Lass jucken, Jecke!


Karneval war nicht wirklich seine Sache. Genau genommen war er noch nie bei einer solchen Veranstaltung gewesen. Er war weder Freund von Festzeltreihen mit langen Bänken, wo man, wenn man sein Wasser abschlagen musste sich fast bettelnd durch die Reihen kämpfen musste, noch war er ein Liebhaber flacher Witze, die ihm nur selten ein Lächeln abzwingen konnten. Warum zur Hölle war er also hier? Inmitten schenkelklopfender, angetrunkener Japaner, die doch eigentlich sowie nichts verstanden, aber auf den Tusch grundsätzlich und spontan mit heftiger Heiterkeit reagierten? Nun ja, er war hier, weil er seinen Job behalten wollte und das hier zum Standard-Prozedere gehörte, wenn man für einen japanischen Autobauer in Köln arbeitete.


Horst hoffte, dass das zweite Bier ihn dem Humorniveau in der Festhalle näher brachte. Er sah sich um und konnte vor lauter vorquellenden Brüsten, kurzen Röcken bis zur Oberkante des Hinterns in Strumpfhosen, die eine gewisse Blöße simulierten, kaum noch einen anderen Sinn entdecken, als sich heimlich unter dem Tisch einen runter zu holen. Aber solange seine japanischen Kollegen mit beiden Händen auf dem Tisch Biergläser stemmten wollte er davon lieber Abstand nehmen.


Das war hier wirklich die Hölle. Allein dieses Gedränge machte Horst fertig. Im Gegenteil zu seinen U-Bahn-erprobten Kollegen aus Fernost, hatte Horst geradezu eine Berührungsphobie. Seine Ohren schmerzten von dem sinnleeren Krach um ihn herum und er wäre jetzt doch gerne aufgestanden und gegangen. Aber nachdem er zwei Stunden Büttenreden mental ausgeblendet hatte, war seine Konzentrationsfähigkeit am Ende und er ergab sich in das unausweichliche Schunkeln, das die Japaner so liebten. Hey, das war urig und gesellig. Super.


Mister Suko Himoto hatte es sich nicht nehmen lassen, die Gardetanz-Gruppe an den Tisch zu bitten. Und die Mädels kamen auch, schließlich hatte Himoto seine Spendierhosen an. Der Platz am Tisch war eh schon knapp und nun hatte Horst auch noch so eine Gardetänzerin an der Seite, die sich unbarmherzig auf seinen Schoß drängte. Und noch ein Bier. Wenn diese Tänzerin noch ein wenig weiter nach links rutschte würde sie zu spüren kriegen, was Horst in diesem Moment unter einer Spendierhose verstand. Wenigstens dieser Gedanke nötigte ihm ein seichtes Grinsen ab.


„Hallo, Jeck, ich bin die Bailey“, sagte das Mädel fröhlich und legte einen Arm um seinen Hals, wohl um sich festzuhalten. „Da habe ich aber Glück, das ist ja ein mächtiges Werkzeug, was du da hast.“ Horst bemerkte erst jetzt, dass Bailey mit der anderen Hand seine Hose abtastete.


Er wollte etwas sagen, aber Bailey wendete sich schon wieder dem Tisch zu, um mit den anderen anzustoßen, dabei schob sie ihren massigen, gut gerundeten und in einer hautfarbenen 120DEN Strumpfhose verpackten Hintern vollständig auf Schoß von Horst. Das konnte nicht gut gehen. Er spürte, wie der kleine Horst förmlich über sich hinaus wuchs.


Die japanischen Kollegen an seinem Tisch waren regelrecht hinter den Walküren auf ihrem Schoß verschwunden. Hin und wieder schaute noch eine kleine gelbe Hand auf, die nach dem Bierglas fischte, ansonsten hörte man die Asiaten nur noch hysterisch kichern. Horst versuchte an sein Glas zu kommen. Er brauchte jetzt dringend Alkohol. Doch es war gar nicht so einfach um diese kräftig gebaute Frau herum zu greifen. Bailey half ihm und hielt ihm sein Glas an den Mund, wobei sie auf seinem Schoß eine halbe Drehung vollführte und damit einen feuchten Fleck in seinem Inneren verursachte.


Und dann kam das Schunkeln. Die Mädels der Tanztruppe hakten sich ein und es begann ein sanftes hin und her schaukeln auf dem Schoß der japanischen Gruppe. Horst musste Baileys Taille fest umklammern, um nicht vom Stuhl gerissen zu werden und aus dem Fleck wurde so langsam eine Lache. Das Schunkeln steigerte sich noch bis Horst das Gefühl hatte jeden Moment einen Beckenbruch zu erleiden.


Als eines der Karnevalslieder zu Ende war, drehte Bailey sich um und fragte: „Willst du es dir nicht ein wenig bequemer machen?“


„Wie denn?“ fragte Horst naiv zurück. Bailey glitt ein wenig seitlich von seinem Schoß und öffnete geschickt seine Hose. Es sprang heraus, was unter Druck zurückgehalten worden war. „Steck ihn rein, dann ist er nicht mehr im Weg.“


„Wie soll ich denn da durch die Strumpfhose kommen?“ fragte Horst irritiert.


„Du bist aber auch zum ersten Mal beim Karneval“, stellte Bailey belustigt fest. „Das ist nur geklebt. Wir trennen die Strumpfhosen vorher im Schritt auf und kleben sie dann mit Nagellack wieder zusammen. So kann man sie da unten aufreißen, ohne dass die Ränder Laufmaschen kriegen.“


Bailey grinste breit in das fassungslose Gesicht von Horst, der reglos mit ansah, wie sie sein Katana in die Hand nahm, sich wieder zurechtsetze, um das Schwert in die Scheide gleiten zu lassen.


„So, und nun lass jucken, Jecke!“


„Denn zum Schunkeln sind sie da“, schoss Horst ein alter Filmtitel durch den Kopf und er tat nicht viel, außer, dass er großes Wohlbefinden verspürte bei dem Versenken seiner Männlichkeit im Schoße der Tänzerin. Was hätte er auch tun können, er war wie festgenagelt auf der Bank und konnte froh sein, wenn sie ihm nach dem nächsten musikalischen Höhepunkt wieder mal einen Schluck Bier verabreichte. Ansonsten ließ er sich einfach Lied um Lied von der Welle mitreißen, deren Sog sein Spermiendepot eins ums andere Mal entleerte.


„Ich tausche mal mit der Moni ja, bin schon bisschen wund und brauche mal eine japanische Pause“, sagte Bailey ernst. „Du weißt schon, die mit dem Kurzschwert.“ Dann stand sie abrupt auf, küsste den verdatterten Horst knapp auf den Mund und ließ den kleinen Horst in der überraschend einsetzenden Kälte stehen.


„Komm her mein Wakizashi“, rief sie und schwang sich heiter auf den Schoß, des Präsidenten der Entwicklungsabteilung für Bremsbeläge, der einfach nur durchgängig grinste, wobei nicht wusste, ob ihm etwas peinlich war, oder er einfach nur von der deutschen Kultur begeistert war.


Lange blieb Horst nicht kalt. Denn schon eine Minute später tauchte er in diese Moni ein, deren ebenfalls wuchtiges Fahrwerk, ihm den Rest seiner Männlichkeit mit kreisenden Bewegungen aus den Hoden trieb.


Seit dieser Veranstaltung hat sich Horst’s Verständnis für Schunkeln deutlich verändert und seine Einstellung zum Karneval auch. Horst nahm sich fest vor nicht nur aus beruflichen Gründen einem Karnevals-Verein beizutreten. Tonnenweise Spaß e.V. bot sich da geradezu an.