gepellt. Das tat sie immer, selbst wenn sie aufstand und gerade erst aus dem Bett gestiegen war. Sie selbst hingegen trug dicke Lammfellpuschen, eine weite, schlabbernde, ehemals grüne Jogginghose und diesen viel zu großen Wollpulli.

„Mensch pass auf, dass die dir nicht den Mann ausspannt.“ Melindas Mutter hatte mahnend den Zeigefinger gehoben.

„Mama, das ist nicht mein Mann!“ warf Melinda ein, die das Thema Männer wirklich leid war, vor allem von ihrer Mutter.

„Dann eben dein Freund. Das ist doch heute egal.“

„Mutter ich …“, wollte Melinda zu einer längeren Erklärung ausholen, aber ihre Mutter winkte ab.

„Ich sag ja nur, dass du deine Vorzüge ins rechte Licht rücken solltest. Sieh mich an.“ Dabei drückte sie die Brust noch ein wenig nach vorne heraus und hob sich leicht mit den Händen an. „Glaubst du ich weiß nicht, wie wir Schreibers unsere Kerle halten.“

Das bezweifelte Melinda stark. Ihr Vater war bereits vor ihrer Geburt verschwunden und die drei folgenden Ehen ihrer Mutter hatten auch nicht allzu lange gehalten.

„Na los, zieh dir was Vernünftiges an, dann gehen wir runter Kaffee trinken.“ Am liebsten hätte Melinda ihre Mutter aus dem Zimmer geworfen, aber so konnte man ja mit seiner Mutter nicht umspringen. „Ach bevor ich es vergesse, hier ich hab dir was aus England mitgebracht.“ Sie gab Melinda eine kleine in Geschenkpapier eingeschlagene Schachtel. „Ein Doreen 115J. Die sind ja hier schwer zu finden. Der einzig wahre BH, wenn du mich fragst.“

Melinda fummelte den BH aus der Pappschachtel und untersuchte in misstrauisch. Sie traute ihrer Mutter durchaus zu, mit Betty unter einer Decke zu stecken. Aber nein, der BH hatte keine Löcher, jedenfalls nicht dort, wo sie nicht auch hingehörten.

„Was ist, willst du ihn nicht anprobieren?“ fragte ihre Mutter ungeduldig.

„Jetzt?“

„Du musst dich ja wohl sowieso umziehen“, grunzte ihre Mutter genervt. „So willst du ja wohl nicht deinem Kerl unter die Augen treten!“

„Das ist nicht …“

„Ich hab’s ja verstanden.“

Melinda hasste es sich vor ihrer Mutter auszuziehen. Vor einer Million fremder Menschen okay, aber nicht vor ihrer Mutter.

„Die Träger können etwas enger“, stellte ihre Mutter fest, während sie ihr hinten den BH verschloss.

„Die schneiden doch schon ein.“

„Egal, die Brust muss höher. Schau dir meine an“, erklärte Melindas Mutter und hob ihre Bollwerke weiblicher Macht mit den Händen noch ein wenig an. „Stramm, trotz meines Alters!“ frohlockte Mutter Schreiber. „Hauptsache stramm. Das ist das Wichtigste. Kannst du mir glauben.“

Melinda nickte resigniert und nahm die leichte, rote Bluse und den dunkelblauen Nadelstreifenrock, den ihre Mutter ihr rausgesucht hatte. „Nein, nicht diese Pumps!“ wehrte sie energisch ab. „Meine Füße, ich hab den ganzen Tag …“

„Ohne Hackenschuh geht gar nichts!“

„Mutter! Ich habe seit 6 Stunden …“

„Still!“ Melindas Mutter lauschte. Unten waren Stimmen zu hören. Betty und Matze waren nach Hause gekommen. „Red‘ nicht, zieh das an. Ich warte unten.“

Melinda sah ihrer Mutter nach, wie sie mit ihren 60 Jahren elegant auf den 9cm Absätzen kehrt machte und mit ihrem breiten Hintern aus Wackelpudding elegant aus dem Zimmer eierte. Gleich würde sie am Treppenabsatz halt machen und ihren Rock ein wenig hochziehen. Nur soweit, bis man den Rand der Strümpfe sah. Das machte sie bei jeder Treppe so. Sie behauptete, dass sie in ihren engen Röcken, sonst die Treppe nicht gefahrlos hinabsteigen könne.

„Mutter Schreiber!“ hörte Melinda Matze mit einer Mischung aus Furcht und Erstaunen ausrufen. „Was für eine Überraschung. Und so elegant wie immer!“

Melinda beschloss, dass es Zeit für ein bis zwei Paracetamol wäre. Irgendwie bekam sie immer Kopfschmerzen, wenn ihre Mutter in der Nähe war.

„Na mein Matze“, begrüßte Mutter Schreiber ihren fiktiven Schwiegersohn. „Lang ist es her und ich dachte wir sollten mal wieder einen Kaffee zusammen trinken.“

„Gern“, schleimte Matze, der, seit Melindas Mutter ihn einmal in der fünften Klasse 10 Minuten lang auf dem Pausenhof in den Schwitzkasten genommen hatte, einen höllischen Respekt vor dieser Frau hatte.

„Ach Kleines!“ kommandierte Mutter Schreiber. „Mach uns doch etwas Kaffee. Wir nehmen den dann in der guten Stube.“

Betty stand mit offenem Mund wie angewurzelt vor dem Eisschrank. Fast hätte sie es nicht geschafft noch etwas entgegnen, bevor Mutter Schreiber aus der Küche war.

„Also …“, stammelte sie und suchte nach einer passenden Erwiderung auf diese Unverschämtheit. „Ich …“ Weiter kam sie nicht und sie hätte auch nicht weiter gewusst.

Mutter Schreiber hatte Matze zur Begrüßung schon wieder im Schwitzkasten. Dem Kleinen traten fast die Augen vor und er schielte drohend an Mutter Schreibers wirklich riesigen Brüsten vorbei zu Betty. Sein fast flehender Blick ließ Betty verstummen. Dann schleifte Mutter Schreiber ihre Beute mit ins Wohnzimmer, wo sie brav am Couchtisch Platz nahmen und sich sekundenlang anschwiegen. Eigentlich hatten sie sich ja gar nichts zu sagen. Wo bloß Melinda blieb? Doch dann fiel Matze etwas ein, was ihn schon immer auf der Seele gebrannt hat.

„Wie geht es eigentlich Zenka?“

„Zenka?“ fragte Mutter Schreiber, die offenbar nicht wusste, was die Frage sollte, irritiert.

Matze hatte Melindas Cousine Zenka nur einmal in den Sommerferien gesehen. Aber das hatte damals einen nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterlassen. Zenka und Melinda hätte unterhalb des Kinns Zwillinge sein können. Und Matze war schließlich inzwischen Geschäftsmann.

Mutter Schreiber sah Matze argwöhnisch an. Vielleicht hätte er doch nicht fragen sollen. Er konnte sich glücklich schätzen, dass Mutter Schreiber noch nie nachgefragt hatte, was für Geschäfte er da eigentlich mit ihrer Tochter machte, also warum schlafende Hunde wecken?

„Danke Schätzchen“, sagte Mutter Schreiber und es hörte sich so an, als ob sie selbst nicht genau wusste, wofür sie sich da gerade bedankte. „Ach“, rief sie Betty nach, die wohl nur möglichst schnell wieder aus dem Zimmer wollte. „Wenn du noch ein wenig Zeit hast, könntest du meine Hüfthalter bügeln, die haben während der Reise doch ein wenig gelitten.“

Betty sah die massige Frau wutschnaubend an und schaute sich nach etwas zum Werfen um. Etwas, das Matze nicht unbedingt vermissen würde.

„Betty tu uns den Gefallen. Mutter Schreiber ist schließlich unser Gast. Und wir haben hier noch Geschäfte zu bereden.“

Betty atmete tief durch. Sie stürmte wortlos aus dem Zimmer und würde Melinda jetzt mal die Meinung über ihre Mutter sagen. Sollte sie doch diese blöden Hüfthalter bügeln.

„Geschäfte, ja?“ fragte Mutter Schreiber. „Wir reden also über Geschäfte? Und nicht über Zenka? Oder ist das dasselbe?“

Matze wusste sofort, dass er sich verplappert hatte. Das könnte jetzt sehr böse enden. „Na ja …“, begann Matze sich winden, wie damals in dem Schwitzkasten. Er hatte nie vergessen wie es war, beinahe von ein paar Brüsten erstickt zu werden. Manchmal verfolgte ihn dieser Gedanke noch heute. Vielleicht wäre er Anwalt geworden, wenn er im Kindergarten nicht die Schreibers kennengelernt hätte. „Ich habe da so eine Fotoagentur. Da könnte ich schon mal ein Modell gebrauchen.“

„Fotoagentur?“

„Ja, also Modefotos und so.“ Innerlich betete Matze, dass Mutter Schreiber jetzt keine Bilder sehen wollte, oder sich weiter in Einzelheiten vertiefte.

„Modefotos?“ Mutter Schreiber grunzte vielsagend. „Also zu meiner Zeit nannte man so etwas wenigstens noch künstlerische Fotos. Ich persönlich würde dein Geschäft als einen Bilderpuff bezeichnen.“
Matze wurde etwas flau im Magen. Gegen Mutter Schreiber hatte er allein, also ohne 38er keine Chance und selbst dann wäre der Erfolg absolut fraglich. Trotzdem schielte er sehnsüchtig zu Schublade am Eingang, wo seine einzige Überlebenschance lag. Mutter Schreiber galt im Viertel schon früher als extrem gläubige und konservative Frau. Und sicher war, dass sie absolut keinen Humor hatte.

„Also, um die Sache mal klarzustellen“, setzte Mutter Schreiber zu ihrer Grabrede für Matze an. „Das mit Zenka geht nur dann klar, wenn ich da auch etwas von habe.“ Sie nahm einen geräuschvollen Schluck Kaffee und sah Matze dann in sein fassungsloses Gesicht. „Was?“

„Die Zenka ist hier“, erklärte Mutter Schreiber seelenruhig. „Ich hab sie schon mal mitgebracht. Aber du kriegst sie nur für deine Geschäfte, wenn du mich auch nimmst und ich von Zenkas Honorar 50% Provision kriege.“

„Bitte?“ Matze war völlig durch den Wind. Er witterte eine Falle oder so was. Vielleicht hatte Mutter Schreiber auch einen Gehirntumor.

„An Zenka kommst du ohne mich nicht ran“, stellte Mutter Schreiber klar. „So viel ist sicher. Die ist anders als Melinda. Die ist nicht so helle, sehr gläubig und tut nur das, was ich ihr sage. Schließlich bin ich für das arme Kind, so was wie ihre Mutter. Vergiss nicht, die kommt von Lande. So richtig vom Lande.“

Matze begriff immer noch nicht ganz, was hier lief. Zenka war nur 3 oder 4 Jahre jünger als Melinda und Mutter Schreiber war damals in die Tschechei zurückgegangen, um ihre kranke Schwester zu pflegen. Komisch war nur, dass sie nach deren Tod allein dageblieben war.

„Hör zu Matze, lass uns hier nicht lange drum herum reden, schlag ein oder ich nehme die Zenka einfach wieder mit zurück“, stellte Mutter Schreiber klar.

„Ja“, sagte Matze immer noch eine Falle witternd. „Machen wir ein Geschäft.“

„Abgemacht!“ frohlockte Mutter Schreiber. „Das ist ein Wort.“

„Da ist ja wohl Champagner fällig“, sinnierte Matze, der immer noch nicht so recht glauben konnte, was hier vor sich ging und wollte gerade nach Betty rufen.

Doch in diesem Moment wurde schon die Tür geöffnet und Melinda, die es endlich geschafft hatte sich in ihre Pumps zu quälen, kam herein.

„Kind!“ freute sich Mutter Schreiber. „Du kannst schon mal dein Bett ein wenig zur Seite schieben. Die Zenka und ich, wir bleiben. Zumindest solange bis Matze uns eine Wohnung besorgt hat. Freust du dich?“

„Was?“ fragte Melinda gedehnt.

„Ja, Kind, deine Mutter arbeitet jetzt auch für Matze.“

Melinda sah Matze an wie ein Gespenst. Der zuckte nur mit den Achseln. Was sollte er machen? Geschäft war Geschäft. Und so was wie Zenka kam ihm gerade recht. Die Mutter würde er schon irgendwo unterbringen.

„Geh und hol mal die Zenka, dass Matze sie sich angucken kann. Deine Cousine sitzt draußen im Taxi und wartet. Ach und sei so gut und bezahl auch gleich den Fahrer.

Melinda schüttelte den Kopf. Sie rief nach Betty. „Ne, das kann Betty machen. Ich muss noch in die Apotheke und was besorgen. Ich glaube ich kriege meine Tage.“
Melinda ging es wirklich nicht besonders. Sie sollte sich ihr Zimmer mit Zenka teilen. Zumindest bis Zenka und Mutter Schreiber eine anständige Bleibe gefunden hätten. Wenigstens musste sie ihr Bett nicht mit ihrer Mutter. Die hatte darauf bestanden Bettys Zimmer zu bekommen. Es war das einzige mit Balkon. Nach einigem Fluchen hatte sich Betty bereit erklärt für ein paar Tage zu Undine zu ziehen.
Daran war nur Mutter Schreiber Schuld. Seit Matze einen ersten Blick auf die Zenka geworfen hatte, war er wie angefixt. Melinda hatte Zenka nur als kleines 12 jähriges Mädchen mit langen geflochtenen Zöpfen in Erinnerung. Damals trug sie dicke Wollstrümpfe und derbe Leinenkleider. Zenka kam halt aus der Provinz und wo sie ihre echt blonden Haare her hatte, war allen im Dorf ein Rätsel. Jedenfalls hatte Matze sie begutachtet und war sofort mit Mutter Schreiber handelseinig. Die Zenka sollte gleich morgen ein Shooting für eine Oktoberfest-Serie schießen. Mit Melinda und Betty als zweite Geigen. Was Betty dazu sagte, konnte man sich ja denken. Sie drohte Melinda, diese Dorfschlunze einfach umzubringen, wenn die ihr ins Geschäft pfuschte. Denn ursprünglich sollte ja sie die Alpenheidi im Dirndl sein.

„Eine Schreiber ist schon ein echter Alptraum, aber das hier verstößt eindeutig gegen die Menschenrechte“, behauptete Betty stinksauer.

Melinda gab eigentlich nur ihrer Mutter, die Schuld. Zenka war ihre Cousine, ein bisschen einfältig und eher harmlos. Jedenfalls dachte sie das bis zu dem Moment als ihre Cousine aus dem Badezimmer kam und ihren Bademantel auf den Boden gleiten ließ. Melinda lag schon im Bett und wollte noch ein wenig lesen. Aber sie schielte über den Buchrücken und betrachtete Zenka argwöhnisch. Die hatte wirklich die größten Brüste, die sie je gesehen hatte. Und dabei waren die auch noch prall wie gut geblasene Luftballons. Eben echte Schreibers. Am schlimmsten aber war, dass sie ansonsten auch noch eine erstklassige Figur hatte. Kaum ein erkennbares Fettpölsterchen, aber dafür eine weit ausladende Hüfte, die sie bei jedem Schritt wie eine gewaltige Kirchenglocke schwingen ließ. Im Geiste hörte Melinda förmlich, was die Stunde geschlagen hatte.

„Ein Schlafanzug liegt oben links im Schrank“, sagte Melinda mit kollegial freundlichem Ton.

„Brauch ich nicht“, behauptete Zenka.

„Na ja“, grunzte Melinda.

„Und?“ wollte Zenka wissen. „Wie findest du meine Brüste?“

„Riesig!“ lachte Melinda und fand es reichlich albern, wenn ein Brustmodell das andere nach ihren Brüsten befragte.

„Hol mal deine raus“, forderte Zenka sie auf. „Dann können wir sehen, welche besser sind.“

„Phha!“ machte Melinda und zeigte ihr einen Vogel. „Leg dich hin und schlaf. Wir müssen morgen den ganzen Tag stehen.“

„Ich glaube, ich habe die schönsten Brüste der Welt“, sinnierte Zenka und knetete dabei ihre mächtigen Drüsenverpackungen. Dann zog sie ihre Brustwarzen leicht hoch, so weit, dass auch sie sie sehen konnte und sagte: „Ich finde diese Brustwarzen so geil. Das haben die bei uns im Dorf auch alle gefunden. Sogar die Frauen.“

In diesem Moment wurde Melinda klar, dass Zenka einen ganz gefährlichen Schaden hatte. „Hör auf mit dem Scheiß. Wir haben hier alle große Brüste, deswegen sind wir doch hier.“

„Ja, aber meine sind gigantisch! Ich muss jetzt nur noch jemanden finden, der mich schwängert. Ich möchte zu gerne sehen, wie da Milch rauskommt. Und wie viel? Mehr als ein Liter?“

„Bitte?“ Melinda konnte ihr Entsetzen kaum noch verbergen.

„Ja, Tante Sophie hat gesagt, dass das auch gut für die Fotos ist.“

„Was hat meine Mutter gesagt?“

„Das man mit Milch mehr Geld machen kann.“

Melinda konnte es nicht fassen. Was war denn in ihre erzkatholische Mutter gefahren? „Zenka! Hör auf so einen Unsinn zu reden und komm endlich ins Bett.“

Diese Aufforderung bereute Melinda eine Sekunde später, als Zenka tatsächlich zu ihr ins Bett stieg. Sie kniete noch immer nackt auf dem Bett und hielt Melinda ihre Brüste hin. „Willst du ein bisschen damit rumspielen?“

Melinda war sprachlos. „Oder hiermit?“ Die Zenka hatte anstößig ihr Becken vorschoben. Jetzt reichte es Melinda aber: „Raus hier!“ schrie sie Zenka an. „Von mir aus kannst du bei deiner Tante schlafen.“
Zenka kicherte belustigt und ließ sich nach vorn fallen. Melinda kam nicht schnell genug hoch, um zu verhindern, dass Zenka sie auf den Mund küsste. Sie drückte Zenkas Kopf zurück, die versuchte doch tatsächlich ihr die Zunge in den Hals zu schieben.

„Bist du verrückt?“

Zenka kapierte es einfach nicht. Sie kicherte immer noch. „Wollen wir ein bisschen toben?“

Mit aller Kraft stieß Melinda sie aus dem Bett. Zenka gurgelte vor Lachen als sie über den Teppich kugelte. Melinda sprang aus den Laken und stand gleich darauf über Zenka.

„Huuuuhuuu“, juchzte Zenka. „Warte! Gleich bin ich wieder oben!“

Aber Melinda ließ ihr für so etwas keine Zeit. Sie war richtig fuchtig und griff blitzartig mit beiden Händen fest nach Zenkas Zöpfen.

„Autsch! Auu! Meine Zöpfe!“

Doch das interessierte Melinda nicht. Zum Öffnen der Tür ließ sie einen Zopf los und zog ihre jammernde Cousine an dem anderen Zopf bis auf den Flur. Wozu waren solche Zöpfe sonst schon gut
„Was soll denn das?“ empörte sich Zenka. Doch statt einer Antwort knallte Melinda einfach die Tür hinter sich zu.

„Mach auf du Miststück. Ich habe nichts an.“

Aber Melinda hatte den Schlüssel schon umgedreht.

„Such dir einen anderen Schlafplatz“, rief sie und kehrte immer noch reichlich erregt in ihr Bett zurück.

Einige Minuten lang bollerte Zenka noch gegen die Tür und hatte allerlei Schimpfworte parat, einige sogar, die Melinda noch nie gehört hatte, die sich aber offensichtlich auf die primären Geschlechtsorgane irgendwelcher Tiere bezogen, dann schaltete sich Mutter Schreiber ein und regelte die Angelegenheit.

Am nächsten Morgen kamen Matze und Zenka fast zu spät aber irgendwie verdächtig gemeinsam zum Frühstück. Zenka grinste übers ganze Gesicht und Matze ging recht breitbeinig auf seinen angestammten Platz zu. Doch dort saß Mutter Schreiber und Matze musste Undines Stuhl nehmen.

Betty, die in dem Zimmer neben Matze geschlafen hatte, funkelte Melinda wütend an. „Wenn du dieses Dorfmonster schon mit Matze verkuppelst, dann kannst du wenigstens deine Mutter bei dir schlafen lassen. Ich will mein Zimmer wieder haben“, zischte sie während sie den Tisch abräumte. „Und darüber müssen wir uns sowieso noch unterhalten. Diese ganze Schreiber-Brut macht sich hier nicht weiter breit.“

„Da ist was dran“, mischte sich auch Undine ein. „Bei aller Liebe zur Verwandtschaft, aber die müssen wir ganz schnell wieder loswerden.“

„Und du kennst diese Dorftussen. Am Ende lässt die sich noch von dem Matze anpoppen. Wer weiß schon, wie blöd die ist? Er jedenfalls hat im Moment eindeutig was auf den Augen“, hakte Betty nochmal nach. Melinda sagte ihr nicht wie recht sie mit dieser Befürchtung hatte. Die Mädels sprachen ihr aus der Seele, auch wenn sie sonst nie einer Meinung waren. Die Zenka musste weg. Und am Besten ihre Mutter gleich mit.
Auf eine Chance der Zenka eins auszuwischen musste Betty nicht lange warten. Melinda war nicht ganz wohl bei der Sache, schließlich war Zenka ihre Cousine, aber ein Blick das geschäftige Gerede ihrer Mutter mit Matze sagte ihr, dass jedes Mittel recht sei, um Zenka loszuwerden.

„Zu blass? Du meinst ich bin zu blass?“ fragte Zenka ungläubig.

„Aber unbedingt“, behauptete Betty mit gespielt ernsthafter Stimme. „Da fehlt der Sonnentau. Die Alpenheidi muss braun gebrannt sein. Die ist doch echtes Kind der Natur. Sonne, Wald und Berge. Da kannst du unmöglich so blass auf den Fotos sein.“

„Und warum benutzt ihr dann die Creme nicht?“ fragte Zenka misstrauisch zurück.

„Haben wir schon. Heut Morgen nach dem Frühstück, du warst ja zu spät dran“, log Betty frech. „Bis die wirkt das dauerte eine Zeit. Besser du beeilst dich.“

„Melinda? Hast du dich auch eingecremt?“ wollte Zenka wissen. Offenbar traute sie Betty nicht.

Melinda nickte. Das war nicht mal gelogen. Sie hatte sich eingecremt, aber nicht mit Bräunungscreme.

„Wie soll ich das jetzt so schnell schaffen?“ fragte Zenka irritiert.

Betty zuckte mit den Achseln und bot kollegial ihre Hilfe an.

Zenka war dafür wirklich dankbar. Also rieben Melinda und Betty sie schön dick mit Bräunungscreme ein.

„Passt auf, dass ihr meine Brustwarzen nicht mit eincremt. Nachher sieht man die nicht mehr richtig!“

Die beiden Mädels machten einen großen, sehr großen Bogen um Zenkas Brustwarzen. Überhaupt arbeiteten die vier Hände in ziemlich groben Kreisen.

„Muss man das nicht gleichmäßiger machen?“ fragte Zenka, als sie etliche Stellen ohne Creme zu sehen meinte.

Betty und Melinda schüttelten synchron den Kopf. „Das zieht sich unter der Haut zusammen, Wasser bleibt ja auch nicht auf einem Haufen“, erklärte Betty überzeugend. „Jetzt nur noch ein bisschen auf die Wangen.“

„Klasse, vielen Dank.“ Zenka schien bei so viel Professionalität um sich herum ihren Argwohn vergessen zu haben.

Die Mädels machten sich fertig für den Auftritt. Zenka bekam das schöne rot-weiß-karierte Dirndl. Während die anderen beiden sich mit dunkelblau zufrieden geben mussten.

„Die passen da gar nicht richtig rein“, behauptete Zenka. Doch da hatte sie sich mit Betty vertan. Die stopfte Zenkas Brüste ohne mit der Wimper zu zucken mit beiden Händen so tief in das Dirndl, das sie kaum noch rausschauten. Melinda hatte unten die Schnürung ein wenig gelockert und oben etwas fester gezurrt, so dass Zenka Oberkörper allmählich die Form einer Birne annahm.

„Müssen die da oben nicht rausgucken“, behauptete Zenka. „So wie bei euch.“

„Deine sind dafür zu groß!“ beruhigte Betty sie. „Da kommt dann deine große Stunde, wenn du sie ganz raus lässt. Das erhöht die Spannung und ist auch die Überraschung größer.“ Zenka war so mit ihrem Dekolleté beschäftigt, dass sie gar nicht merkte wie Melinda ihr mit dem Fingernagel zwei Laufmaschen an den Waden zog.

Sie waren fertig. Der Photograph auch. Matze rief schon nach ihnen. Melinda und Betty konnten kaum noch ernsthaft dreinschauen als sie das Set betraten. Sie mussten sich schwerstens zusammenreißen, als sie Matzes Gesicht sahen, während er Zenka erblickte.

„Ne, ne, Zenka. Die Titten müssen schon oben rausgucken. Und … hey mach mal das Rouge von den Backen, das sieht völlig übertrieben aus. So gesund schaut nicht mal die echte Zenzi aus.“

Zenka blieb wie angewurzelt stehen, während Betty und Melinda sich auf die Strohballen im Studio warfen. Sie fing an hinter ihrem Rücken herumzufummeln, aber sie bekam den doppelten Knoten von Melinda einfach nicht auf.

Mutter Schreiber eilte ihrem Schützling zu Hilfe.

„Wird das noch was?“, fragte Matze genervt. Im Studio stand er immer unter Starkstrom, da kannte er keine Freunde. „Zeit ist Geld Mädels!“

„Wir sind fertig“, riefen Betty und Melinda im Chor. Und als Zenka sich wütend zu ihnen umdrehte pressten beide breit grinsend ihre Brüste im Ausschnitt ihres Dirndls zusammen. „Wir haben, was du brauchst, Matze“, behauptete Betty schadenfroh.

„Ja, ja. Hannes richte schon mal das Licht auf die beiden ein. Die Zenka kommt gleich nach.“

„Hey Matze, deine Neue hat auch noch kaputte Strümpfe an. Soll das so?“ Hannes kannte einfach keine gute Laune und er hasste jede Art von Schlampereien.

Mutter Schreiber hatte inzwischen den Knoten gelöst und Zenkas Riesenbrüste quollen heraus wie eine Sintflut.

Hannes guckte. „Oha“, sagte er anerkennend und schaute durch sein Objektiv. „Riesig … aber fleckig. Das kriegen wir nicht retuschiert!“

Matze warf auch ein Blick durch die Kamera. Er traute Hannes in Sachen Qualität völlig. Wenn der sagte, das geht nicht, dann ging das nicht. „Was sind denn das für Flecken, verdammt?“ wollte Matze lautstark wissen und kam Richtung Set gelaufen.

„Das … das …“, stammelte Zenka. „Das war diese Schlampe Betty“, behauptete Mutter Schreiber.

Betty leckte sich nur ausgiebig über Lippen und schaut verächtlich zu den beiden Dorfnudeln hinüber. „Legt euch doch gehackt.“ Melinda wollte Betty drosseln, sie sollte Zenka besser nicht wütend machen und noch weniger Mutter Schreiber.

„Das ist Bräunungscreme“, stellte Matze entsetzt fest. „Das kriegen wir nie im Leben in fünf Stunden wieder hin! Sag mal hast du sie noch alle?“

Zenka begann tatsächlich zu heulen. Sie tat Melinda fast schon leid.

„Das war diese eifersüchtige Betty“, fauchte Mutter Schreiber. „Das sage ich dir Matze, die ist so ein Früchtchen.“ Sie schaute Matze erwartungsvoll an. Offenbar glaubte sie, dass Matze ihr nun eine Standpauke halten würde. Aber da kannte sie Matze schlecht.

Sein eisernes Gesetz war, sich aus jeder Art Streiterei unter den Mädels herauszuhalten und damit war er auch immer gut gefahren. Ärger gab es nur, wenn jemand die Session schmiss und das war nun mal Zenka. Wie es dazu kam, war Matze völlig egal. Die Mädels hatten zu funktionieren sonst nichts. Basta.

„Ruf Undine“, rief Matze zu Hannes rüber. „Die soll sich ins Dirndl schmeißen, aber zackig! In zwanzig Minuten will ich hier sechs astreine Möpse auf dem Bild haben, klar?!“

„Bitte?“ empörte sich Mutter Schreiber. „Und was ist mit Zenka?“

„Zenka ist raus!“ erklärte Matze kategorisch.

„Na warte!“ Mutter Schreiber schnaufte vor Wut und Matze machte einen gehörigen Sprung beiseite. Aber sie hatte es gar nicht auf ihn abgesehen. Mit zwei unerwartet leichtfüßigen Schritten war sie bei Betty. Die wollte nach Aufprall zur Seite wegrollen, landete aber stattdessen bäuchlings auf einem Strohballen. Mutter Schreiber setzt ihr ein Knie schwer auf den Rücken, riss mit geübter Hand den Rock, samt Hüfthalter hoch. Dann begann sie ihr klatschend den Hintern zu versohlen.

Matze war wie versteinert. „Keine Striemen auf dem Arsch!“ rief er nachdem er seine Fassung wieder gefunden hat. „Macht was ihr wollt, aber ich will nichts auf den Fotos davon sehen.“

Bettys erste überraschte Schreie gingen langsam in ein spitzes hysterisches, bis wütendes Kreischen über. Melinda kannte das. Sie wusste, dass es nicht lange dauern würde, bis das resignierte Winseln folgen würde. Mutter Schreibers Griffe waren von ungeahnter Härte. „Dir Früchtchen werde ich schon noch Manieren beibringen, das schwöre ich dir.“

Betty konnte sich einfach nicht herauswinden. Man merkte, dass Mutter Schreiber schon etliche Kinder auf diese Weise großgezogen hatte.

„Matze tu doch endlich was!“ keuchte Betty kraftlos.

Matze tat wirklich was. Er gab Hannes ein Zeichen doch endlich draufzudrücken. Auf diese Weise kam wenigstens Mutter Schreiber noch zu einer außerordentlichen Fotosession.

Als Mutter Schreiber merkte, dass Hannes die ganze Zeit über fotografierte wurden ihre Hiebe zwar nicht weniger hart, aber doch immer wieder unterbrochen von neuen Posen, die Mutter Schreiber einnahm, nicht ohne dabei das eine oder andere Kleidungsstück, abzulegen oder zu öffnen. Mit dem Korselette hatte sie reichlich Mühe, weil sie ja eine Hand immer für Betty brauchte. Aber dann konnte sie endlich ihre eigene Oberweite, sozusagen die Mutter aller Schreiber Brüste, in die Kamera halten. Betty war längst jenseits von Gut und Böse, eigentlich nur jenseits von Böse. Und Melinda tat nichts anderes, als sich neben den Beiden im Stroh zu räkeln und hin und wieder mal ihre Brüste hervorblitzen zu lassen. Ein guter Tag für sie. Betty ihre Erzrivalin hatte von ihrer Mutter den Hintern versohlt bekommen und Zenka ihre lästige Cousine war für drei Tage mit Bräunungsfieber aus dem Rennen.

„Hey Traudel, jetzt nimm dir mal die andere ran“, hörte Melinda Matze ihrer Mutter zurufen. „Die Mädels waren schließlich beide unartig.“ Tja, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, dachte Melinda. Und Hannes fragte: „Machen wir die Alpenheidi dann morgen, ja?“

Matze nickte. „Heute nur: Mutter Schreiber und ihre drei unartigen Töchter“, rief er. „Die Undine wird sich freuen! Die kann ihr Dirndl gleich wieder ausziehen.

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