Rommé | Textentertainment

Rommé

„Ich glaube der guckt uns immer beim Spielen unter den Rock“, sagte Hildegard.

„Du spinnst doch, der Junge ist 5“, regte sich Elke auf.

Eigentlich war Elke mit der Kinderbetreuung durch, dachte sie zumindest. Aber ihre dusselige Tochter mußte sich ja unbedingt noch vor Beendigung ihrer Lehre von dem Meister schwängern lassen. Und nun hatte Elke das Kind an der Backe. Nicht einmal die zwei Tage in der Woche Rommé spielen hatte sie ihre Ruhe. Die Runde wechselte zu jedem Termin und immer mußte sie den Jungen mitschleppen. Die anderen Frauen in ihrem Alter, waren längst aus dem Gröbsten raus. Und Hildegard war es nun wirklich genug, der Krieg, die fünf Kinder, die Nachkriegszeit und jetzt noch ein sechstes. Das war einfach zu viel.

„Da ist doch nichts, was den interessieren könnte“, behauptete Elke beleidigt.

„Und warum hockt der Junge immer unter dem Tisch?“

„Der spielt da mit seinen Autos oder was weiß ich“, entgegnete Elke genervt. „Hör auf solche Dinge zu sagen. Die anderen glauben das doch.

Die anderen, das waren Karin und Emma. Die vier Frauen kannte sich aus der Frauenschaft, wo Hildegard damals Kreisleiterin war. Sie waren schon ewig befreundet und hatten nach dem Krieg ihren Rommé Club gegründet. Seitdem trafen sie sich zweimal die Woche zum Spielen. Und einmal im Jahr gingen sie für eine Woche mit der Clubkasse auf Reise.

„Im Ernst Elke, hör auf sowas zu sagen. Ich habe schon genug Ärger mit dem Kind.“

„Ist ja gut, es war nur weil der Junge da ewig unter Tisch hockt.

*

Seit Volkmar wußte, das Gott ihn überall beobachtete und eigentlich alles sehen konnte, was er tat, hatte er eine Vorliebe für kleine dunkle Ecken entwickelt. Dort, wo andere Kinder sich fürchteten, im Keller, unterm Bett oder im Schrank, dahin flüchtete er vor diesem alles sehenden Gott, der ihm unheimlicher war, als vieles andere in der Welt. Zuhause war es leicht, da hatte er seine Verstecke. Vor allem im Keller. Aber in diesen fremden Wohnungen, wo Oma Rommé spielte, dann wußte er zumeist nicht wohin.

Also verkroch er sich mit seinen Spielzeugautos unter dem Wohnzimmertisch, an dem die Frauen spielten. Irgendwie war Volkmar überzeugt, daß Gott dann zu sehr mit dem Treiben der Frauen beschäftigt war und ihn unter dem Tisch schlicht und einfach übersah.

Bei diesen Rommérunden wurde so einiges getrunken und nach einiger Zeit vergaßen die Frauen ihn unter dem Tisch. Man mußte halt immer gut aufpassen, dass man nicht aus Versehen getreten wurde oder einem die Autos mit den Absätzen zerquetscht wurden.

Volkmar konnte die Frauen nur an den Beinen unterscheiden. Tante Karin war die, die immer schwarze Strümpfe trug, weil ihr Mann gestorben war, Tante Emma, die hatte da unten so ganz rote Haare, obwohl sie ja eigentlich schwarze Haare hatte und Tante Hildegard war die, die sich beim Spielen immer irgendwelche Karten, die sie wohl nicht brauchte auf die Beine legte.

Tante Hildegard war die netteste dieser Tanten. Sie brachte ihm immer eine Lakritzstange mit. Volkmar liebte Lakritzstangen und Tante Hildegard war die einzige die ihm immer etwas mitbrachte.

*

Was Hildegard gesagt hatte ließ Elke keine Ruhe. Als wieder einen Weile gespielt hatten, riß sie die überhängende Tischdecke hoch und schaute unter den Tisch. Der Junge war vertieft in seine Autos. Der schaut unter keine Röcke. Ganz bestimmt nicht.

„Alles gut da unten?“ fragte Elke.

„Ja“, antwortete Volkmar einsilbig und schob seinen Krankenwagen über das Muster des Teppichs, das die Straßen bildete.

Elke war sauer, als Hildegard sie nach dieser Aktion so süffisant anlächelte. Die sollten bloß den Mund halten.

*

Drei Tage später war schon die nächste Rommérunde. Die Frauen trafen sich immer zweimal die Woche. Diesmal bei Tante Karin. Volkmar hatte einen neuen Kran bekommen, mit einer kleinen Kurbel daran, mit der man den Haken am Ausleger auf und ab lassen konnte. Volkmar freute sich schon darauf, gleich damit spielen zu können.

„Hier! Für dich!“ Hildegard hielt ihm eine Lakritzstange hin.

„Was sagt man?“ fuhr Oma Elke den Jungen an, als er nicht sofort reagierte.

„Danke!“

„Du sollst ihm doch nicht immer Süßkram geben“, schimpfte Elke.

„Ach hör schon auf, leicht hat es der Junge nicht, da darf man ihn ruhig ein bißchen verwöhnen.“

Tante Hildegard beugte sich ein wenig zu ihm herab, strich dem Knaben übers Haar, so wie es nur Tanten duften und flüstere ihm ins Ohr: „Für nachher, habe ich noch eine Stange versteckt. Aber sag es nicht Oma Elke.“

Volkmar nickt und machte sich über die Lakritzstange her.

*

Die Frauen hatten schon eine ganze Weile gespielt und Volkmar hatte seinen gesamten sonstigen Fuhrpark mit dem Kran einmal angehoben und wieder abgesetzt, als Tante Hildegard wieder anfing sich Karten auf das Bein zu legen. Meistens begann sie damit, wenn die Stimmung oben am Tisch etwas ausgelassener und die Damen lauter wurden. Warum auf einmal soviel gelacht wurde, verstand Volkmar meistens nicht. Gewöhnlich ging es aber wohl um Männer und was die so für einen Unsinn trieben.

Tante Hildegard hatte, wie so oft den Rocksaum ein wenig hoch gezogen, um die Karten, die sie nicht brauchte, unter dem Rand ihrer Strümpfe festzuklemmen. Da blieben sie dann bis Hildegard sie wieder brauchte.

Heute jedoch war da noch etwas anderes. Eine Lakritzstange. Da steckte eine Lakritzstange im Strumpfrand an der Innenseite. Volkmar überlegte, ob er sich die jetzt holen sollte. Hatte Tante Hildegard nicht gesagt, sie hätte noch eine Lakritzstange für ihn versteckt? Meinte sie die? Warum sonst sollte sie eine Lakritzstange dort deponieren?

Vorsichtig schob Volkmar seine Hand vor und versuchte die Stange zu erreichen. Er mußte noch etwas näher heran. Gerade hatte er das herausstehende Ende der Stange zwischen den Fingern, da schoben sich ihre Schenkel zusammen und seine Hand steckte zwischen ihnen fest. Volkmar geriet leicht in Panik. Er wußte irgendwie, daß seine Hand dort nichts zu suchen hatte.

Auch, wenn Gott ihn hier unten vermutlich nicht sah, Tante Hildegard merkte bestimmt, daß dort eine Hand war. Was sie dazu wohl sagen würde? Jeden Moment rechnet er damit, daß Oma Elke ihn anschreien würde. Aber stattdessen wurden die Schenkel wieder geöffnet. Volkmar nutzte die Gelegenheit und zog seine Hand schnell zurück.

Weiter passierte nichts. Vermutlich würde Volkmar jetzt Ärger bekommen. Aber anstatt bei Oma Elke zu petzen schob Tante Hildegard ihre Schenkel noch weiter auseinander. Sollte er es noch mal versuchen? Ja, vielleicht klappte es diesmal? Aber Pustekuchen kaum hatte er die Stange in Hand steckte sie wieder zwischen Hildegards Schenkeln fest. Er versuchte die Hand zurückzuziehen, aber er bekam sie nicht heraus. Volkmar versuchte die Hand zu drehen und sich irgendwie heraus zu winden, da gingen die Beine wieder auseinander und gaben seine Hand frei.

Oben am Tisch schien davon niemand Notiz zu nehmen. Die Frauen kicherten und scherzten und Hildegards Schenkel gingen schon wieder auseinander, weiter als jemals zuvor. Jetzt verstand Volkmar. Das war ein Spiel, so wie „Fang die Maus“. Vielleicht schaffte er es diesmal, wenn er schnell genug war, sich die Lakritze zu verdienen.

Natürlich war er nicht schnell genug. Im nächsten Moment steckte seine Hand wieder fest. Ob es wohl irgendwelche Regeln bei diesem Spiel gab? Diesmal hielt Volkmar die Lakritzstange fest. Dann versuchte er mit der anderen Hand Hildegards Beine so weit auseinander zu drücken, dass er die Hand mitsamt der Stange wieder heraus bekam.

Tatsächlich, nach kurzer Zeit gab Hildegard auf und er hatte die Stange gewonnen. Zufrieden begann er sie zu essen. Als er aufschaute, um zu sehen, ob da noch mehr zu holen war, stellte er fest, da war nichts, Tante Hildegard Beine standen so weit auseinander, das er mit Sicherheit jede weitere Lakritzstange entdeckt hatte.

*

In der nächsten Woche trafen sich die Damen bei Tante Hildegard. Natürlich bekam Volkmar wieder seine Lakritzstange und er fragte sich, ob Hildegard wieder eine weitere für ihn versteckt hatte.

Und das hatte sie. Volkmar lag auf der Lauer. Er schob die Spielzeugautos wenig motiviert über den Schnellstraßen des Teppichs und ließ Tante Hildegards Beine keinen Moment aus den Augen. Dann endlich öffneten sie sich ein wenig. Und da war sie. Die Lakritzstange steckte dort, wo sie auch letztes Mal zu finden war. Das Spiel begann erneut.

Schnell wurde klar, daß es mit Geschwindigkeit allein nicht zu gewinnen war. Er versuchte es wie beim ersten Mal, doch diesmal preßte Hildegard ihre Beine wesentlich fester zusammen. Es gelang Volkmar nicht die Beine einfach auseinander zu drücken. Er gab auf und versuchte seine Hand mit der Lakritzstange durch drehen und winden zu befreien. Das erforderte einiges Kraft und gelang ihm erst, als er die Hand zusätzlich noch hin und her ruckelte. Dann sie frei und die Stange seine war.

Endlich konnte er sich seinen Autos widmen. Es wußte, da war keine zweite.

*

In der Küche nahm Hildegard die Tüte mit den Lakritzstangen. Diesmal beschloß sie zwei heraus zu nehmen. Eine rechts, eine links. Sie konnte es einfach nicht lassen den Jungen zu verwöhnen.

Während sie mit hochgezogenen Rock dabei war, die Lakritzstangen in ihren Strumpfrändern zu deponieren wurde die Tür geöffnet.

„Und? Ist noch Bowle da?“ fragte Tante Karin und starrte auf den Rock, den Hildegard hektisch wieder herunter gezogen hatte. „Ich wußte, dass du schummelst!“ echauffierte sie sich.

„Nein!“ behauptete Karin empört.

„Du hast dir doch gerade Karten unter den Rock gesteckt!“ behauptete Karin und versuchte Hildegards Rock wieder hochzuheben. Hildegard wollte das abwehren, aber gegen Karin hatte sie schon früher keine Chance.

„Was ist das?“ fragte Karin, als sie die Lakritzstangen in den Strumpfrändern sah.

„Keine Karten, jedenfalls!“

„Das sehe ich, was soll das Laktritze da?!“

„Ich nasche halt zwischendurch gerne“, versuchte sich Hildegard herauszureden.

„Blödsinn! Das ist doch …“ Karin brach den den Satz ab und betrachtete die Tüte und dann kam ihr die Erleuchtung. „Dü köderst damit den Jungen, dir unter den Rock zu fassen?“

„Na und?“ verteidigte sich Hildegard. „Ist doch nur ein Spaß.“

„Also, wenn das die Elke erfährt.“

„Du wirst mich doch nicht verraten. Herrgott es ist nur ein bißchen Spaß, wenn danach greift, preße ich die Beine zusammen und er muß versuchen die Stange da irgendwie rauszuholen. Ein Spaß. Das ist alles …“

„Trotzdem, es nicht richtig den Jungen so für deinen Spaß zu benutzen“, stellte Karin klar.

„Das ist ein Junge!“ regte sich jetzt Hildegard auf. „Ein Junge! Die haben doch eh nur eins Kopf … Was soll denn daran schlimm sein? Die laufen doch sowieso jedem Rock nach.“

„Aber in dem Alter?“

„Er muß ja nicht, wenn er nicht will. Aber ich habe noch keinen Jungen gesehen, der nicht in jedem Alter …“

„Schon gut, du hast ja Recht.“

„Also verrätst du mich nicht?“

„Nein. Ist ja nur ein Spaß …“

„Genau“, sagte Hildegard und wollte die Tüte wegräumen.

„Warte, gib mir auch zwei!“

Hildegard zögerte, aber dann sah sie ein, daß sie Karin auf ihrer Seite brauchte.

„Denk dran den Rock soweit hochzuziehen, daß er sie auch sehen kann“, erklärte Hildegard, während Karin ihre Strumpfränder mit Lakritz bestückte.“

„Das kriege ich schon hin.“

*

Heute war sein Glückstag. Als Tante Hildegard sich wieder an den Tisch gesetzt hatte, nachdem sie irgendetwas aus der Küche geholt hatte, entdeckte Volkmar gleich das Zusatzlakritz. Nicht genug damit, es waren sogar zwei. Wenn er so weitermachte bekam er bestimmt noch Bauchschmerzen.

Gerade wollte er sich wieder seinen Autos zuwenden, da bemerkte er den ungewöhnlich weit hochgerutschten Rock von Tante Karin. Anders als die anderen Frauen, hatte sie gar keine Haare da unten, stellte Volkmar fest. Und dann war da noch etwas. In den schwarzen Strumpfrändern war das Lakritz erst schwer zu erkennen gewesen, aber er hatte es entdeckt. Wollte Tante Karin auch mit ihm spielen? Offensichtlich ja. Ihm konnte es nur recht sein. Noch mehr Lakritze für ihn.

*

Natürlich hatte Karin den Mund nicht halten können. Jetzt wußte auch Emma Bescheid. Stolz präsentierte sie, beim nächsten Treffen, eine Tüte Lakritz in ihrer Küche. Der arme Junge, dachte Hildegard. Da hatte sie etwas angerichtet. Nun würde er wohl wirklich Bauchschmerzen kriegen, wenn er von drei Frauen gefüttert wurde.

Elke, war irritiert, sie saß hier allein am Tisch und mischte die Karten. Was trieben die anderen den solange in der Küche. Vielleicht hätte sie einfach mehr Geduld und weniger Neugier an den Tag legen sollen. Die anderen Mädels kicherte hysterisch und fühlten sich offenbar ertappt, als Elke die Küche betrat. Die verheimlichten ihr irgendwas.

„Was ist los? Was treibt ihr hier?“ wollte Elke wissen.

„Nichts, wir bereiten die Häppchen vor!“ drucksten die anderen herum.

Elke warf einen strengen Blick in die Runde und entdeckte die Tüte mit den Süßigkeiten.

„Erzählt mir keinen Mist!“ Als ehemalige Leiterin dieser Gruppe, war sie es gewohnt, daß man ihr Sachen verheimlichte und sie diese aus den Mädeln heraus zu kitzeln. „Noch mal, was ist los?“

Lange hielten die Frauen nicht stand. Dann gaben sie zu, was sie da mit dem armen Volkmar trieben. Elke grunzte verächtlich. Sie wollte gerade anfangen den Mädels die Leviten zu lesen, da entschied sie sich anders.

Volkmar war bestimmt keine große Leuchte, wer weiß schon, was später aus dem wurde. Beachten tat ihn auch niemand so wirklich, ein Kind ohne Zukunft, wie sie meinte. Sollte er doch wenigstens in der Kindheit ein paar mehr Süßigkeiten bekommen, als die anderen.

„Na gut“, sagte Elke. „Aber übertreibt es nicht! Weder mit den Süßigkeiten, noch dem … ihr wißt schon, was ich meine.“

Elke war nicht wirklich wohl bei dem Gedanken, den Enkel ihren Freundinnen als Spielzeug zu überlassen, aber andererseits wußte sie auch, wie Jungs so waren und daß ihnen solch Erfahrungen, wohl kaum schaden konnten.

„Möchtest du auch eine Stange“, fragte Hildegard vorsichtig.

„Bist du verrückt? Das ist mein Enkel! Ist schon schlimm genug, daß ich das zulasse …!“

Beim Kartenspiel beobachtet Elke argwöhnisch das Treiben der Anderen. Richtig war das bestimmt nicht. Aber die Mädels hatte wirklich viel Spaß. Harmlosen Spaß, wie sie meinten.

Als Elke spät abends mit dem Jungen nach Hause ging, streichelte sie ihm übers Haar, was sie eigentlich nie tat, so wie sie bisher jeden körperlichen Kontakt mit dem kleinen Kuckuckskind gemieden hatte und fragte: „Alles in Ordnung, hattest du Spaß oder war dir langweilig?“

„Es war toll, ich hatte …“, jede Menge Süßigkeiten wollte Volkmar sagen, aber überlegte es sich dann anders, „… jede Menge Spaß mit dem neuen Krankenwagen.“

„Dann ist ja gut!“ stellte Oma Elke amüsiert fest. Wenn er nichts sagte, dann hatte er wohl nichts dagegen.

„Wenn du dich da langweilst so allein unter dem Tisch, kannst ich ja auch ich schauen, ob ich einen Platz im Kindergarten für dich finde.“

„Nein, nein ich gehe lieber mit zum Rommé!“ behauptet Volkmar schnell.

Elke wertete das, als Einverständnis, daß die anderen Mädels Recht hatten und er sich gerne mit diesen Ferkeleien die Zeit vertrieb.

Jungen, dachte Elke sich, die hatte Gott halt so geschaffen.

*

Am nächsten Vormittag als der Großvater einkaufen gegangen war, holte Elke eine Tüte mit Lakritz aus dem Küchenschrank. Sie zeigte Volkmar die Tüte mit den und setzte sich auf den Küchenstuhl. Seufzend zog sie ihren Rock über die Knie und hielt eine Lakritzstange hoch.

„Die möchtest du doch, oder?“

Volkmar nickte.

„Dann werde ich die mal für dich verstecken.“

Oma Elke griff kurz unter ihren Rock und spreizte dann die Beine. Nun konnte er danach suchen. Er fand die Lakritze aber nicht wie bei den anderen Frauen unter dem Strumpfrand. Die Stange steckte viel weiter hinten, zwischen diesen großen Hautfalten, die Frauen da unten hatten.

„Aber nicht die Hände benutzen“, ermahnte ihn die Großmutter. Erst konnte Volkmar mit dieser Anweisung nichts anfangen, doch dann fand er eine Lösung. Und so kam es, daß die Großmutter nicht seine Hand, sondern seinen Kopf einklemmte, bei seinem Versuch an das Naschwerk zu gelangen.

Schnell mußte Elke zugeben, dass der Junge wenigstens für eine Sache gut war. Ausdauernd und gehorsam war er. Dann war es vielleicht doch nicht so schlimm bestellt um seine Zukunft.

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