Kapitel 18

In der Hitze der Nacht

Doris musste wirklich eine Heidenangst vor ihrem Vater haben. Exakt zehn vor Zwölf standen sie vor Bruckners Haus. Martin hatte immer noch nicht erkannt, worin die Wirkung von Hasch liegen sollte, aber das Rauchen und die Sterne, waren Sachen, die sich bei ihm irgendwie verbunden hatte. Er verspürte große Lust, sich noch die Sterne anzusehen. Der Himmel war tiefschwarz und der Eindruck müsste jetzt noch stärker sein.

„Hast du noch was von dem Zeug“, fragte er Werner.

Werner zeigte ihm ein kleines, altes Filmdöschen.

„Oh nein“, sagte Doris. „Ich gehe rein.“

„Gut. Wenn jemand fragt, wir sind im Garten.“

Es war eines der wenigen Male, dass Werner seiner Schwester widersprach. Martin erwartete eine hysterische Auseinandersetzung, aber Doris sagte keinen Ton und ging stumm ins Haus.

Er und Martin setzten sich in den Garten und zogen jeder zwei Pfeifchen. Dann machten sie sich auf Gras lang und starrten mit Warp 4 in fremde Welten.

„Wir sollten nicht zu spät kommen“, sagte Martin irgendwann.

„Ist doch scheißegal“, grunzte Werner.

„Was macht ihr hier?“ Das war Frau Bruckner, sie stand da und schaute auf sie hinunter. Martin wollte aufstehen.

„Wir gucken noch bisschen in die Sterne.“ Werner machte keine Anstalten aufzustehen.

„Ihr habt getrunken!?“

Martin wollte ruhigen Gewissens verneinen.

„Ein klein bisschen“, gab Werner zu.

„Aber es geht euch gut, ja?“

Werner und Martin bejahten.

„In einer halben Stunde spätestens seid ihr im Haus, klar?“

„In Ordnung“, sagte Werner, ohne sich umzusehen.

Aus diesem Winkel, und so von dem nächtlichen Restlicht angestrahlt, wirkte Frau Bruckner, wie ein gewaltiger, steinerner, südamerikanischer Fruchtbarkeitsgötze. Nicht direkt bedrohlich, aber unheimlich. Martin konnte sein Lachen nicht zurückhalten.

„Oh Gott, kotzt mir ja nicht in die Petunien.“ Dann war sie wieder in der Dunkelheit untergetaucht.

Martin hatte keine Ahnung, ob es wirklich nur eine halbe Stunde gewesen war, die sie draußen im Gras zugebracht hatten. Jedenfalls sagte Frau Bruckner nichts, als sie zehn Lichtjahre später hereinkamen.

Heute Nacht war es weit heißer und drückender als an den vergangenen Tagen. Frau Bruckner hatte natürlich auch heute nacht keine Ausnahme gemacht. Martin schwitzte sich neben ihr in dem engen Bett zu Tode. Auf seiner Haut entstand eine dünner, feuchter Film, der, sobald er die Decke beiseite schlug, anfing zu verdunsten. Davon kühlte er kurzfristig aus und deckte sich dann lieber wieder ein wenig zu. So ging es schlaflos hin und her. Auch Frau Bruckner schwitzte. Martin hatte die Decke so weit es ging von sich geschoben. Diesmal blieb sie auf Distanz zu Martin. Aber sie konnte wohl nicht einschlafen und wälzte sich ebenfalls hin und her, bis auch sie nur noch zur Hälfte unter der Decke lag. Martin überlegte, ob er das Fenster öffnen sollte. Er sah hinüber, es war bereits offen.

In der Ferne rumste es. Kurze Zeit später zuckte ein Blitz quer über den Himmel. Der Schlafanzug klebte Martin auf der Haut. Die Matratze wirkte wie in Schwamm. Sie fühlte sich schon feucht an und die Nacht hatte gerade erst begonnen. Die Luft in dem kleinen Zimmer wurde allmählich knapp und Martin wäre am liebsten wieder hinaus in den Garten gegangen. Wenigstens das Schlafanzugoberteil musste weg. Ein leiser Luftzug fuhr über den Schweißfilm auf seinem Oberkörper und sorgte ein wenig für Kühlung.

„Hoffentlich kommt das Gewitter bald“, grunzte Frau Bruckner. Sie hatte noch nicht geschnarcht und Martin war froh, dass sie auch nicht schlafen konnte.

„Es ist verdammt heiß“, sagte Martin.

„Ja. Viel zu feuchte Luft. Man kann ja kaum atmen. Aber versuch einfach trotzdem zu schlafen“, sagte sie mitfühlend, aber schob gleichzeitig die Decke wieder weiter zu ihm hinüber. Die Hitze nahm zu, statt ab. Am liebsten hätte er die Decke genommen und aus dem Fenster geworfen.

Fünf Minuten später stand Frau Bruckner knurrend auf und ging hinaus.

„Das ist wirklich ein entsetzliches Wetter“, schimpfte sie, als sie zurückkam. Sie stellte Martin ein Glas hin, schüttete etwas Wasser hinein und trank selbst direkt aus Flasche. Dann stellte sie sich ans Fenster, öffnete beide Flügel und starrte hinaus in die Dunkelheit.

„Komm schon“, sagte sie leise und es klang nicht wie eine Bitte, sondern eher wie eine Drohung.

Martin nahm einen Schluck aus dem Glas. Noch einen und trank es in einem Zug leer. Frau Bruckner stand noch immer am Fenster und schien auf etwas zu warten. Martin stellte er sich schräg hinter sie an die Fensterbank. Hier war es deutlich kühler. Weit hinten am Himmel zuckte unmotiviert ein Sommergewitter.

„Komm hierher!“ befahl Frau Bruckner eindringlich. Doch, ob das Wetter ihr gehorchte blieb fraglich.

Martin grinste und setzte sich wieder auf die Bettkante. Er trank noch einen Schluck. Der Wettergötze hatte es tatsächlich geschafft. Die Blitze schienen näher zu kommen und einer lauer Regen setzte leise prasselnd ein.

„Na also“, knurrte Frau Bruckner zufrieden.

Es sah gespenstisch aus, wie sie dort, vor der Gewitterfront stehend, auf Erlösung wartete. Es gab Gewitter, die diese Erlösung brachten und solche die nur viel Lärm um nichts machten. Dies war ein eher trockenes Gewitter, kaum Regen, kaum Abkühlung, nur Krach. Und das Gewitter hielt einen wach. Bis vor kurzem hatte Martin eine Mattigkeit verspürt, die plötzlich verflogen war. Mit der Wachheit kam auch wieder Leben in andere Körperteile. Frau Bruckners Nachthemd war während jedes Blitzes, für eine Sekunde durchsichtig. Wie bei einer Röntgenaufnahme. Irgendwie erdrückte ihn alles in diesem Zimmer. Er folgte dem Impuls und zog den Rest des Schlafanzuges auch noch aus. Es würde Frau Bruckner schon nichts ausmachen, wenn er nackt schlief.

„Das hilft nichts, es wird nicht kühler. Wir müssen wohl so schlafen.“

Frau Bruckner hatte sich umgedreht. Martin lag lang gestreckt auf dem. Sie stutzte eine Sekunde und schüttelte sanft den Kopf.

„Du bist wirklich unmöglich“, schimpfte sie, aber ihr Ton war nicht ernstlich böse.

„Deck dich wenigstens ein bisschen zu.“

Martin gehorchte. Sie nahm die andere Seite der Decke und bedeckte sich ebenfalls halb.

„Ihr Kinder seid wirklich verrückt. Schämst du dich denn gar nicht?“

Martin fiel auf, dass er sich eben nicht geschämt hatte. Etwas in ihm hatte ihn sicher gemacht, dass er sich jetzt keineswegs zu schämen bräuchte.

„Ich weiß nicht“, antwortete er unsicher.

„Du weißt doch, dass man so etwas nicht macht.“

„Was denn?“ fragte Martin, obwohl er genau wußte was sie meinte.

„Sich hier einfach so nackt hinzulegen.“

„Aber es ist so heiß.“

„Trotzdem gehört sich das nicht. Man kann nicht …“, plötzlich wurde ihr Ton doch böse. „Zieh wenigstens eine Unterhose an.“

Martin stand auf und suchte seine Unterhose.

Es gab einiges, was er nicht verstand. Zum Beispiel, wieso eine Erektion einerseits normal und andererseits etwas war, für das man sich schämen musste. Martin wußte, dass sie nicht wirklich böse auf ihn war. Es war wie bei seiner Mutter. Es war ihr unangenehm. Also stellte er die Frage, was an einer Erektion war, dass man sich schämen musste.

Erst grunzte sie und schaute ihn fast so etwas wie erschreckt an. Dann schwieg sie einen Moment und sagte sie: „Wenn du eine Freundin hast, und dann passiert so was, ist es richtig. Aber bei anderen Leuten bekommt man einfach keine … Erektion.“ Das Wort Erektion buchstabierte sie fast, so zäh sprach sie es aus.

„Aber“, wandte Martin vorsichtig ein. „Mir passiert das andauernd.“

Frau Bruckner seufzte. „Das ist das Alter. Deine Hormone spielen verrückt. Wenn du erstmal verliebt bist, legt sich das schnell.“

„Wenn es nur die Hormone sind, dann brauche ich mich doch nicht zu schämen, oder?“

„Eigentlich nicht“, gab Frau Bruckner wenig überzeugt zu. „Es ist ja auch nicht so schlimm. Nur, wenn du mal älter bist, verstehst du, dass jemand der das sieht, dazu neigt, es auf sich zu beziehen. Man weiß ja nie, ob es wirklich nur die Hormone sind. Und deswegen solltest du es verbergen. Jedenfalls, wenn du nicht willst, dass die anderen darauf womöglich reagieren.“

„Wieso auf sich beziehen?“ Martin hatte Spaß daran, wie Frau Bruckner sich bemühte seine Fragen sachlich zu beantworten. Irgendwie schien sie sich aber unter jeder Frage ein wenig zu winden, so als ob ihr jemand auf die Füße trat. Daher beschloss Martin, jetzt nicht locker zu lassen.

„Na ja, die Leute glauben halt, dass sie es sind, die dich in diesen Zustand versetzen und darauf reagieren sie eben“, erklärte Frau Bruckner mit einem genervten Tonfall.

„Wie reagieren sie?“

„Kindchen, entweder sie lachen dich aus und weisen dich ab, oder sie … sie werden eben selber erregt.“

„Woran erkennt man denn, dass eine Frau erregt ist.“

„Sie wird … Hör zu, besorg die so ein Buch, da steht dann alles darüber drin“, blockte sie weitere Fragen ab. Martin merkte, dass er kurz davor war ihr zu sehr auf die Nerven zu gehen.

„Ich habe vier solcher Bücher und verstehe die wichtigsten Sachen trotzdem nicht“, behauptete er einlenkend.

„Das kommt schon, wenn es soweit ist. Das klärt sich alles von selbst, glaub mir. Schlaf jetzt, sonst kommst du morgen nicht aus dem Bett.“

Das schien Martin gelogen zu sein. Nichts würde sich von selbst erklären. Er hätte jetzt gerne noch gefragt, warum er seine Hose anziehen musste, wenn sie doch wußte, dass es nur seine Hormone waren, die sich da regten. Aber er ließ es lieber sein.

Draußen tobte weiterhin das Gewitter. Lichtblitze zuckten durchs Zimmer. Martin merkte, dass sich seine Erektion nicht von selber regeln würde. Aber er konnte nichts tun, solange Frau Bruckner nicht endlich einschlief. Danach sah es nicht aus. Ihre Haut glänzte bei jedem Blitz feucht auf. Martins Arme und Beine wurden nervös. Er wäre am liebsten jetzt einfach raus in Regen gelaufen. Frau Bruckner schwitzte ruhig vor sich hin. Martin musste sich bewegen. Er begann langsam mit den Beinen zu strampeln und sich auf der Stelle hin und her zu winden.

„Kannst du nicht ruhig liegen?“

„Geht nicht!“

„Hast du Angst vor dem Gewitter?“

Martin hatte noch nie Angst vor Gewittern. Er verstand gar nicht, was diese Frage sollte.

„Na komm her“, brummte sie mütterlich und schlang ihren Arm um seinen Hals und zog ihn dicht an sich heran.

„Du brauchst keine Angst haben, nicht vor dem Gewitter und vor allem anderen auch nicht. Das geht alles vorbei“, flüsterte sie leise in sein Ohr und warf noch mehr Decke über ihn.

Sekunden später fühlte sich Martin wie Hänsel in dem Backofen. Aber er wagte nicht mehr sich zu bewegen. Wo sie Haut auf Haut lagen, hatte sich sofort ein feuchter Film entwickelte. Martins Knie glitt wie geölt über ihre angewinkelt Kniescheibe. Martin ignorierte die Hitze. Sie machte ihm nichts mehr aus. An schlafen war jetzt eh kaum mehr zu denken. Sie schien sein Knie völlig zu ignorieren. Nein, das tat sie nicht. Ohne Vorwarnung klafften ihre Beine auseinander und ihre linker Arm griff blitzschnell um seine Hüfte und riss ihn förmlich nach vorn. Dann schlang sich ihr linkes Bein über seine Beine. Daraufhin zog sie die Decke bis knapp über sein Ohr und fragte: „Hast du jetzt immer noch Angst.“

„Nein.“

Er hatte sein Knie zwischen ihren Oberschenkeln. Probeweise bewegte er es, sie schien das nicht zu stören. Er glitt Zentimeter für Zentimeter höher mit dem Knie. Dann stieß er an eine haarige Grenze. Das war es. Er wartete auf eine Reaktion. Es kam keine. Er drückte sein Knie ein wenig fester dagegen. An seinem Bein schien die Feuchtigkeit nur so herunter zu laufen. Er griff nach ihrem Schenkel und fuhr ihn mit der Hand auf und ab. Entweder schlief sie oder …

Er hätte jetzt gerne sein Glied an ihrem Schenkel gerieben, so wie gestern Nacht, nur vielleicht noch etwas tiefer. Aber da war diese Unterhose im Weg. Er versuchte sie herunterzuziehen, aber es gelang ihm nicht. Wenn er diese Position jetzt verließ, würde er bestimmt nie wieder in seinem Leben so dicht heran kommen. Es half nichts. Entweder oder. Er versuchte sich zurückzuziehen. Die Beine gaben ihn sofort frei. Er schlüpfte unter der Bettdecke hervor und riss sich die Hose herunter.

Als er zurück unter die Decke kroch, musste er feststellen, dass Frau Bruckner jetzt fast auf dem Rücken lag. Er hatte verspielt. Doch ihr Arm schlang sich gleich wieder um ihn und sie drehte sich leicht zu ihm hin. Er drückte sich so dicht an sie, wie möglich. Sein Bauch klatschte gegen ihren. Etwas war anders. Er versuchte vorsichtig nach ihrem Bauch zu tasten. Ihr Nachthemd war verrutscht. Alles lief optimal. Er legte seinen Kopf ihre Schulter, auf den Wulst des Nachthemdes, das bis fast unter die Achseln gerutscht zu sein schien. Langsam schob er sein Bein zwischen ihre. Kein Widerstand. Seine Hand schob sich den glitschigen Bauch herunter, bis er auf die ersten Haare stieß. Martin war es egal ob es nur die Hitze war, die das schwere Atmen in diesem Raum verursachten. Seine Beine schmolzen davon und sein Gehör schien kurzfristig nachzulassen. Er hielt inne, gewöhnlich ließ seine Erektion gleich nach. Er betastete sein Glied. Es blieb hart. Seine Hand ging zurück. Ohne Zwischenstopp dahin, wo sie schon vor Stunden hätte das erste Mal hin fassen sollen. Er fühlte nicht viel. Nasse weiche Hautfalten und Haar. Sonst eigentlich nichts. Er dachte nicht weiter nach. Dies schien ihm der ideale Ort für sein Glied, irgendwie musste er es unauffällig dort hin bugsieren.

Er rollte sich ein wenig mehr über ihr rechtes Bein und hing jetzt halb auf Frau Bruckners Körper. Wenn sie etwas dagegen hätte, würde sie es doch wohl sagen. Sie zog ihr rechtes Bein weit nach außen und Martin rutschte förmlich dazwischen. Sein Glied steckt jetzt fast in ihrem Bauchnabel. Martin löste sich aus ihrem Arm und lag gleich drauf gänzlich auf ihrem Bauch. Sie sagte nichts, sondern nahm ihre freien Arme und drückte ihn bestimmt ein wenig herunter. Sein Kopf lag nun zwischen ihren Brüsten und sein Penis steckte irgendwo vor ihrem Schambein. Er schlang die Arme um ihren Oberkörper, sonst wäre er glatt von ihr herunter gerutscht. Martin war nicht mehr zu koordinierten Handlungen fähig, er hing auf ihr wie ein nasser Sack. Plötzlich bewegt sie sich unter ihm. Schob sich hin und her, zog ihre Beine an. Jetzt wollte sie ihn wohl los werden. Aber Martin hielt sich fest. Da war ihre Hand an seinem Glied. Aber sie rieb nicht daran herum, wie er erwartet hatte, sondern schien es nur an eine bestimmte Stelle zu bringen. Da ließ sie auch schon wieder los. Martin wartete, was passierte. Nichts passierte, es war wie mit dem Dope. Viel Rauch um nichts.

Jetzt griff Frau Bruckner mit beiden Händen nach seinem Hintern. Sie zog ihn kurz mit kräftigem Druck an sich heran. Martin gab nach und rutschte ein Stück hoch. Dann war es passiert. Es fühlte sich an wie ein Flutschen, dann spürte er, wie sein Glied langsam irgendwo in ihr verschwand. Warm und weich war es dort. Viel weicher noch als zwischen ihren Oberschenkeln. Jeder Millimeter Schwanz schien das mitzubekommen und seinem Hirn Meldung zu erstatten.

Frau Bruckner legte eine Hand auf seinen Kopf und die andere blieb knapp über seinem Hintern liegen. Weiter tat sie nichts.

Martin begann sein Glied hin und herzubewegen. Es ging phantastisch. Das war wie geschaffen für ihn. Seine Bewegungen wurden heftiger. Er war jetzt sicher, dass Frau Bruckner gegen gar nichts etwas einzuwenden hätte. Zweimal zog sie die Decke wieder hoch, die herunter gerutscht war. Sonst verhielt sie sich still. Er schaffte es dreimal, seine Beine taub werden lassen. In den kleinen Pausen die er dazwischen machte, weil sein Schwanz, die Bewegung nicht mehr zu verkraften schien, schaute er nach Frau Bruckner. Sie lag nur mit geschlossenen Augen da und tat nichts. Nach dem dritten Mal rollte er sich seitlich von ihr herunter. Sie ließ ihn los. In dem Moment, als er auf dem Rücken lag und die Decke starrte, wußte er das er etwas sehr, sehr falsches getan hatte. Frau Bruckner drehte sich kurz um und sah ihn an. Er schaute nicht hin. Womöglich konnte sie seine Gedanken erraten.

Dann streichelte sie ihm über die Haare, was ihm jetzt unangenehm war und flüsterte: „Du brauchst dich nicht zu schämen. Das waren nur die bösen Hormone. Niemand wird das jemals erfahren.“

Als er nichts antwortete, fügte sie noch hinzu. „Es hat mir nichts ausgemacht, wirklich nicht. Ich weiß, wie schwer man es in deinem Alter haben kann.“

Dann drehte sie sich um und rollte sich halb in die Decke ein.

Martin wollte jetzt nicht darüber nachdenken, was er gerade gemacht hatte. Er wußte Frau Bruckner würde ihn nicht verraten, aber das war sowieso nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war, er hatte richtigen Sex mit ihr gemacht. Warum?

Der plötzlich einsetzende Schlaf ersparte ihm die Antwort.