Die G-Size WG

Alpenheidi und Sonnentau

Auf eine Chance der Zenka eins auszuwischen musste Betty nicht lange warten. Melinda war nicht ganz wohl bei der Sache, schließlich war Zenka ihre Cousine, aber ein Blick das geschäftige Gerede ihrer Mutter mit Matze sagte ihr, dass jedes Mittel recht sei, um Zenka loszuwerden.

„Zu blass? Du meinst ich bin zu blass?“ fragte Zenka ungläubig.

„Aber unbedingt“, behauptete Betty mit gespielt ernsthafter Stimme. „Da fehlt der Sonnentau. Die Alpenheidi muss braun gebrannt sein. Die ist doch echtes Kind der Natur. Sonne, Wald und Berge. Da kannst du unmöglich so blass auf den Fotos sein.“

„Und warum benutzt ihr dann die Creme nicht?“ fragte Zenka misstrauisch zurück.

„Haben wir schon. Heut Morgen nach dem Frühstück, du warst ja zu spät dran“, log Betty frech. „Bis die wirkt das dauerte eine Zeit. Besser du beeilst dich.“

„Melinda? Hast du dich auch eingecremt?“ wollte Zenka wissen. Offenbar traute sie Betty nicht.

Melinda nickte. Das war nicht mal gelogen. Sie hatte sich eingecremt, aber nicht mit Bräunungscreme.

„Wie soll ich das jetzt so schnell schaffen?“ fragte Zenka irritiert.

Betty zuckte mit den Achseln und bot kollegial ihre Hilfe an.

Zenka war dafür wirklich dankbar. Also rieben Melinda und Betty sie schön dick mit Bräunungscreme ein.

„Passt auf, dass ihr meine Brustwarzen nicht mit eincremt. Nachher sieht man die nicht mehr richtig!“

Die beiden Mädels machten einen großen, sehr großen Bogen um Zenkas Brustwarzen. Überhaupt arbeiteten die vier Hände in ziemlich groben Kreisen.

„Muss man das nicht gleichmäßiger machen?“ fragte Zenka, als sie etliche Stellen ohne Creme zu sehen meinte.

Betty und Melinda schüttelten synchron den Kopf. „Das zieht sich unter der Haut zusammen, Wasser bleibt ja auch nicht auf einem Haufen“, erklärte Betty überzeugend. „Jetzt nur noch ein bisschen auf die Wangen.“

„Klasse, vielen Dank.“ Zenka schien bei so viel Professionalität um sich herum ihren Argwohn vergessen zu haben.

Die Mädels machten sich fertig für den Auftritt. Zenka bekam das schöne rot-weiß-karierte Dirndl. Während die anderen beiden sich mit dunkelblau zufrieden geben mussten.

„Die passen da gar nicht richtig rein“, behauptete Zenka. Doch da hatte sie sich mit Betty vertan. Die stopfte Zenkas Brüste ohne mit der Wimper zu zucken mit beiden Händen so tief in das Dirndl, das sie kaum noch rausschauten. Melinda hatte unten die Schnürung ein wenig gelockert und oben etwas fester gezurrt, so dass Zenka Oberkörper allmählich die Form einer Birne annahm.

„Müssen die da oben nicht rausgucken“, behauptete Zenka. „So wie bei euch.“

„Deine sind dafür zu groß!“ beruhigte Betty sie. „Da kommt dann deine große Stunde, wenn du sie ganz raus lässt. Das erhöht die Spannung und ist auch die Überraschung größer.“ Zenka war so mit ihrem Dekolleté beschäftigt, dass sie gar nicht merkte wie Melinda ihr mit dem Fingernagel zwei Laufmaschen an den Waden zog.

Sie waren fertig. Der Photograph auch. Matze rief schon nach ihnen. Melinda und Betty konnten kaum noch ernsthaft dreinschauen als sie das Set betraten. Sie mussten sich schwerstens zusammenreißen, als sie Matzes Gesicht sahen, während er Zenka erblickte.

„Ne, ne, Zenka. Die Titten müssen schon oben rausgucken. Und … hey mach mal das Rouge von den Backen, das sieht völlig übertrieben aus. So gesund schaut nicht mal die echte Zenzi aus.“

Zenka blieb wie angewurzelt stehen, während Betty und Melinda sich auf die Strohballen im Studio warfen. Sie fing an hinter ihrem Rücken herumzufummeln, aber sie bekam den doppelten Knoten von Melinda einfach nicht auf.

Mutter Schreiber eilte ihrem Schützling zu Hilfe.

„Wird das noch was?“, fragte Matze genervt. Im Studio stand er immer unter Starkstrom, da kannte er keine Freunde. „Zeit ist Geld Mädels!“

„Wir sind fertig“, riefen Betty und Melinda im Chor. Und als Zenka sich wütend zu ihnen umdrehte pressten beide breit grinsend ihre Brüste im Ausschnitt ihres Dirndls zusammen. „Wir haben, was du brauchst, Matze“, behauptete Betty schadenfroh.

„Ja, ja. Hannes richte schon mal das Licht auf die beiden ein. Die Zenka kommt gleich nach.“

„Hey Matze, deine Neue hat auch noch kaputte Strümpfe an. Soll das so?“ Hannes kannte einfach keine gute Laune und er hasste jede Art von Schlampereien.

Mutter Schreiber hatte inzwischen den Knoten gelöst und Zenkas Riesenbrüste quollen heraus wie eine Sintflut.

Hannes guckte. „Oha“, sagte er anerkennend und schaute durch sein Objektiv. „Riesig … aber fleckig. Das kriegen wir nicht retuschiert!“

Matze warf auch ein Blick durch die Kamera. Er traute Hannes in Sachen Qualität völlig. Wenn der sagte, das geht nicht, dann ging das nicht. „Was sind denn das für Flecken, verdammt?“ wollte Matze lautstark wissen und kam Richtung Set gelaufen.

„Das … das …“, stammelte Zenka. „Das war diese Schlampe Betty“, behauptete Mutter Schreiber.

Betty leckte sich nur ausgiebig über Lippen und schaut verächtlich zu den beiden Dorfnudeln hinüber. „Legt euch doch gehackt.“ Melinda wollte Betty drosseln, sie sollte Zenka besser nicht wütend machen und noch weniger Mutter Schreiber.

„Das ist Bräunungscreme“, stellte Matze entsetzt fest. „Das kriegen wir nie im Leben in fünf Stunden wieder hin! Sag mal hast du sie noch alle?“

Zenka begann tatsächlich zu heulen. Sie tat Melinda fast schon leid.

„Das war diese eifersüchtige Betty“, fauchte Mutter Schreiber. „Das sage ich dir Matze, die ist so ein Früchtchen.“ Sie schaute Matze erwartungsvoll an. Offenbar glaubte sie, dass Matze ihr nun eine Standpauke halten würde. Aber da kannte sie Matze schlecht.

Sein eisernes Gesetz war, sich aus jeder Art Streiterei unter den Mädels herauszuhalten und damit war er auch immer gut gefahren. Ärger gab es nur, wenn jemand die Session schmiss und das war nun mal Zenka. Wie es dazu kam, war Matze völlig egal. Die Mädels hatten zu funktionieren sonst nichts. Basta.

„Ruf Undine“, rief Matze zu Hannes rüber. „Die soll sich ins Dirndl schmeißen, aber zackig! In zwanzig Minuten will ich hier sechs astreine Möpse auf dem Bild haben, klar?!“

„Bitte?“ empörte sich Mutter Schreiber. „Und was ist mit Zenka?“

„Zenka ist raus!“ erklärte Matze kategorisch.

„Na warte!“ Mutter Schreiber schnaufte vor Wut und Matze machte einen gehörigen Sprung beiseite. Aber sie hatte es gar nicht auf ihn abgesehen. Mit zwei unerwartet leichtfüßigen Schritten war sie bei Betty. Die wollte nach Aufprall zur Seite wegrollen, landete aber stattdessen bäuchlings auf einem Strohballen. Mutter Schreiber setzt ihr ein Knie schwer auf den Rücken, riss mit geübter Hand den Rock, samt Hüfthalter hoch. Dann begann sie ihr klatschend den Hintern zu versohlen.

Matze war wie versteinert. „Keine Striemen auf dem Arsch!“ rief er nachdem er seine Fassung wieder gefunden hat. „Macht was ihr wollt, aber ich will nichts auf den Fotos davon sehen.“

Bettys erste überraschte Schreie gingen langsam in ein spitzes hysterisches, bis wütendes Kreischen über. Melinda kannte das. Sie wusste, dass es nicht lange dauern würde, bis das resignierte Winseln folgen würde. Mutter Schreibers Griffe waren von ungeahnter Härte. „Dir Früchtchen werde ich schon noch Manieren beibringen, das schwöre ich dir.“

Betty konnte sich einfach nicht herauswinden. Man merkte, dass Mutter Schreiber schon etliche Kinder auf diese Weise großgezogen hatte.

„Matze tu doch endlich was!“ keuchte Betty kraftlos.

Matze tat wirklich was. Er gab Hannes ein Zeichen doch endlich draufzudrücken. Auf diese Weise kam wenigstens Mutter Schreiber noch zu einer außerordentlichen Fotosession.

Als Mutter Schreiber merkte, dass Hannes die ganze Zeit über fotografierte wurden ihre Hiebe zwar nicht weniger hart, aber doch immer wieder unterbrochen von neuen Posen, die Mutter Schreiber einnahm, nicht ohne dabei das eine oder andere Kleidungsstück, abzulegen oder zu öffnen. Mit dem Korselette hatte sie reichlich Mühe, weil sie ja eine Hand immer für Betty brauchte. Aber dann konnte sie endlich ihre eigene Oberweite, sozusagen die Mutter aller Schreiber Brüste, in die Kamera halten. Betty war längst jenseits von Gut und Böse, eigentlich nur jenseits von Böse. Und Melinda tat nichts anderes, als sich neben den Beiden im Stroh zu räkeln und hin und wieder mal ihre Brüste hervorblitzen zu lassen. Ein guter Tag für sie. Betty ihre Erzrivalin hatte von ihrer Mutter den Hintern versohlt bekommen und Zenka ihre lästige Cousine war für drei Tage mit Bräunungsfieber aus dem Rennen.

„Hey Traudel, jetzt nimm dir mal die andere ran“, hörte Melinda Matze ihrer Mutter zurufen. „Die Mädels waren schließlich beide unartig.“ Tja, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, dachte Melinda. Und Hannes fragte: „Machen wir die Alpenheidi dann morgen, ja?“

Matze nickte. „Heute nur: Mutter Schreiber und ihre drei unartigen Töchter“, rief er. „Die Undine wird sich freuen! Die kann ihr Dirndl gleich wieder ausziehen.

Die G-Size WG (34) - © Copyright bei Ingolf Behrens, Hamburg, 2004. Alle Rechte vorbehalten.