Kapitel 17

Partytime

Doris hatte sich geschminkt. Sie trug kurzen schwarzen Lackrock und Stiefel mit Absätzen. Auch Werner sah irgendwie anders aus, aber Martin konnte nicht genau erklären, was er mit sich gemacht hatte. Solange sie im Haus der Bruckners waren trug Doris einen langen, leichten Leinenmantel darüber. Wahrscheinlich sollte ihr Vater nicht sehen, wie sie sich für die Party zurecht gemacht hatte.

Frau Bruckner setzte sie direkt vor Franziskas Haus ab. Die Musik, die nach draußen drang war verhalten. Doris begann auf der Straße stehend an ihren Haaren herum zu zupfen. Damit hielt sie die Jungen solange auf bis der Wagen ihrer Mutter endlich außer Sicht war.

„Das ist zu früh“, sagte sie dann.

Werner nickte und zeigte nach links. Keine zwei Häuser weiter befand sich ein Spielplatz.

„Okay“, sagte Doris und die beiden gingen Richtung Spielplatz.

„Komm schon mit“, rief Werner.

„Ey, nicht schon wieder so eine Scheiße, ja“, rief Martin, den sofort ein ungutes Gefühl beschlich.

„Sei kein Arschloch. Wir wollen nur nicht so früh auf der Party auflaufen.“

Martin traute Doris nicht, ging dann aber trotzdem mit.

Der Spielplatz lag hinter einem kleinen Wall aus Hagebuttensträuchern. Von außen war er nur schlecht einsehbar. Doris und Werner gingen ohne zu überlegen auf ein Klettergerüst aus Holz zu. Sie stiegen auf den überdachten Turm. Die Brüstung ging Martin kaum bis zur Hüfte. Dort setzten sie sich auf den leicht sandigen Holzboden.

„Und jetzt?“ wollte Martin mit mäßiger Neugier wissen.

„Wir warten“, sagte Doris.

Werner hatte ein Feuerzeug hervorgeholt. Martin wußte, dass die beiden hin und wieder rauchten. Aber Werner kokelte nur an einem kleinen Stückchen Dreck herum. Dann kratzte er die leicht verrußte Stelle sauber und ließ das Abgebröckelte vorsichtig auf seine Zigarettenschachtel fallen. Tolle Beschäftigung, dachte Martin und schaute gelangweilt um. Jetzt saßen sie hier auf einem Kinderspielplatz und warteten darauf, dass sie nur nicht die ersten auf der Party waren.

Plötzlich holte Werner ein kleines silbernes Rohr aus der Tasche und zog es auseinander. In das dicke gebogene Vorderende stopfte er einige Teile von dem Dreck. Dann reichte er es Doris, die sich das Rohr in den Mund steckte. Martin erkannte in der Dämmerung, dass es sich um eine Art Pfeife zu handeln schien. Doris zündete den Kopf an und sog den süßlichen riechenden Rauch tief ein.

„Was soll das jetzt wieder?“ fragte Martin verwirrt.

„Reg dich nicht auf, das ist nur Dope“, erklärte Werner. „Völlig harmlos.“

„Ihr spinnt doch“, stellte Martin verärgert fest. Die beiden würden in doch schon wieder in die Scheiße reiten.

„Hör mal, wenn du uns verpfeifst …“

„Macht er nicht“, sagte Werner und stopfte den nächsten Kopf. „Hier!“

Martin zögerte die Pfeife zu nehmen.

„Mach schon“, drängte Doris, „das ist wirklich gut.“

Einige in der Schule schienen dieses Zeug zu rauchen und Martins Neugier siegte letztendlich. Er sah noch einmal zu Doris hinüber. Es schien ihr nichts ausgemacht zu haben, dann setzte er die Pfeife an und zog. Er konnte den Rauch nur ganz kurz drin behalten. Dann spuckte seine Lunge die ungewohnte Gasmischung wieder aus. Das Husten kam nicht nur aus der Lunge, auch sein ganzer Hals brannte fürchterlich. Die Geschwister lachten, und als Martin endlich der drohenden Erstickung entgangen war, hielt Werner ihm schon die nächste Ladung hin. Martin winkte ab, aber Werner sagte, dass es keinen Sinn machte, wenn er jetzt aufhörte. Beim nächsten Mal hustete er schon etwas weniger und beim dritten Mal konnte er den Rauch sogar einige Zeit innehalten.

Martin lehnte sich zurück, bislang war ihm nur schwindelig von dem Husten. Er schien eine Ewigkeit auf irgendeine Wirkung gewartet zu haben und nichts war geschehen. Alles war ganz normal. Werner hatte den Kopf an der Balustrade angelehnt und starrte in den Himmel.

„Irgendwie kann man sehen, wie die Sterne sich bewegen“, behauptete Werner. Doris und Martin legten den Kopf ebenfalls zurück und folgten seinem Blick. Der Himmel hatte einen wunderschönen Verlauf von buttercremeorange bis tiefblau. Wo er tiefblau war konnte man bereits einzelne Sterne sehen. Martin beobachtete sie und musste Werner nach einiger Zeit recht geben. Sie bewegten sich. Wenn man genau hinsah, kamen sie sogar auf einen zu. Martin musste plötzlich kichern.

„Ich glaube einer fällt gerade herunter. Kann sich wohl nicht mehr halten.“

„Joou“, sagte Werner. „Der kommt genau auf uns zu.“

Martin konzentrierte sich. Das stimmte, der eine da drüben kam genau auf sie zugeschossen. „Der dritte von rechts neben dem Baum! Ich sehe ihn auch.“

„Nein der zweite. Der zweite. Der ist viel schneller.“

Martin sah zu dem zweiten hinüber.

„Verdammt ist der schnell.“

„Ehh, die kommen alle auf uns zu“, sagte Doris.

Martin fixierte einen Stern nach dem anderen. Das stimmte. Nach einer Zeit konnte er sehen, wie sie auf ihn zu rasten.

„Das ist beängstigend“, sagte Doris und lehnte ihren Kopf an Martins Schulter.

Jetzt hatte Martin keinen besonderen Stern mehr im Blick. Er betrachtete das All da draußen als ganzes.

„Der Himmel fällt uns auf den Kopf“ sagte Martin. Er hörte, wie Doris leise kicherte und spürte ihre Hand schon wieder da, wo sie nichts zu suchen hatte. Aber sie hatte sie nur dort hingelegt und tat nichts weiter. Martin fand den Himmel zu faszinierend und störte sich nicht an Doris, die dafür keinen Blick zu haben schien. Außerdem fühlte er sich wohl. Einfach wohl und zufrieden.

„Warp 9!“ rief Werner plötzlich und macht ein leises Motorsummen nach.

Martin starrte in den Himmel und wirklich, Werner hatte Recht, die Sterne fielen gar nicht herunter, sonst wären sie ja schon da. Nein, nein, sie standen kurz vor der ‚Warp‘ Grenze und rasten durch das All, fernen Galaxien entgegen.

„Es wird Zeit“, sagte Werner plötzlich ganz trocken.

Da hatte er recht. Sie saßen bestimmt schon zwei Stunden hier, statt auf die Party zu gehen.

„Rauchen wir noch einen?“

„Ja!“ sagte Doris sofort.

Martin hatte auch nichts einzuwenden, obwohl er keinerlei Wirkung verspürte, fand er, dass es zumindest nicht schaden könnte.

Die Uhr in der Diele zeigt halb neun. Um acht hatte Frau Bruckner sie abgesetzt.

„Ist nicht so leicht mit der Sommerzeit!“ sagte Martin und zeigte kichernd auf die Uhr.

Franziska schaute ihn verständnislos an. Und Doris machte ein Zeichen mit den Fingern.

„Aha“, grunzte Franziska und schloss die Tür.

Die Party schien noch nicht so richtig in Schwung gekommen zu sein. Einige Leute hinten in den Sitzgarnituren und unterhielten sich. Ansonsten … Da entdeckte Martin die Batterie mit Cola Flaschen … und Chips! Er hatte sich noch nie so sehr nach einem Schluck Cola gesehnt, wie in diesem Moment. Er hätte dem Erfinder von Coca Cola sofort die Füße küssen können. Martin kicherte sinnlos, weil ihm in den Sinn kam wem er statt dessen die Füße geküsst hatte. Er scherte sich gar nicht erst um die Pappbecher, sondern nahm gleich eine ganze Flasche und eine volle Schale Knabberzeug mit in eine Ecke. Er konnte wirklich nicht genug kriegen von dem Zeug und kümmerte sich vorerst um nichts anderes mehr.

Irgendwann saß plötzlich Franziska neben ihm.

„Hast ja einen gesunden Appetit“, sagte sie. „Aber es gibt auch noch was richtiges zu essen. Kartoffelsalat und Frikadellen, Sala…“

„Kartoffelsalat!“

Martin sprang auf und stürmte in die Küche. Kartoffelsalat war jetzt genau das richtige. Er hätte dem Erfinder von Kartoffelsalat die F... Schon wieder kicherte er. Das wurde noch zur Manie.

„Kann den mal einer vom Freß-Flash runterholen“, rief jemand.

„Willst du noch was rauchen?“ fragte Franziska, die ihm nachgekommen war und ihm einen Teller hinhielt.

Martin hörte auf, den Kartoffelsalat direkt aus der Schale zu naschen.

„Ja klar. Rauchen ist cool“, sagte Martin unkonzentriert.

„Dann komm mit“, sagte Franziska und stellte den Teller zurück. Bevor er ihr jedoch folgte, packte er sich vorsorglich den abgestellten Teller voll. Man wußte ja nie, ob später noch etwas da war, von dem köstlichen Zeugs.

Ihr Zimmer im oberen Stock, bestand nur aus einem gusseisernen Bett, einem alten Kiefernschrank und etlichen Postern an der Wand. Als Dekoration hatte sie ihre Anziehsachen überall zerstreut und ein rotes Tuch über eine Stehlampe aus den fünfziger Jahren gehängt. Martin schmiss einen Pullover vom Bett auf Fußboden und ließ sich darauf fallen und naschte weiter von seinem Kartoffelsalat. Franziska setzte sich neben ihn und begann Zigarettenblättchen zusammenzukleben. Sie sagte nie viel und so saßen sie schweigend und kauend auf dem Bett. Martin sah ihr beim Bau der Tüte zu. Franziska trug gerne weite lange Röcke. Ihre dunkelblonden Haare hatte sie meist zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und mit zwölf hatte sie eine Auszeichnung für ihr Violinenspiel an der Musikhochschule erhalten. Franziska war Geigerin. Sie kam viel rum, weil sie in einem Jugendorchester spielte und oft auf Tournee ging. Das war eigentlich alles, was es über Franziska zu sagen gab.

Endlich war der Joint fertig und wurde geraucht.

„Freut mich ehrlich, dass du gekommen bist“, sagte Franziska zwischen zwei Zügen und reichte im die Rolle weiter.

Martin musste wieder husten. Die Mischung mit dem Tabak, machte das Rauchen noch schwerer.

„Ja“, sagte er nach einer heftigen Hustenattacke.

„Ehrlich. Hätte nicht gedacht, dass du kommst“, sagte Franziska noch einmal.

„Ja.“ Was ritt sie denn so auf diesem ‚ehrlich‘ herum?

„In letzter Zeit sieht man dich kaum noch.“

„Hmm“, brummte Martin und hatte andere Sachen im Kopf, als sich um Franziskas Gerede zu kümmern. Sein Blick fiel auf den Teller mit dem Rest Kartoffelsalat, den er auf dem Fußboden neben dem Sofa abgestellt hatte. Ach, er war jetzt nicht in Lage sich vorzubeugen und ihn aufzuheben. Er wäre jetzt man an der Zeit, dass dieses Zeug endlich mal eine Wirkung zeigte. So langsam wurde Martin ungeduldig. In seinen Gliedern setzte ein kurzes nervöses Kribbeln ein.

„Du rauchst nicht oft, nicht?“

„Nein“, entgegnete Martin einsilbig und begann sich unmotiviert am Hals zu kratzen. Mitten in der Bewegung hielt er inne und stellte fest, dass es überhaupt keinen Grund gab sich am Hals zu kratzen.

„Ich eigentlich auch nicht“, sagte Franziska und erdrückte den halben Joint im Aschenbecher. Dann sah sie ihn erwartungsvoll an. Offensichtlich verspürte sie auch keine Wirkung. Martin wurde müde. Es war zu schummerig hier und er hätte sich sofort hinlegen und schlafen können. Also machte er es sich bequem. Sie rückte ein Stück näher. Nach einigen Minuten hatte sie den Kopf an seine Schulter gelehnt, genau wie Doris vorhin. Das Zeug schien auf Frauen tatsächlich zu wirken. Ihr Kopf schien zu schwer für ihre Schultern zu werden. Martin kicherte. Franziska auch. Unten dröhnte die Musik. Jemand hatte Boney M. aufgelegt.

„Lass uns tanzen!“ rief Franziska.

„Tanzen?“

„Ja, tanzen.“

Franziska war aufgesprungen und zog an Martins Arm. Sie wollte nach unten.

Im Wohnzimmer der Eltern hüpften eine Menge Leute laut kreischend zu Musik aus den 70ern auf und ab. Martin gewöhnte sich bald an die rhythmischen Bewegungen und sie begannen ihm Spaß zu machen. Nach einer halben Stunde war er in Schweiß gebadet. Die Musik wurde ruhiger, und Franziska hing um seinen Hals. Er sah sich nach Doris und Werner um. War es nicht bald Zeit zu gehen. Die beiden waren nirgends zu sehen.

„Wie spät ist es?“

„Zehn vor elf“, antwortete Franziska. „Warum?“

„Um zwölf muss ich zuhause sein.“

„Ehrlich?“

„Ja, ehrlich!“ antwortete Martin und amüsierte sich über das erneute ehrlich.

Franziska schien sich eine Spur enger an ihn zu schmiegen. Martin hatte Schwierigkeiten, ihr nicht auf die Füße zu treten oder mit seinem Knie ihre Kniescheibe zu treffen. Sie sah zu ihn hoch und zog seinen Hals leicht hinunter und küsste ihn. Erst leicht auf den Mund, dann intensiver, bis sie er ihre Zunge spürte. Das war angenehm. Seine Ohren wurden lang wie die von Spock und begannen zu glühen.

„Lass uns hoch gehen, wir müssen uns unterhalten“, sagte sie und löste sich von ihm.

Martin hatte wenig Lust, sich zu unterhalten. Er wollte hier inmitten der Musik stehen bleiben und weiter küssen. Doch Franziska zog ihn mit sich. Sie schloss die Tür ihres Zimmer und Martin setzte sich wieder aufs Bett. Er fühlte sich völlig fehl am Platz. Er hatte null Bock sich jetzt zu unterhalten. Aber da war ja immer noch ein Rest Kartoffelsalat. Franziska stand vor dem Bett und zog mit einem Schwung ihr T-Shirt über den Kopf. Sie hatte kleine runde Brüste mit tiefroten Brustwarzen, die weit vorstanden. Martin schaute hypnotisiert. Sie stand nur einige Sekunden so vor ihm, dann ließ sie sich nach vorne auf ihn fallen und sie begannen wieder zu knutschen. Martin wurde heiß. Sie befreite auch ihn von seinem T-Shirt. Die Brüste fühlten sich weich, aber auch irgendwie prall an. Martin betastete sie rundherum, dann küsste er vorsichtig ihre Brustwarzen. Das schien sie gut zu finden. Sie atmete schwer durch den offenen Mund. Sofort zog sie ihn wieder an sich, und das Knutschen ging von neuem los. Martins Erregung schmerzte in der harten Jeans. Sie fasste ihn aber nicht an, nicht wie Doris. Martins Hose schien sie nicht weiter zu kümmern. Ihr Rock war ein wenig hoch gerutscht und Martin begann ihre Beine bis hinauf zum Oberschenkel zu streicheln. Er öffnete den Reißverschluss seiner Jeans und befreit sein Glied aus dem engen Gefängnis. Er hatte das nicht getan, damit sie sich darum kümmerte, sondern um die Schmerzen zu lindern.

Franziska hatte das Knutschen unterbrochen. Sie schaute hinunter zu seiner Hose, hielt ihn aber weiter in dem Arm. Dann küsste sie ihn wieder und ihre Hände strichen über sein Glied und umschlossen es mit sanftem Druck. Das war weit angenehmer, als wenn Doris das tat. Seine Hände fuhren ihren Oberschenkel hinauf bis zum Saum ihres Höschens. Martin wollte jetzt wissen, wie sich das bei Frauen anfühlte. Er versuchte seine Hand hinein zu schieben, da zuckte Franziska zurück und flüsterte leise „Nein“. Martin ließ seine Hand, wo sie war. Auf ihrem Bauch. Er verstand nicht recht was sie jetzt meinte, aber schon küsste sie ihn weiter. Martin versuchte es erneut, vielleicht war es vorhin irgendwie zu früh gewesen.

Wieder sagte sie nein. Sie wollte ihn weiter küssen. Doch das machte ihm plötzlich nicht mehr den gleichen Spaß.

„Das geht nicht“, versuchte sie ihm zu erklären, als sie merkte, dass er nicht mehr bei Sache war. „Das will ich noch nicht.“

Martin versuchte das zu verstehen und forschte in ihrem Gesicht nach einer Erklärung. Ihr Blick war eigenwillig glasig, aber erklärte nichts.

Vor der Tür rumpelte es. Jemand kicherte. Es war Doris Stimme. Dann wurde die Tür aufgerissen. Franziska reagierte schneller als er und hatte eine Decke über sich geworfen.
„Sieh mal an! Unser Unschuldslamm.“ Sie schloss die Tür wieder, kam zum Bett und ließ auf dem Rand nieder.

„Sehr schön! Zieh dich an. Wir müssen nach Hause. Ich hab keine Lust, deinetwegen Hausarrest zu bekommen.“

„Geh raus, Doris. Und mach die Tür von außen zu“, rief Franziska.

„Ach Gott. Seinen Pimmel habe ich schon öfter gesehen als du“, keifte Doris. Sie stand auf und riss mit aller Gewalt die Decke weg. Martin hatte inzwischen seine Hose geschlossen, stand auf und zog sein T-Shirt über. Franziska war ebenfalls aufgestanden. Wie gesagt, sie war mehr ein stiller Typ. Es gab auch nur ein dezentes Klatschen, als sie Doris eine Ohrfeige verpasste.

Doris schrie und holte ebenfalls aus. Doch Martin bezog zwischen den beiden Stellung, obwohl er es gerne gesehen hätte, wenn Franziska ihr noch ein paar gescheuert hätte.

„Hört auf!“

Doris kochte vor Wut. Franziska war ganz ruhig.

„Geh schon vor. Ich komme sofort nach.“

„Blöde Kuh.“

„Tut mir leid“, sagte Martin, als Doris das Zimmer verlassen hatte.

Franziska stand immer noch mit bloßem Oberkörper vor ihm, sie küsste ihn noch einmal und sagte: „Vergiss es, ich höre nicht auf ihr eifersüchtiges Geschwätz.“

Martin überlegte, ob er dazu noch etwas sagen sollte.

„Wir sehen uns in der Schule, ja?“

Martin nickte, natürlich würden sie sich in der Schule sehen, schließlich waren sie in derselben Jahrgangsstufe.

Für den Rückweg brauchten sie gute 15 Minuten. Werner schwieg die ganze Zeit. Doris beschimpfte Franziska und machte Martin Vorwürfe, weil er sich mit so einer eingelassen hätte. Die ganze Geschichte nervte Martin. Erstens war er sauer auf Doris. Was ging der ganze Kram sie an. Dann wußte er nicht, was das mit Franziska sollte. Irgendwie reizte sie ihn, andererseits auch wieder nicht. Und dann war da noch die Tatsache, dass Franziska ihn dazu gebracht hatte, etwas von ihr zu wollen, was sie ihm dann nicht erlaubt hatte. Das ärgerte ihn besonders. Er fühlte sich irgendwie verarscht. Das einzige wirklich angenehme an diesem Abend waren die Sterne und auf die konzentrierte er sich für den Rest des Heimweges.