Katrin ist wieder da


„Schaut euch das nur mal an!“

„Wie ein Haufen dressierter Pudel!“

„Du sprichst unter anderem von meinem Mann, Maria. Halt dich also ein bisschen zurück, ja!“

„Ach, ist dein Mann vielleicht besser als unsere?“

„Wenigstens hat er ihr keine Blumen mitgebracht!“

„Sieht aber so aus, als wenn das dein Mann ist, der sich da gerade auf den Weg macht, ihr einen neuen Cocktail zu holen.“

„Walter? Walter!“

Walter winkte mit dem Cocktailglas in der Hand zurück.

„Na warte, dir werd’ ich …“

Maria hielt Sybille am Ärmel fest. „Bleib hier und mach keinen Aufstand. Wir sitzen alle im selben Boot.“

„Das ist kein Grund, dass ich damit untergehe!“

„Nun hör mal“, fuhr Margret sie an. „Mit gefangen, mit gehangen!“

„Ich denke überhaupt nicht daran, mir das in aller Ruhe mit anzusehen, und dabei zu hoffen, dass es nicht mein Mann ist, der auf diese Schlampe reinfällt.“

Die anderen Frauen warfen einen unsicheren Blick hinüber zu Katrin, die neben dem Kamin mit einem Cocktail in der Hand stand und neue Posen aus der Vogue durchzuspielen schien, während eine Gruppe von Männern in Abendgarderobe ihr versuchten, die Welt zu offenbaren.

„Warum hast du sie überhaupt eingeladen?“ wollte Petra wissen.

„Wieso? Ihr ladet sie doch auch immer ein! Und ich soll mich hinstellen und mir von meinem Mann anhören, dass ich eifersüchtig bin und alle anderen Frauen nichts gegen Katrin haben?“ stellte Maria fest.

Margret und Sybille wandten sich ab und fischten sich wie auf Kommando vom Buffet ein Lachshäppchen. Petra stierte in die Cocktailpfütze in ihrem Glas. Annette griff nach dem Glas. „Ich bring dir noch einen mit, ja?“
Ein helles, aufdringliches Kichern schallte durch den Raum. Die Frauen schauten Richtung Kamin.

„Oh Gott, die geht ja fast bis ganz oben“, trällerte Katrin laut und zog dabei ihren schwarzen, stark taillierten Rock hoch bis an den Rand ihrer Strümpfe. „Da muss ich wohl schnell was unternehmen, bevor ich ganz ohne da stehe.“

Nach einem erneuten Jungmädchengekicher kam Katrin auf Maria zu.

„Pass auf Maria, der Tiger kommt“, flüsterte Margret und biss tief in das Lachsschnittchen.

„Ach Gott“, flötete Katrin. „Ich hab mir ’ne Laufmasche gezogen. Hast du vielleicht etwas klaren Nagellack für mich Maria?“

„Gut, dass du keine Strumpfhose trägst“, nuschelte Margret mit vollem Mund. „Sonst wäre die Masche ruckzuck bis fast unter die Achseln!“

Katrin schaute indigniert erst auf Margret, dann auf das Lachshäppchen. „Ach Hunger hätte ich ja auch, sieht wirklich sehr lecker aus. Aber ich kann’s mir ja nicht leisten, geht bei mir immer gleich auf Hüften.“ Zur Demonstration, zog Katrin noch etwas mehr den Bauch ein und strich sich über die Gegend, in der sich bei Margret alles das ansammelte, was sie eigentlich nicht unbedingt hätte essen müssen.

Margret unterbrach das Kauen. Maria sah sie scharf an. Sie wollte keinen Streit. Nicht jetzt. „Komm Katrin, ich weiß, wo Sybille ihren Nagellack versteckt“, sagte sie und zog Katrin mit sich fort.

„Aber pass auf, dass der Rock nicht mit festklebt!“ rief Sybille ihnen hinterher. „Sonst kriegst du ihn nachher nicht mehr schnell genug hochgezogen“, grunzte sie dann noch, als Maria und Katrin außer Hörweite waren.
„Die war schon immer so! Schon damals in der 7. Klasse. Weißt du noch Eva? Als sie bei dem Gerdes im Mathe-Unterricht immer behauptete sie könne sich Zahlen eigentlich nur in Dreiergruppen merken?“

„Ja klar weiß ich noch. 90-60-85. Das war die Zahlenkombination, die jeder Schüler in Katrins Klasse nach 5 Tagen auswendig kannte.“

„Warum ist sie bloß wiedergekommen?“

„Genau, kommt hier nach dreißig Jahren wieder an und will da weitermachen, wo sie in der 10. Klasse aufgehört hat!“

„Als wenn zwischendurch gar nichts gewesen wäre!“

„Ich hab gehört, sie hat ihren Mann sitzen lassen, weil er keine Kohle mehr hatte.“

„Soll alles versoffen haben.“

„Bei der Frau!? Was Wunder.“

„Jedenfalls alles, was er nicht in ihre Spardose gesteckt hat.“

„Eva!“

„Wieso? Sie hat doch recht. War aber nicht gut angelegt, das Geld.“

„Sieht so aus, als wenn sie jetzt einen neuen Investor sucht.“

„Meinen Mann kriegt sie nicht, das kann ich euch flüstern!“

„Also, meinen auch nicht!“

„Wird Zeit, dass wir was unternehmen.“

„Genau!“

Das Telefon riss Margret aus dem Halbschlaf. Sie schlug die Wolldecke von ihren Beinen zurück und griff nach dem Hörer auf dem Beistelltischchen.

„Margret!“

„Maria?! Weißt du eigentlich, wie spät es ist?“

„Ist Jan schon vom Doppelkopf zurück?“

„Nein, warum es ist gerade erst … halb eins. Die kommen doch nie vor 2 Uhr.“

„Gott sei Dank. Ich hatte schon Angst, es wäre gar kein Doppelkopfabend.“

„Was, wie kommst du da drauf?“

„Ich wollte heute Abend Katrin anrufen. Ich wollte mich mit ihr treffen, um mal mit ihr zu sprechen, du weißt schon ­…­ über unsere Mä…“

„Ist schon klar! Und?“

„Sie war den ganzen Abend nicht da. Dann hab ich es bei ihrer Cousine versucht. Da hat sie ja am Anfang gewohnt. Ich dachte sie wäre vielleicht bei ihr.“

„Und?“

„Sie hat gesagt, Katrin sei beim Doppelkopf!“

„Was? Das ist doch Unsinn. Doppelkopfabende sind seit Jahr und Tag ohne Frauen!“

„Eben!“

„Du meinst, Sie ist mit Manfred …“

„Na, na, na. Das muss ja nicht, die sind mindestens zu viert beim Doppelkopf. Es muss ja nicht Manfred sein, der heute nicht mitspielt!“

„Maria!“

„Ja!“

„Wann kannst du hier sein?“

„Zehn Minuten.“

„Ich rufe Sybille und Eva an.“

„Bis gleich dann also.“

Margret antwortete nicht, weil sie längst die Gabel heruntergedrückt und Evas Nummer gewählt hatte.

Eva zog den Mantel etwas enger zusammen. Es war nicht genug Zeit gewesen, sich etwas Ordentliches anzuziehen. Also hatte sie einfach eine Jogginghose und den Mantel über ihren Pyjama gezogen und fertig.
„Warum sitzen wir jetzt eigentlich hier vor der Haustür und warten? Wenn Katrin sich einen unserer Männer geangelt hat, dann ist sie mit dem doch längst über alle Berge.“

„Wohl kaum, das billigste Hotel der Stadt ist nur zwei Straßen weiter. Da kann man sicher nicht von über alle Berge sprechen.“

„Ach ja? Toll. Warum stehen wir dann nicht da?“

„Ist nicht sicher genug. Vielleicht leistet sich Frank ja doch ein Hotel der Mittelklasse, um ihr mal richtig was zu bieten.“

„Frank? Wieso gerade Frank!?“ rief Eva.

„Warum nicht Frank, schau dich doch nur mal an und dann guck dir Katrin an.“

Eva blieb kurz die Spucke weg, dann wollte sie Maria an die Gurgel springen.

„Hey, was soll das? Nun reißt euch mal zusammen. Wir wollen uns doch nicht gegenseitig zerfleischen“, rief Sybille und drückte Evas Arm aus ihrem Gesicht.

„Ja, ja, schon gut. Tut mir leid Eva, ich bin etwas genervt.“

„Ja, meinst du ich nicht?“

„Wir sind alle etwas genervt!“ rief Margret. „So, und jetzt reißen wir uns zusammen und warten hier ganz brav, bis wir wissen, wessen Mann heute Abend nicht beim Doppelkopf war.“
„Das gefällt mir nicht! Das ist wie bei einer Lotterie.“

„Mir gefällt das auch nicht, schließlich brauche ich keine Zuschauer, wenn ich meinen Mann beim Fremdgehen erwische!“

„Meinst du ich brauche das? Sollen wir vielleicht getrennt warten? Jede an einer Hausecke? Draußen in der Kälte und du … du in deinem Pyjama?“

„Nein. Ist schon gut. Ich mein ja nur! Es wäre mir unangenehm, wenn es gerade mein Mann wäre.“

„Seid doch mal ruhig! Da, sie kommen.“

Auf der anderen Straßenseite traten fünf Männer auf den schwach erleuchteten Gehweg. Fünf Männer und eine Frau.

„Nein, das ist ja schlimmer als erwartet.“

„Heißt das jetzt, dass sie es mit allen gemacht hat?“ wollte Sybille wissen.

„Unsinn. Aber zumindest haben die Männer wohl nichts dagegen, wenn Katrin beim Doppelkopf dabei ist!“

„Nun seid doch mal ruhig!“ rief Margret. „Es ist noch längst nicht vorbei.“

Fünf Männer auf der anderen Straßenseite verabschiedeten sich voneinander. Vier Frauen in einem Wagen hielten die Luft an.

„Es ist Jan“, sagte Margret plötzlich.

Drei Seufzer der Erleichterung. Es war Jan, in dessen Wagen Katrin einstieg.

„Vielleicht fährt er sie nur nach Hause!“

„Ach so“, sagte Margret verbittert. „Und warum macht das nicht Walter? Für den liegt das doch direkt auf dem Weg.“

„Walter würde so etwas nie tun“, sagte Sybille und erntete dafür skeptische Blicke von drei Augenpaaren.

Maria startete den Motor.

„Was hast du vor?“

„Willst du nicht wissen, wo die hinfahren?“

Margret überlegte einen Moment, dann sagte sie: „Eigentlich schon.“

Schweigend folgten die vier Frauen Jans Wagen.

„Siehst du, er fährt sie nur nach Hause“, behauptete Sybille, als Jans Wagen vor Katrins Haus anhielt.

„Der bringt sie nicht nur nach Hause, der bringt sie bis ins Bett“, grunzte Maria, als Jan mit Katrin in der Haustür verschwand.

„Vielleicht …“

„Halt den Mund“, stieß Margret heftig hervor und machte sich daran, aus dem Wagen zu steigen. „Dem werde ich was erzählen …“

„Bleib hier!“

Maria und Eva zogen Margret, die schon halb aus dem Auto war, zurück.

„Mach dich da jetzt nicht lächerlich.“

„Ach, würdet ihr auch so schlau reden, wenn euer Mann da oben wär’ und sich Katrins Laufmaschen anschauen würde?“

In dem engen Wagen mit den beschlagenen Scheiben breitete sich eine bedrückende Stille aus.

„Sie hat Recht“, sagte Sybille nach einiger Zeit. „Jeder unserer Männer hätte es sein können.“

„Ja, selbst wenn nicht jetzt, vielleicht in ein paar Tagen. Wir werden niemals sicher sein, bis sie entweder wieder verschwunden ist oder, …“

„Mit einem unserer Männer verduftet ist.“

„Genau.“

„Mensch, wir kennen uns jetzt schon so lange und außer ein paar Reibereien hat es nie wirklich Streit gegeben. Wir müssen zusammenhalten und uns vor dieser Person schützen.“

„Gut gesagt. Aber wie?“

„Da, er kommt wieder raus!“

„Das war nicht genug Zeit, oder!“

„Nicht für meinen Mann, jedenfalls“, behauptete Margret mit unverkennbarer Erleichterung.

„Da bist du ja noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen, meine Liebe!“

„Diesmal ja! Also, was können wir unternehmen? Ich will dieser Sache ein Ende bereiten, bevor es zu spät ist.“

„Wir sollten sie teeren und federn und aus der Stadt jagen!“

„Eva! Wir sind nicht im wilden Westen. Mach einen vernünftigen Vorschlag oder halt den Mund.“

„Wieso eigentlich nicht?“ wollte Margret wissen.

„Wieso, was nicht?“

„Wieso sollten wir sie eigentlich nicht teeren und federn?“

„Margret ich bitte dich! Wir leben im 20 Jh. und das auch noch in einem Rechtsstaat, da kannst du nicht einfach …“

„Ach nein? Aber sie kann einfach, ja?“

„Genaugenommen macht sie ja gar nichts, jedenfalls nichts strafbares.“

„Sie verstößt gegen das zehnte Gebot. Genaugenommen gegen alle zehn. – Außer vielleicht dem 3. und dem 6.“

„Ersten übertreibst du jetzt und zweitens müssten wir sie dann steinigen.“

„Ich bin weiterhin für teeren und federn.“

„Ich auch.“

„Richtig dagegen bin ich auch nicht.“

„Seid ihr alle übergeschnappt?“

Weder Sybille, noch Eva oder Margret beantworteten die Frage. Sie schauten Maria nur ernst an.

„Wir halten doch zusammen, oder?“ wollte Sybille dann wissen.

Zehn Tage später war es soweit. Bei Sybille fand der routinemäßige Kaffeeklatsch statt und Katrin war wie immer eingeladen. Sie trug ein figurbetontes Paillettenkleid und dazu eine bunte Federboa um den Hals.

„Gefedert ist sie ja schon“, flüsterte Eva Maria zu und kicherte.

„Kaffee, Katrin?“ fragte Sybille freundlich.

„Oder lieber einen unserer Männer?“ setzte Maria sofort nach.

„Was?“ Katrins Empörung über diese Frage, war schon fast zu echt, um gespielt zu sein.

„Ich glaube, wir sollten da mal über etwas sprechen“, erklärte Margret. „Es ist uns keineswegs entgangen, liebe Katrin, dass du entweder ein hormonelles oder ein finanzielles Problem hast.“

„Wie bitte?“

„Du solltest aber nicht versuchen, es auf unsere Kosten zu lösen“, fuhr Margret ungerührt fort.

„Und damit meinen wir auf Kosten von keiner von uns“, ergänzte Eva.

„Seid ihr verrückt geworden, ich …“

„Du versuchst uns unsere Männer auszuspannen, du Miststück!“

„Aber! ­… Ich glaube ich gehe jetzt besser!“

„Noch nicht!“ sagte Maria ungewöhnlich scharf.

„Ich glaube doch.“ Katrin stand auf und wollte in den Flur, um ihren Mantel zu holen, doch Margret hielt sie am Ärmel fest.

„Moment!“ Eva, Margret und Sybille waren ebenfalls aufgestanden und hatten sich um Katrin herum in Stellung gebracht.

„Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir uns da richtig verstanden haben. Du lässt die Finger von unseren Männern!“ schnauzte Maria.

„Am besten, du verschwindest dahin, wo du hergekommen bist!“

„Und zwar gleich!

„Ihr seid verrückt geworden! Was habe ich euch denn getan?“

„Sie hat es nicht verstanden!“ bemerkte Sylvia trocken und schlug Katrin zur Demonstration mit der flachen Hand ins Gesicht.

Katrin schrie auf und taumelte drei Schritte zurück gegen den gedeckten Kaffeetisch. Das Porzellan scheppert, aber zerbrach nicht.

„Verschwinde aus unserem Leben!“ schrie Margret sie an und riss ihr die Boa vom Hals.

Katrin kam nicht einmal dazu etwas zu entgegnen, da hatte Maria ihr schon die kostbare, alte Erbbrosche vom Kleid gerissen. Sie wollte um Hilfe schreien, aber das kam ihr doch lächerlich vor, schließlich waren sie allemal alte Schulfreunde gewesen. Wenigstens versuchte sie endlich sich zu wehren. Trotz ihres abgemagerten Körperbaus hatte sie reichlich Kraft. Aber es reichte natürlich nicht gegen vier Frauen. Sie bekam mehrere Schläge ins Gesicht und an den Oberkörper. Ellenbogen und Fäuste trafen sie an Armen und Beinen, dann beschloss sie, den Widerstand aufzugeben.

Margret und Sylvia hielten sie von zwei Seiten fest und Maria hing von hinten an ihrem Hals. Katrin bekam kaum noch Luft und ihr Gesicht schmerzte. Eva stand breitbeinig und drohend mit erhobener Faust vor ihr.

„Jetzt ist genug!“ rief Margret.

„Bist du sicher?“

„Aber ja! Es ist doch genug, Katrin? Du hast uns doch verstanden, ja?“

Katrin nickte erschöpft und außer Atem.

„Na gut“, sagte Eva und drehte sich um. Sie zog einen großen Kartoffelsack hinter der Anrichte hervor. „Ein Andenken haben wir aber noch, für dich.“ Sie zeigte ihr den Sack, in den drei Löcher geschnitten waren.
„Dann wollen wir doch mal sehen, was von deiner angeblichen Eleganz und Schönheit übrigbleibt, wenn du das passende Kleid trägst.“

„Lasst mich endlich in Ruhe! Ich trage keinen Kartoffelsack. Das ist wohl eher euer Stil!“ Katrins letzte Worte waren etwas heiser gesprochen, weil Maria ihr abrupt die Luftzufuhr drosselte.

„Das werden wir gleich sehen.“

Katrin strampelte so heftig sie konnte, aber es hatte keinen Zweck. Eva zerschnitt mit einer Schere das Paillettenkleid und machte sich daran, Katrin auch von all ihrer restlichen Kleidung zu erlösen, als sie plötzlich stockte.

„Was ist denn das?“

„Was?“ fragten Maria und Margret gleichzeitig.

„Das da!“ rief Eva und zeigte auf Katrins beiges Spitzenhöschen.

„Lasst mich los!“ schrie Katrin und zappelte mit der Kraft hysterischer Panik. Fast hätte sie sich losgerissen, weil niemand auf eine solche Attacke gefasst gewesen war. Doch Maria hatte ihren Hals eisern im Griff und Katrin ging mit rot angelaufenem Gesicht zu Boden.

Eva griff nach der unerwarteten Wölbung in Katrin Höschen.

„Das fühlt sich an wie …“ Eva brach den Satz ab und zog stattdessen mit einem Ruck das Höschen herunter.

„Das ist ein Schwanz!“

Die Frauen starrten auf einen kleinen Penis. Vor Schreck ließen sie Katrin los.

„Das gibt’s doch gar nicht.“

„Du bist ein Mann!“ stellte Eva als erste entsetzt fest.

„Aber …?“

„Ja, jetzt wisst ihr ’s!“

„Wie lange denn, oder …?“

„Schon immer“, antwortete Katrin ohne aufzusehen.

„Du hast sie alle getäuscht: Die Lehrer, die anderen in der Klasse, … einfach alle!“

Katrin zuckte mit den Achseln. Zog ohne jemanden anzusehen, die Hose wieder hoch.

„Und dein Mann? Der muss das doch gemerkt haben!“

Katrin zuckte erneut die Achseln und rappelte sich gequält auf. Die Frauen blieben sprachlos auf dem Boden hocken.

„Ich kann jetzt wohl gehen!“ stellt Katrin fest. Sie nahm ihr zerschnittenes Kleid, ging zur Garderobe, zog ihren Mantel über und war Sekunden später grußlos verschwunden.

„Was jetzt?“ wollte Margret wissen.

„Was schon? Die sehen wir nicht wieder.“

„Und wenn doch?“

„Was soll’s“, sagte Maria. „Die ist wohl keine Gefahr mehr für uns.“

„Sollen wir’s den Männern sagen?“

„Das Gesicht möchte ich sehen“, kreischte Eva plötzlich.

„Nein! Wenn sie tatsächlich wieder auftaucht, lassen wir den Kerlen doch den Spaß, das selber rauszufinden.“

Die Frauen lachten und rappelten sich auf.

„Noch einen Kaffee, Maria?“

„Ich denke, wir sollten morgen alle zusammen in die Sauna gehen“, sagte Margret nachdenklich. „Ich möchte sicher sein, dass mich nicht noch weitere Überraschungen erwarten.“
„Das geht auch leichter“ rief Eva und griff Margret unvermittelt zwischen die Beine. „Was haben wir denn da?“

„Eva!“