Kapitel 16

Kellerkinder

Nach einigen Wochen war es wieder einmal an der Zeit, dass Martins Mutter auf Fortbildungsreise musste. Ein weiteres Wochenende bei den Bruckners stand an, und es gab nichts, worauf Martin sich diesbezüglich freuen. Doch etwas war da. Die Magazine in Frau Bruckner Schublade. Sie gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf und die Aussicht, vielleicht noch einmal einen längeren Blick darauf werfen zu können, machte ihm das kommende Wochenende einigermaßen erträglich. Es war seltsam, die gesamte Familie Bruckner schien ihm aus dem Weg zu gehen. Freitag nach der Schule warteten weder Werner noch Doris auf ihn. Als er bei den Bruckners klingelte, waren die beiden anscheinend schon zum Schwimmen gefahren. Das war ihm eigentlich ganz recht, denn so konnte jeder weiteren unangenehmen Situation aus dem Weg gehen. Selbst Herr Bruckner war nirgends zu sehen und Frau Bruckner musste einkaufen. So kam es, dass Martin gleich am späten Freitag Nachmittag allein im Haus der Bruckners war. Er zögerte nicht lange, sondern schlich vorsichtig aus Werners Zimmer hinüber ins Schlafzimmer der Bruckners. Dort öffnete er den Schrank. Die Hefte waren noch in der Schublade. Schon auf der ersten Seite verspürte Martin den Ansatz einer Erektion. Es war klar, die Erektion ging von den Bildern aus. Martin blätterte die Seiten flüchtig durch. Seine Angst erwischt zu werden trieb ihn dazu, die Heftchen bald wieder in der Schublade verschwinden zu lassen und sich in Werners Zimmer zurück zu ziehen.

Er überlegte, ob er jetzt onanieren sollte. Entschied sich aber dagegen. In einem fremden Haus und jederzeit könnte jemand kommen. Er schaltete den Fernseher ein und sah sich eine Folge von Star Trek an. Die Erektion ließ nach. In der ersten Werbepause schlich er wieder hinüber und betrachtete nochmals die Hefte. Schuld an seiner Erektion war nicht er selbst, sondern der Anblick der Posen und Geschlechtsteile dieser Leute. Es schien feste Regeln zu geben. Man war nicht wirklich dafür verantwortlich. Wenn Menschen sich in bestimmter Art und Weise darstellten, bekam man eine Erektion. Es lief darauf hinaus, dass die anderen die Schuld an seiner Erektion hatten. Sie provozierten diese körperliche Reaktion. Dieser Teil seines Körpers unterlag nicht wirklich seiner Kontrolle. Es blieb nur noch zu klären, ob sie das mit Absicht taten. In dem Heft ganz sicher. Aber in den anderen Fällen?

Martin verzog sich wieder zu seiner Folge von Star Trek. Kurz vor Ende der Serie kamen Werner und Doris nach Hause. Werner setzte sich eine Zeit lang zu Martin und sah sich das Ende von Star Trek mit an. Dann schaltete er den Fernseher aus und sagte.

„Komm mit, ich muss dir was zeigen.“

Sie gingen hinunter in den Keller. Auf der Waschmaschine saß Doris und schien auf sie gewartet zu haben.

„Na endlich!“ rief sie und sprang herunter.

In dem Kellerraum neben dem Waschraum standen einige Vorratsregale und eine Tür führte nach draußen in den Garten. Doris schloss sie auf. Dann drehte sie sich um. Werner stand unmittelbar hinter Martin.

„Was fällt dir eigentlich ein“, schrie Doris in einigermaßen gedämpfter Lautstärke. „Du gehst uns aus dem Weg. Willst wohl nichts mehr mit uns zu tun haben, ja?“

„Was?“ regte sich jetzt auch Martin auf. „Ihr habt doch kein Wort mehr mit mir gesprochen seit, … seit …“ Martin stockte. Wie sollte er das benennen.

„Seit was?“

„Seit diesem Abend“, zog sich Martin geschickt aus der Affäre.

„Ich dachte, du wärest unser Freund!“

„Was hat das denn damit zu tun?“

„Unter Freunden hat man keine Geheimnisse?“ stellte Doris klar.

„Ich habe keine Geheimnisse. Was soll denn das jetzt wieder?“

„Bist du unser Freund oder nicht?“ wollte Doris jetzt endlich wissen.

„Natürlich.“

„Also!“ rief sie und hatte flott wieder ihr kleines Büchlein aus der Tasche gezogen.

„Nein“, sagte Martin nüchtern. „Nicht schon wieder, dass ist doch alles totaler Blödsinn!“

„Entweder du bist wie all die anderen, oder du bist unser Freund. Dann gehört auch dazu, dass wir alles teilen“, stellte Doris kategorisch fest.

Martin seufzte. Er fand dieses Messen einfach lächerlich und hatte keine große Lust dazu. Aber, wenn sie dann alle wieder befreundet waren. „Okay, aber mach schnell, ja.“

Werner fingerte plötzlich an seiner Hose herum und hatte sie ihm kurz drauf ausgezogen. Die Unterhose zog Martin lieber selber runter. Schon war Doris mit dem Maßband an ihm zu Gange.

„13,4 und 4,0, 4,1. Und …“ Sie hielt sein Glied so lange fest bis sich ganz aufgerichtet hatte. „18,6 und 5,1“ Doris notierte die Zahlen.

„Und Werner?“ fragte Martin, ohne wirkliche Neugier.

„Den habe ich heute morgen schon vermessen“, sagte Doris so ernst, als ob es sich dabei wirklich um lebensrettendes, wissenschaftliches Experiment handelte.

Martin lachte und wollte seine Unterhose wieder hochziehen. Doch Doris riss sie ihm aus der Hand und ganz hinunter. Sie begann mit der rechten sein Glied fest zu umfassen und langsam auf und ab zu reiben.

„Wir müssen noch die Samenmenge bestimmen“, sagte sie sehr leise. Es war eigentlich mehr ein krächzen.

„Jetzt hör aber auf!“ Martin wollte nach ihrer Hand greifen, doch Werner hielt ihn an beiden Armen fest.

„Lass sie!“ zischte er, und es klang nicht besonders freundlich.

„Werner! Was soll das denn jetzt wieder?“

Doris war in ihre Aufgabe vertieft und brummte etwas abwesend: „Danach gehörst du dann auch richtig zu uns.“

Martin überlegte noch, ob er sie das wirklich machen lassen wollte, als oben die Kellertür zuschlug. Während Martin das Geräusch noch richtig einzuordnen versuchte, waren die beiden Geschwister bereits auf dem Weg zur Hintertür hinaus. Martin versuchte ihnen folgen und sich während des Laufens die Hose hoch zu ziehen. Aber er stolperte und fiel. Sein Kopf schlug mit der Schläfe an der Türkante auf. Er wurde nicht ohnmächtig, aber ihm fehlte doch kurzzeitig etwas die Orientierung.

„Ach du meine Güte“, hörte er Frau Bruckner von irgendwo rufen. Er konnte nicht genau erkennen, wo sie war. Irgend etwas war ihm ins Auge gelaufen. Zwei starke Arme griffen nach ihm und drückten ihn zu Boden. Martin hätte am liebsten laut geschrieen. Warum musste es denn immer nur ihn erwischen? Das konnte doch nicht wahr sein. Schon wieder ertappte Frau Bruckner ihn bei etwas, dass verdächtig nach onanieren aussah und die Bruckner Kinder waren natürlich nirgends zu sehen. Wenn das so weiterging, würde es ihm irgendwann wohl nicht mal mehr peinlich sein. Spätestens dann würde er wohl ärztliche Hilfe brauchen.

„Bleib bloß liegen, Junge!“ herrschte Frau Bruckner ihn an. „Du hast dir ganz schön den Kopf gestoßen.“ Dann drückte sie ihm etwas auf die schmerzende Stelle an der Stirn. „Das sieht übel aus. Hört gar nicht auf zu bluten. Blieb ja liegen!“ befahl sie noch einmal.

Martin hatte auch gar nicht vor aufzustehen. Am liebsten wäre er hier einfach liegen geblieben und achselzuckend in Koma gefallen. Seine Hand fischte nach der Hose. Sie schien weg zu sein. Martin hätte schon wieder schreien können. Weniger vor Schmerz, als vor Wut, dass Frau Bruckner ihn erneut so im Keller vorfand.

„Nimm die Hand da weg, du schmierst ja alles voll Blut. Halt lieber das hier fest“, kommandierte sie in einem fürsorglichen Ton. Sie drückte seine Hand auf den Stofflappen an seinem Kopf.

Seine Hose hatte sie längst mit geübter Hand hochgezogen.

„Das ist ja wirklich ein dickes Ding!“ rief sie. „Ich glaube das muss genäht werden.“

Vorsichtig half sie ihm aufzustehen. „Geht’s? Kannst du stehen?“

Martin nickte. Das war keine gute Idee, denn ihm wurde sofort schwarz vor Augen. Dann begannen kleine, farbig leuchtende Sterne durch die Finsternis zu hüpfen.

„Ganz langsam!“ sagte Frau Bruckner mit besorgter Stimme und hielt ihn mit kräftigen Armen fest. „Ich bringe dich jetzt ins Krankenhaus. Dann werden wir weitersehen.“

Sie stützte Martin während sie sich Stufe für Stufe direkt die Hintertreppe zur Garage hoch arbeiteten. Dann setzte sie ihn vorsichtig ins Auto und brachte ihn auf die Unfallstation.

Sieben Stiche waren nötig die kleine Platzwunde an der Schläfe zu nähen. Der Arzt riet ihm, heute alles etwas ruhiger angehen zu lassen, da der Blutverlust nicht gerade unerheblich gewesen war.

Frau Bruckner schien diese Sache wirklich sehr ernst zu nehmen. Schließlich war ja sie verantwortlich für Martin und musste seiner Mutter womöglich lang und breit erklären, wie es zu dieser Platzwunde gekommen war.

Der Rest der Familie Bruckner saß bereits am Tisch, als Frau Bruckner mit Martin nach Hause kam. Sie trug ihren Kindern auf, sich um den Vater und das Geschirr zu kümmern. Sie selbst hätte jede Menge damit zu tun jetzt erst einmal Martin zu versorgen. Sie schleppte Martin gleich ins Bad und begann ihm die Sachen auszuziehen. Martin wehrte ab.

„Das kann ich schon allein.“

„Hör mal zu junger Mann, ich werde nicht zulassen, dass du in meinem Badezimmer ohnmächtig wirst, noch mal mit dem Kopf aufschlägst und ich deiner Mutter ein totes Kind zurückbringen muss.“ Frau Bruckner machte ihm ziemlich deutlich, dass sie in diesem Fall keinerlei Widerspruch duldete.

„Aber …“

„Kein aber! Du bist voller Blut, das muss abgewaschen werden. Gründlich. Glaub bloß nicht, dass ich noch nie einen nackten Jungen gesehen oder gebadet hab. Darin habe ich reichlich Übung. Das kannst du mir wohl glauben.“

Inzwischen stand Martin zum dritten Mal nackt vor ihr und auf das Abschrubben kam es jetzt auch nicht mehr an. Zumal ihm gerade in diesem Moment tatsächlich wieder leicht schwarz vor Augen wurde.

Er hockte sich also folgsam in die Badewanne und ließ sich mit einem kräftigen, warmen Wasserstrahl abbrausen.

„Mist!“ rief Bruckner. Sie stellte das Wasser ab und wischte sich einige Tropfen aus dem Gesicht. „Meine gute Bluse wird ganz nass.“

Sekunden später hatte sie die Bluse sauber zusammengefaltet und beiseite gelegt. Das Wasser floss wieder und mit einem Waschlappen bewaffnet schrubbte sie Martins Oberkörper ab. Dabei wogten zentnerschwere, nur von weißer Spitze getragene Brüste vor seinen Augenwinkeln auf und ab. Martin schloss die Augen. Aber er fühlte gleich, dass es zu spät war. Er sah die Brüste selbst mit geschlossenen Augen vor sich. Und zwar genauso real wie mit offenen Augen. Da war gar kein Unterschied. Schon wurde ihm wieder schwindelig. Wahrscheinlich deshalb, weil sich das eh schon knappe Blut dort versammelt, wo es momentan am wenigsten gebraucht wurde.

Das hatte wohl auch Frau Bruckner bemerkt und der Wasserstrahl, der seinen Kreislauf nun vollends in Wallung brachte, schien direkt aus dem Eismeer importiert zu sein.
„Ich habe dir ja gesagt, du sollst kalt duschen“, rief sie, als er laut stöhnte, weil er mit kalten Wasser nicht gerechnet hatte. „Du bist wirklich ein schlimmer Finger. Das reicht ja wohl für heute. Glaub jetzt bloß nicht, dass ich deswegen meine beste Bluse ruiniere“, sagte sie und schaltete das Wasser ab. Sie warf Martin ein Handtuch über. „Abtrocknen kannst du dich wohl selbst. Ich bleibe hier, falls etwas ist.“

Frau Bruckner grinste breit und machte sich daran vor dem Spiegel ihren BH umständlich zurechtzurücken, bevor sie ihre Bluse wieder überzog. Martin versuchte, sie nicht dabei zu beobachten, sondern sich auf das Abtrocknen zu konzentrieren. Doch sein Blick streifte immer wieder unruhig zu dem Spiegel und zurück. Sie beobachtete genau, was er tat, und Martin lief rot an. Das konnte er sogar in dem Spiegelbild der hellblauen Kacheln erahnen.

„Fertig“ sagte Martin und hoffte sie würde jetzt gehen.

Aber Frau Bruckner nahm ihm das Handtuch ab und half ihm aus der Wanne. Martin glaubte auf ihren vorwurfsvollen Blick etwas entgegnen zu müssen.

„Kaltes Wasser hilft auch nicht immer“, sagte er entschuldigend.

„Na ja“, brummte Frau Bruckner. Sie holte ihm einen Schlafanzug aus Werners Zimmer und half ihm auch beim Anziehen. „So, jetzt legst du dich ganz brav ins Bett und dann bringe ich dir etwas zu essen. Eine heiße Brühe wird dir gut tun, denke ich.“

Martin wollte auf dem Flur in Werners Zimmer abbiegen, aber Frau Bruckner hielt ihn sanft zurück.

„Darüber hatten wir doch schon gesprochen. Du glaubst wohl nicht, dass ich dich hier nachts herumgeistern lasse. Und heute Nacht schon gar nicht. Mit einer genähten Platzwunde am Kopf! Du bleibst schön bei mir im Zimmer, wo ich dich im Auge habe“, sagte sie und schob ihn ohne Widerrede in ihr Zimmer.

Eine gute Stunde später kam Frau Bruckner mit einem Tablett und brachte außer heißer Suppe, etliche belegte Brote, geräucherte Forellenfilets und Tee. Das war weit mehr als Martin selbst bei größtem Hunger hätte vertilgen können. Schnell wurde ihm klar, dass dies auch gar nicht alles für ihn gedacht war. Vor dem kleinen Fernseher wurde es recht gemütlich. Mit all dem guten Essen, neben Frau Bruckner, die als das Tablett leer war, fragte, ob er, zu den Straßen von St. Francisco, auch noch eine Portion Eis haben wollte, fühlte er sich bald ziemlich wohl.

Nachdem sie auch noch den Rest einer uralten Folge von Quincy gesehen hatten, stand Frau Bruckner auf und verschwand im Bad. Auf dem Rückweg hatte sie noch einmal nach Doris und Werner gesehen.

„Alles ruhig“, sagte sie als, sie die Tür hinter sich schloss und verriegelte.

„Zeit zum Schlafen.“

„Mmhm“, stimmte Martin zu, obwohl er nicht sicher war, dass dies als Frage gemeint war. Eigentlich war es für ihn noch etwas zu früh.

Zum zweiten Mal zog Frau Bruckner ihre Bluse aus und dann den Rock. Sie trug einen ähnlichen Miedergürtel mit Strümpfen, wie Doris ihn damals Martin aufgezwungen hatte. Nur bei ihr saß er natürlich straff und sah irgendwie besser aus. Im Spiegel des Schlafzimmerschrankes sah Martin, dass Frau Bruckner sich über irgendwas zu amüsieren schien.

„Pustekuchen“ sagte sie. Martin verstand nicht genau, worauf sich das bezog. Jedenfalls zog sie ein langes, geblümtes Nachthemd hervor und streifte es über. Dann entfernte sie unter wahrhaft akrobatischen Verrenkungen den BH, und die restlichen Wäscheteile. Sie legte alles ordentlich auf dem Stuhl zusammen und grinste immer noch breit, als sie das Licht ausschaltete.

Das Bett war einfach nicht geeignet für Frau Bruckner und noch etwas, was neben ihr lag. Nicht mal ein Dackel hätte hier bequem Platz gehabt. Ihr breiter Rücken schien ihn Stück für Stück aus dem Bett zu drängen. Zu guter letzt lag er kerzengerade nach außen gewandt direkt auf der Bettkante. Ein Bein hing bereits leicht über den Rand. Er überlegte, ob er etwas sagen sollte. Vielleicht könnte sie wenigstens noch ein kleines Stück auf die andere Seite rücken. Dann versuchte er es lieber indem er ein wenig dagegen drückte. Das brachte tatsächlich ein paar Zentimeter, aber gleich darauf lag er wieder an der Kante. So konnte er die Beine nicht anziehen. So konnte er nicht schlafen. Und jetzt schnarchte Frau Bruckner auch schon wieder. Vorsichtig drehte Martin sich um. So konnte er wenigstens die Beine anziehen. Aber er musste seinen Penis mit der Hand abdecken. Frau Bruckner lag einfach viel zu dicht an ihm. Kaum hatte er sich da unten aber berührt, begann das Mistding auch schon wieder zu wachsen.

Martin wollte sich gerade umdrehen, als Frau Bruckner um einige Zentimeter abrückte. Er blieb still liegen, aber das war’s. Martin rutschte ein Stück tiefer, da war mehr Platz. Nun hätte er sogar sein Glied loslassen können, aber er wußte kaum wohin mit der Hand. Inzwischen war es zu voller Größe hart geschwollen und berührte mit der Spitze gerade den Oberschenkel von Frau Bruckner.

Martin verharrte in dieser Position. So hätte es gehen können, aber auf einmal bemerkte Martin, was es für ein angenehmes Gefühl war, wenn seine Penisspitze sich einige Millimeter an dem Bein rieb. Martin lauschte. Frau Bruckner schnarchte. Was störte, waren die Knöpfe an der Schlafanzughose. Martin wußte, dass er sich jetzt wieder in Teufelsküche reiten würde. Aber was sollte ihm das schon noch ausmachen und er spürte, dass er sowieso nicht widerstehen konnte. Vorsichtig öffnete er Knopfleiste und ließ sein Glied ins Freie. Sie schnarchte noch immer. Außerdem war sie selbst schuld. Schließlich hatte sie ihn irgendwie, in diese Lage gebracht. Langsam steuerte seine Hand das Glied sanft am Stoff des Nachthemdes auf und ab. Der Stoff war weich und glatt. Martin macht eine Pause. Er hatte Angst, dass er Flecken hinterlassen würde, die ihn verrieten.

Martin sah die technischen Zeichnungen in seinen Büchern und die leibhaftigen Darstellungen dazu aus den Heften vor sich. Ihm wurde schwindelig. Der drohende Kreislaufabgang oder seine Gedanken, begannen ihn zu erschrecken. Der Strudel zog ihn fort, es war jetzt nicht aufzuhalten.

Seine Hand dirigiert den Stab in Richtung des Spalts den ihr Beine bildeten. Dort presste er ihn leicht hinein. Nichts geschah. Martin liefen bereits kleine Schweißtropfen von der Stirn. Er rückte ein Stück höher, nun war sein Glied genau unterhalb ihres Hinterns. Hier irgendwo musste es sein. Was, wenn er es gefunden hatte? Er dachte lieber nicht weiter. Millimeterweise presste er sein Glied vorwärts zwischen ihre Backen. Dann wurde der Widerstand größer. Langsam drückte er weiter.

Frau Bruckner grunzte und machte mit dem Becken einen kleinen Satz nach vorn.

Martin lauschte. Schon schnarchte sie wieder. Wieder pirschte er sich heran. Wieder grunzte Frau Bruckner und schnarchte. Das Spiel begann Spaß zu machen. Dreimal grunzte Frau Bruckner noch. Dann hatte Martin auf alle Fälle genug Platz zum schlafen. Er zögerte, ob er es jetzt nicht gut sein lassen solle. Aber um den Platz ging es ihm ja gar nicht mehr. Erneut drückte er sein Glied gegen den unteren Teil ihres Hinterns. Wieder grunzte Frau Bruckner, konnte ab wohl nicht weiter rücken. Statt dessen hatten sich ihre Beine kurz geöffnet und sofort wieder geschlossen. Martin hielt die Luft an, Frau Bruckner atmete rasselnd aus. Sie schlief noch, aber Martins Glied klemmte zwischen ihren Beinen fest. Er zog es leicht zurück. Es ging. Er hätte es wieder raus ziehen können. Statt dessen aber schob er es wieder weiter zwischen ihre Schenkel. Da blieben gut drei Zentimeter Bewegungsfreiheit. Rein und raus, jedes mal scheuerte der Stoff des Nachthemdes über die Peniskuppe. Nach ein paar mehr Bewegungen war es ihm egal, ob er Flecken hinterließ oder nicht. Seine Hand berührte ihren kräftigen Oberschenkel. Jetzt war es ihm auch egal, ob sie aufwachen würde. Er zog den Oberschenkel fest an sich heran. Wenn sie jetzt aufwachte würde er trotzdem, … Aber sie war nicht aufgewacht. Sie hatte nur wieder gegrunzt. Schnell zog er seinen Penis zurück. Er wollte ihn in die Hose stopfen. Da grunzte sie schon wieder. Sie schnarchte nicht mehr. Plötzlich drehte sie sich herum auf andere Seite und begrub seinen Kopf fast mit ihrer Brust.

Martin schrie unvorsichtiger Weise auf, da sie seine Naht getroffen hatte.

„Was ist? Kannst du nicht einschlafen?“ fragte Frau Bruckner schläfrig.

Martin rollte sich schnell auf die andere Seite. Seine Schläfe pochte, aber das war nicht wichtig. Er musste nur seinen Pimmel wegstopfen und hoffen, dass sie die Feuchtigkeit nicht bemerkte.

„Doch“, versicherte er leise.

„Gut“, erwiderte sie, wobei das ‚t‘ schon wieder konturlos in ein Schnarchen überzugehen schien.

„Geht es dir heute besser“, fragte Frau Bruckner, als Martin sehr spät am Morgen in die Küche kam. Die anderen hatten schon gefrühstückt und waren an den Baggersee gefahren. Martin befühlte seinen Kopf und sagte: „Alles wieder in Ordnung, denke ich.“

„Gut, Doris und Werner sind schwimmen gefahren. Ich glaube nicht, dass es klug wäre, mit der Wunde ins Wasser zu gehen, oder?“ Frau Bruckner holte die Butter aus dem Eisschrank und stellte sie ihm hin.

„Ich wollte jetzt gleich eine Freundin besuchen fahren. Wenn du aber lieber nicht allein bleiben möchtest?“

„Nein, nein. Es ist wirklich alles in Ordnung.“

„Dann fahre ich also.“ Frau Bruckner nahm die Schürze ab und legte sie beiseite. „Du brauchst nur den Tisch abzuräumen. Wenn du weggehen willst, ich habe die Kellertür aufgelassen. Dann musst du nicht klingeln und kannst wiederkommen, wann du willst. Natürlich vor dem Abendbrot.“

Martin nickte und frühstückte in Ruhe weiter. Frau Bruckner schaute nach einigen Minuten noch einmal rein, sie hatte den geblümten Arbeitskittel gegen ebenso bunt geblümtes leichtes Sommerkleid und einen Strohhut getauscht. Dann war Martin allein. Nicht ganz allein natürlich. Irgendwo im Haus musste noch Herr Bruckner herumgeistern. Wahrscheinlich in Begleitung einer Flasche Sekt und einem Glas Bier. Und ... wahrscheinlich einer Pistole. Martin hatte nicht die geringste Lust, ihn zu treffen. Er beeilte sich mit dem Frühstück und verließ das Haus. Ziellos schlenderte er eine Zeitlang durch den Park hinter der Sparkasse. Dann kaufte er sich ein Eis und setzte sich eine Weile in den Schatten und beobachtete die Leute die vorbeigingen. Sie alle sahen so normal aus. Martin fragte sich, ob sie auch solche Sachen machten, wie er heute nacht mit Frau Bruckner. Und ob sie auch so dachten wie er.

Er sah eine Gruppe Gleichaltriger, die mit einem Frisbee spielten. Früher hatte er auch Frisbee gespielt. Er überlegte, warum er im Moment keine Lust dazu verspürte. Nicht weit von ihm lag eine junge Frau und sonnte sich mit bloßem Oberkörper. Ihre Brüste schienen rechts und links von ihrem Oberkörper rutschen zu wollen. Mit geschlossenen Augen betastete sie fortwährend ihren Bauch, so als wenn sie nach einem Schalter suchen würde. Dann setzte sie sich auf einmal aufrecht hin und begann sich einzucremen. Auch ihre Brüste. Martin erwartete eine Reaktion. Sie war hübsch, aber nichts geschah. Martin starrte auf die Brüste und stellte sich vor, dass er es wäre, der sie eincremte. Aber das reizte ihn auch nicht wirklich. Er stand auf und ging weiter. Diese Sache beunruhigte in zunehmend. Er war sich sicher gewesen, dass ihn allein der Anblick der Brust erregen musste, aber das tat er nicht zuverlässig. Also traf er eine Auswahl. Natürlich ohne es wirklich zu wissen. Er bestimmte also letztlich, was ihn erregte, und damit trug er für seine Erregung schlussendlich doch wieder die Verantwortung.

Es war ein langer Samstag und die Läden waren noch geöffnet. Martin schlenderte durch das einzige wirkliche Kaufhaus der Stadt. Er wollte nichts kaufen. Er wußte einfach nicht wohin. Am Zeitschriftenstand sah nach den Comics und nebenbei in die oberste Reihen mit den Herrenmagazinen. Er ließ seinen Blick entlang der Titelblätter schweifen. Die meisten beeindruckten ihn nicht, aber bei einem Magazin blieb sein Blick hängen. Er wendete sich ab und ging zur Plattenabteilung. Seine Gedanken kreisten um die Tatsache, warum ihn dieses Bild erregte und die anderen nicht, jedenfalls nicht so. Das Bild unterschied sich nicht wesentlich von den anderen. Er sah es vor sich. Die anderen Bilder waren gleich wieder verschwunden. Martin verließ das Kaufhaus und wanderte durch die Einkaufspassage. Er musste herauskriegen, was dieses Bild von den anderen unterschied. Die Suche nach Details wurde überlappt von dem Bild von Frau Bruckner, die vor dem Badezimmerspiegel ihren BH zurecht rückte. Martin spürte, wie dieses Bild alles andere zu verdrängen begann.

Er wischte seine Gedanken mit dem Schweiß von Stirn weg. Es war so, dass man einfach einige Frauen hübscher fand als andere. Sofort sah er wieder Frau Bruckner vor sich. Nein, das konnte nicht sein. Er fand Frau Bruckner nicht hübscher als die Frau vorhin im Park. Im Gegenteil. Frau Bruckner war alt und dick. Da konnte man wohl kaum von hübsch sprechen. Es musste noch etwas anderes geben. Frau Bruckner hatte es wohl irgendwie provoziert. Es war ihre Schuld. Aber die Frau auf dem Titelblatt vorhin, hatte ihm eindeutig nichts getan. Es war eine Photographie wie jede andere. Sie konnte nicht schuld sein.

Martin drehte sich im Kreis. Inzwischen war er auch wieder in dem kleinen Park gelandet. Er beschloss nach Hause zu gehen. Zu sich nach Hause. Schließlich hatte er einen Schlüssel.

In seinem Zimmer schlug er die Bücher auf, die seine Mutter ihm gekauft hatte, in der Hoffnung eine Antwort darauf zu finden. Aber er fand keine. Dort stand lediglich, dass jeder seine sexuellen Vorlieben hatte und alles erlaubt sei, was beiden Spaß macht. Was beiden Spaß macht! Hatte es Frau Bruckner Spaß gemacht? Sie wußte es doch gar nicht. Wie war das, wenn einer davon gar nichts wußte? Mit Sicherheit war das nicht okay. Es war alles nicht okay. Martin beschloss die Sache zu vergessen und lieber fernzusehen. Er verbrachte den ganzen Nachmittag vor dem Fernseher. Da musste man wenigstens nicht dauernd nachdenken und wurde mit einer Flut von Bildern versorgt, von denen sich keines wirklich lange einprägte.

Gegen 18 Uhr ging Martin wieder rüber zu den Bruckners, um zu Abend zu essen. Er war etwas zu früh und er half Frau Bruckner beim Auftragen. Dann saßen sie alle am Tisch. Auch Herr Bruckner. Martin war froh, dass Herr Bruckner ihn überhaupt nicht wahrzunehmen schien. Früher mochte er Herrn Bruckner nicht, aber jetzt schämte er sich vor ihm, was seine Abneigung eher noch zu verstärken schien.

„Wie lange dürfen wir heute Abend“, fragte Doris unvermittelt.

Herr Bruckner schaute das erste Mal von seinem Teller auf. Sein Blick traf Martin. Ein Frösteln durchlief Martins Körper. Es war seine erste Begegnung mit dem puren Hass. Herr Bruckner hasste Martin, und er hätte lieber ihn als die Fleischwurst auf seinem Teller in kleine Scheibchen zerschnitten. Martin wußte nur zu gut warum. Seine Blase meldete sich.

„Bis elf, keine Minute später!“ zischte Herr Bruckner und sah dabei immer noch Martin an.

„Oh nein, wir hatten gesagt bis zwölf!“

„Elf“ sagte Herr Bruckner.

„Hermann!“ Frau Bruckner hatte für diese Gelegenheiten einen bestimmten Tonfall. Sie sprach nicht laut, aber es hatte etwas endgültiges.

Herr Bruckner schnitt eine Scheibe Wurst ab. Eigentlich hackte er sie ab.

„Also gut.“ Herr Bruckners Stimme bebte vor Wut. Er schien sich schwer zusammenzureißen. „Aber du! Du lässt die Finger von meiner Tochter, verstanden!“ Herr Bruckner zeigte drohend mit der Messerspitze auf Martin. Dem blieb vor Schreck, ein Stück Brot im Hals stecken.

„Hermann!“ meldete sich Frau wieder. Diesmal eine Tonlage höher.

„Ich sag’s ja nur!“ Herr Bruckner feuerte das Messer auf den Tisch, stand auf und verschwand mit einem Bier aus dem Kühlschrank.

„Ich geh mich umziehen“, sagte Doris und verschwand ebenfalls.

„Kommst du mit?“ fragte Werner.

„Wohin?“

„Zu Franziskas Geburtstag natürlich.“

Den hatte Martin völlig vergessen. Sie hatten in Schule darüber gesprochen, aber Martin hatte zu viele andere Dinge im Kopf gehabt.

„Ich weiß nicht“, antwortete Martin unsicher.

„Wenn es deinem Kopf besser geht, kannst du ruhig gehen“, sagte Frau Bruckner und begann den Tisch abzuräumen.

Da war es wieder. Diese eigenwillige Unsicherheit. Martin dachte einen Moment daran, dass er lieber nicht gegangen wäre. Wenn Frau Bruckner nun gesagt hätte: ‚Du bleibst zuhause, mit deinem Kopf‘ und ‚Ich mache uns ein Eis und wir setzen uns schön vor den Fernseher.‘ Dann hätte Martin damit kein Problem gehabt. Sollte Martin jetzt einfach sagen: ‚Nein ich bleibe hier und esse mit deiner Mutter Chips und Schokolade vorm Fernseher?‘ ‚Und anschließend reibe ich meinen Pimmel an ihrem Bein!‘ schoss es ihm durch den errötenden Kopf.

„Geht schon!“ nahm Frau Bruckner ihm die Entscheidung ab. „Punkt zwölf seid ihr aber wieder hier.“

„Ach Martin“, hielt Frau Bruckner ihn zurück, als Werner hinauf ging um sich umzuziehen. „Du darfst das meinem Mann nicht übel nehmen. Er ist ein bisschen empfindlich, wenn es um seine Tochter geht.“

„Aber ich tue doch …“, wollte Martin entgegnen.

„Das weiß ich ja“, sagte Frau Bruckner und ihr durchdringender Blick formte in Martins Kopf die Worte: ‚Aber wir wollen doch beide, dass er besser das denkt, als etwas anderes, nicht wahr?‘

Martin musste nun endlich aufs Klo. Als er vor dem Becken stand, konnte er sich nicht entscheiden, ob er Wasser lassen, oder sich übergeben musste. Vielleicht hatte er etwas falsches gegessen, aber das trockene Würgen im Hals ließ nach wenigen Minuten wieder nach.