Feyza

Putzfrau des Schreckens

Markus war froh endlich wieder einen Job gefunden zu haben. Treppenhausreinigung und Hausmeisterdienste. Doll war das nicht gerade für einen abgebrochenen Soziologen, aber heute musste man nehmen, was man bekam.

Markus arbeitete nicht allein, sie waren immer zu zweit auf einer Tour und seine Kollegin, die ihn einarbeiten sollte war Feyza, eine Osmanin, wie sie als erstes Mal feststellte. Jedenfalls trug sie ein farbenfrohes Kopftuch, das so überhaupt nicht zu dem Kunststoffkittel passen wollte, den sie als Arbeitskleidung übergezogen hatte. Unser Arbeitgeber legte Wert auf Sicherheit, daher musste man feste Arbeitsschuhe und eine blaue Weste mit dem Logo der Firma tragen. Feyza trug diese Weste einfach über dem türkisen Kittel. Das sah dann doch eher albern aus. Noch absurder wirkten nur noch die klobigen Schuhe und die schwarze Strumpfhose, die sie trug.

Feyza galt als eine der besten Kräfte in der Firma und sie war schon seit 27 Jahren dabei. Sie wäre sicherlich längst Vorarbeiter geworden, wenn sie keine Frau gewesen wäre, aber so blieb es beim Gehalt einer Putzfrau und dem Aufgabenfeld zweier Vorarbeiter. Feyza schien das nicht viel auszumachen.

Am ersten Tag mussten Markus und Feyza 12 Treppenhäuser in ihrer Schicht putzen. Das war normal und hieß 5 Stockwerke rauf und runter und rauf und runter. Mit Wassereimer und ohne Wassereimer egal. Markus hatte zum eingewöhnen den leichteren Part zu erledigen. Er fegte die Treppen und Feyza folgte ihm von oben nach unten mit dem Wischmob.

Schon im zweiten Treppenhaus ging Markus ein wenig die Puste aus und während er das Fegen für einen Moment unterbrach, schaute er nach oben wie viel Vorsprung er noch zu Feyza hatte. Nicht viel. Peinlich berührt stellte er fest, dass er von hier unten Feyza direkt unter den Kittel starrte. Es war keine Strumpfhose, die Feyza trug sondern Strümpfe, die nur wenig bis übers Knie gingen. Noch schlimmer war, dass immer wenn Feyza sich vorbeugte, um die Fußleisten nach zu wischen, Markus das sehen konnte was eigentlich der Reproduktion vorbehalten war. Verblüffend fand Markus, dass dieser Bereich weit weniger Behaarung aufwies, als Feyzas Oberlippe.

Feyza war bedenklich näher gekommen und Markus musste sich sputen, mit dem Fegen voran zu kommen, sonst hätte ihn seine Kollegin gleich eingeholt. Doch immer wieder wanderte sein Blick hoch zu Feyza und das nicht nur um den Abstand zu kontrollieren. Nach dem achten Treppenhaus, taten Markus nicht nur alle Knochen weh, sondern er fühlte auch eine heftige Starre im Genick und zwischen seinen Schenkeln. Eigentlich gab es da nicht viel zu sehen, außer eine kahlen Furche, die dann aber hin und wieder, wenn Feyza die nächste Stufe betrat, gefährlich auseinander klaffte und einen scheinbaren Einblick in ihr Innenleben freigab. Dieses sporadische Aufklappen der äußeren Fettwülste wirkte auf Markus derart hypnotisch, dass er das Gefühl hatte sein Kopf würde davon angezogen, wie von einem Magneten. Im Geiste sah er, wie er jeden Moment in Lichtgeschwindigkeit mit seinem ganzen Gesicht dort aufklatschen würde.

Gott sei Dank schien Feyza von diesen Dingen nichts zu bemerken. Als sie das letzte Treppenhaus gereinigt hatten, stiegen sie in ihren Fiat Doblo und Feyza brachte sie, trotz ihrer grundsatzoptimistischen Fahrweise, sicher zur Firma zurück. Markus fragte sich, warum so eine eher quadratisch anmutende Frau immer auch den Fahrersitz so weit nach vorne rücken musste, dass man nach den Gesetzen der traditionellen Physik davon ausgehen musste, dass entweder ihr dicker Bauch oder die noch weiter vorstehenden Brüste fortwährend das Lenkrad blockieren mussten. Feyza hing mit dem Gesicht fast an der Windschutzscheibe beim Fahren. Wieder mal einer dieser Momente in denen Markus es bedauerte keinen Führerschein zu haben.

Heute war ihre Kolonne die letzte. „Du wirst noch schneller, war ja dein erster Tag“, sagte Feyza verständnisvoll. Normalerweise wäre sie um diese Zeit wohl längst zu Hause gewesen. Markus nahm sich trotz schmerzender Glieder vor, es am nächsten Tag besser zu machen.

Man hatte nicht an jedem Tag dieselben Touren. Warum verstand Markus zwar nicht, aber heute sollten Feyza und Markus eine Büroetage putzen und keine Treppenhäuser. Feyza sagte ihm gleich, dass sie den Wagen später mit nach Hause nehmen würde, das war mit dem Chef abgesprochen, weil ihre Schwiegermutter heute Geburtstag hatte und sie noch einiges zu erledigen hatte.

Die Büroetage war recht weitläufig und Markus bekam Feyza an diesem Tag kaum zu Gesicht. Er wischte Staub, immer schön um die Tastaturen und Bürogegenstände herum, leerte endlos viele Papierkörbe und saugte Teppichböden. Feyza putzte die Küche und die Toilettenräume, so war es abgesprochen. Als der Arbeitstag sich dem Ende näherte, suchte Markus nach Feyza, um sich weitere Arbeitsaufträge zu holen. In der Küche war sie nicht, also suchte er bei den Toiletten.

„Chef“, rief er ins Herrenklo, weil es ihm unangenehm war ältere Frauen beim Vornamen zu nennen, aber er bekam keine Antwort. Er versuchte es auf dem Damenklo. Vorsichtig öffnete er die Tür, weil er vermutete sie könnte dahinter hocken und den Boden wischen.

„Chef?“

„Was ist?“ kam die Antwort aus einer der Kabinen. Markus betrat den Toilettenraum und suchte nach der Kabine in der Feyza gerade arbeitete. Die Kabinentüren standen alle offen und er fand Feyza gleich in der ersten Kabine, allerdings nicht bei der Arbeit. Sie saß recht breitbeinig ein gutes Stück über der Klobrille, hielt ihren Kittel mit beiden Händen über die Hüfte und in dem Moment in dem Markus um die Ecke sah einen fülligen Wasserstrahl in Schüssel fließen.

„Tschuldigung“, nuschelte er und drehte sich schnell um. Nicht schnell genug aber, um nicht gesehen zu haben, wo der Wasserstrahl, der dieses Geräusch machte, seinen Ursprung nahm. Dass Markus knallrot wurde, konnte Feyza nicht sehen, denn er hatte sich mit drei raschen Schritten von der Kabinentür entfernt und überlegte, ob es den Toilettenraum nicht lieber umgehend verlassen sollte.

„Bist du fertig mit den Läufern?“ fragte Feyza, gerade so, als wenn nichts wäre.

„Ja, so gut wie“, stammelte Markus und spürte einen leichten Anfall von Schwindel, weil sein Blut zu großen Teilen in seine Beckengegend strömte und dort wohl auch blieb, um sich in dem hervorragendsten Körperteil dieser Region anzusammeln.

„Gut, dann räum die Sachen weg, wir müssen heute sowieso früher Schluss machen und komm in die Küche.“

Als Markus die Spülung hörte, wartete er nicht, bis Feyza die Kabine verlassen hatte, er machte sich gleich an die Arbeit und eilte aus dem Waschraum. Er wäre womöglich gerannt, wenn ihm dabei nicht Teile von sich selbst im Weg gewesen wären.

Auf dem Gang stellte er die Müllbeutel zusammen und verstaute dann den Staubsauger in dem Putzraum. Als er die Staublappen einräumte und die Putzmittel verstaute, spürte Markus wie sich seine Anspannung mit einem Schlag löste. Seine Hand zitterte ein wenig als er kontrollierte, ob die dabei entstandene Feuchtigkeit nicht doch durch den schweren Jeansstoff seiner Hose gedrungen war. In seinem Hirn hörte er immer wieder das Plätschern von Wasser mit dem er jetzt womöglich für immer den Anblick von orientalischen Hügellandschaften verbinden würde. Nein. Nicht schon wieder. Markus schlug die Tür zur Putzmittelkammer zu und ging sich die Hände waschen.

Er hatte den Wasserhahn kaum aufgedreht, als ihm klar wurde, dass das eine Fehlentscheidung war. Er beeilte sich mit dem Händewaschen und machte sich auf zur Küche, denn er hatte das dringende Bedürfnis möglichst bald nach Hause zu kommen.

Feyzas Nylonkittel lag auf dem Boden mitten in der Küche. Feyza selbst kramte mit dem Rücken zu Markus in einer Tasche, die auf der Anrichte stand. Beim Anblick der nackten Frau erstarrte Markus. Na ja ganz nackt war sie nicht. Feyza trug noch ihre schwarzen Strümpfe, die klobigen Arbeitsschuhe und natürlich ein Kopftuch. Ein schwarzes. Markus konnte sich nicht bewegen und auch nichts sagen. Er starrte nur auf den überdimensionalen Hintern und dann wieder auf den Hinterkopf mit Kopftuch. Das wirkte ein wenig absurd. Feyza hatte wohl die Tür gehört, drehte sich aber nicht um.

„Komm rein, ich muss mich noch umziehen.“ Markus hätte die Tür hinter sich jetzt gern geschlossen, am liebsten von außen, aber er konnte sich einfach nicht abwenden.

Feyza zog ein schwarzes Korselett aus der mitgebrachten Tasche und drehte sich um. Ihre ausladende Oberweite lag auf einem leicht vorgewölbten Bauch auf welcher dann in ihrer wallenden Hüfte mündete, die in alle vier Himmelsrichtungen mächtig ausladend, das Fundament der islamischen Welt bilden könnte. Markus wurde mit einem Mal klar wieso bei Moscheen bevorzugt Zwiebeldächer, oder breite Kuppeldächer umringt von hochaufragenden Türmen verbaut wurden. Beim Anblick dieser Rundungen schossen die Minarette natürlich wie Pilze aus dem Becken.

Feyza schien sich an seiner Anwesenheit nicht zu stören. Sie stieg von oben in das schwarze Korselett und begann es mit aller Kraft über die Hüfte zu ziehen. Der Stoff war zwar nachgiebig, aber eigentlich nicht so nachgiebig.

„Meine Schwiegermutter ist sehr streng und sie glaubt ich trage auch bei der Arbeit schwarz“, erklärte Feyza, während sie die Träger über die Schulter zerrte.

„Ja“, sagte Markus mit belegter Stimme und stand immer noch da, wo er war. Feyza grinste ihn an, während sie die Clips am Rand der fast blickdichten schwarzen Nylons schloss.

„Du siehst aus, als hättest du noch nie eine nackte Frau gesehen“, stellte Feyza fest und zog sich ein derbes schwarzes Kleid, dass bis zu Knöcheln ging über.

„Doch, aber …“, Markus wusste nicht was jetzt eigentlich einwenden wollte.

„Aber noch keine Osmanin“, setzte Feyza den Satz fort. Und Markus nickte, wollte aber eigentlich sagen, dass er noch nie eine nackte Frau mit Kopftuch gesehen hatte.

„Ich bin seit 11 Jahren Witwe“, erklärte Feyza. „Und wenn es nach meiner persischen Schwiegermutter ginge, dann würde mich nie wieder ein Mann nackt sehen.“

„Aha“, brachte Markus mühsam heraus um keine peinliche Stille entstehen zu lassen.

Feyza sah ihn eindringlich an. „Ich glaube kaum, dass dir beim Anblick einer alten Frau wie mir unzüchtige Gedanken kommen, oder?“

Ob das jetzt eine Frage war, konnte Markus nicht richtig einordnen, aber er hatte bereits zu lange geschwiegen. Wenn Feyza eine Antwort erwartet hätte, dann hatte sie schon eine, als er endlich ein „Natürlich nicht“, hervor presste.

Markus konnte an ihren Augen ablesen, dass sie gerade den Inhalt seiner Hose wahrgenommen hatte. Sie sagte nichts mehr und packte hektisch ihre Sachen zusammen.

Während Feyza den Wagen durch den Feierabendverkehr jonglierte, fragte sie Markus plötzlich, ob er nicht heute Abend zur Geburtstagsfeier ihrer Schwiegermutter kommen wolle. Drei weitere Kollegen kämen auch. Dann erzählte Feyza, dass sie keine Familie hatte, weil sie hier in Deutschland in einer Babyklappe gefunden worden sei und darum froh war, dass ein Perser sie zur Frau genommen hätte. Und wenn sie nicht wenigstens ihre Kollegen einladen dürfte, wäre sie mit dieser ganzen Familie ihres verstorbenen Gatten ganz allein.

Markus hörte nur mit einem Ohr zu, denn er war bemüht seinen Schritt im Zaum zu halten, aber er versprach heute Abend vorbei zu schauen.

Nachdem Markus eine halbe Stunde unter der Dusche zugebracht hatte fühlte er sich wieder einigermaßen. Tatsächlich machte er sich anschließend auf den Weg zu Feyza. Er hatte angenommen, dass er einfach absagen und den Abend vor dem Fernseher verbringen könnte, aber nach dem Duschen, sah er das anders. Er hatte nicht daran gedacht ein Geschenk mitzubringen und eine Flasche Wein, auf die er vielleicht noch gekommen wäre, war wohl hier nicht angebracht.

Feyzas Schwiegermutter entpuppte sich schon auf den ersten Blick als rechter Drachen. Sie warf Markus immer wieder wirklich böse Blicke zu und war wohl nicht damit einverstanden, dass Feyzas Kollege ein Mann war. Die anderen Kollegen waren traditionell weiblich. Vor allem Helga war weiblicher, als es die Schwiegermutter gern sah. Helga hatte vor der Treppenhausreinigung in einem Imbiss gearbeitet hatte, sie aß entsprechend gerne und war hier genau richtig. Es wurde aufgetischt, bis man nicht mehr konnte. Aber Helga trug kein Kopftuch und ließ ihre Fülle aller Orten aus einem viel zu engen T-Shirt quellen.

Marianne, die früher Lehrerin an einer Realschule war und über deren Entlassungsgrund wohl eher bösartige Gerüchte kursierten, hatte sich zumindest ein Kopftuch angelegt. Wohl aus Respekt vor anderen Kulturen oder so.

Wirklich wohl fühlte Markus sich bei dieser Familienfeier nicht. Es waren etwa 9 Frauen aus der Verwandtschaft von Feyzas Mann da. Sie waren kaum zu unterscheiden, mit ihren langen, eintönig grauen Kleidern und Kopftüchern. Lediglich, die zwei die zudem noch einen Schleier trugen fielen ein wenig aus dem Rahmen. Die Männer blieben unter sich und ließen keinen Platz für Markus. Irgendwie bewegten er und Helga sich zwischen den Fronten und daher endete der Abend für die beiden auch früh.

*

Es war noch nicht ganz elf Uhr, als Helga und Markus auf der Straße standen und nach der nächsten Bushaltestelle suchten. Sie hatten in etwa den gleichen Rückweg, nur Markus musste zwei Stationen früher aussteigen. Allerdings nicht allein. Helga stieg ohne Erklärung mit aus. Also Markus sich von ihr verabschieden wollte, zog Helga aus der Mantelinnentasche eine dreiviertel volle Flasche Rum.

„Lass uns noch einen Absacker trinken. So trocken wie die feiern kann ja wohl keiner nach Hause gehen.“

Im Abwimmeln von Leuten war Markus schon immer etwas schwächelnd gewesen. Außerdem konnte er bei näherem Nachdenken wirklich noch einen Schluck gebrauchen. Der viele Tee an diesem Abend drückte ihm zwar genauso mächtig auf die Blase, hatte aber auf sein Hirn nicht annähernd die gleiche Wirkung, wie die gleiche Menge Bier.

Vergeblich suchte Markus seinen Küchenschrank nach geeigneten Schnapsgläsern ab. Als er schließlich mit einfachen Wassergläsern wieder ins Wohnzimmer kam, saß Helga nackt auf seinem Sofa, hatte die Rumflasche direkt am Hals und ihre Füße auf seinem Couchtisch. Markus war sprachlos während er mit ansah, wie Helga einen weiteren Schluck aus der Flasche nahm und ihre Knie weit auseinander schob.

„Ich habe nur Wassergläser“, stammelte Markus und zeigte ihr, was er aus der Küche mitgebracht hatte.
„Ist okay“, grunzte Helga und stand auf. Sie nahm ihm die Gläser aus der Hand, stellte sie auf Tisch und begann sie zur Hälfte mit Rum zu füllen. Dann schob sie den verwirrten Markus sanft auf die Coach und drückte ihm sein Glas in die Hand. Kurz drauf schwang sie sich auf Markus Schoß und presste ihr stark behaartes Zentrum auf seinen Reißverschluss. Mit einer Hand kippte sie ihr Glas runter mit der anderen führte sie Markus Glas an den Mund und drängte ihn zu trinken. Helga war über den ganzen Körper verteilt tätowiert. Fabelwesen, wie Drachen und allerlei mystische Kreaturen starrten Markus durch sich überlappende Falten bis zur Unkenntlichkeit verzerrt an. Markus mochte keine tätowierten Frauen, aber das war jetzt nicht der richtige Moment das zu erwähnen. Helga befreite Markus gerade mit eher ruppigen und ungelenken Bewegungen von seiner Kleidung.

Um nicht den kostbaren Rum zu verschütten musste sich Markus voll und ganz auf das Nippen am Rumglas konzentrieren. So dass er kaum mitbekam, dass er inzwischen in aller Aufrichtigkeit nackt auf seinem Sofa saß. Helga schien es irgendwie eilig zu haben. Sie schwang sich auf seinen Schoß und führte ihm oben den Rum und sich unten den Rest von seiner Würde ein.

Noch nie hatte Markus mit so einer fetten Frau geschlafen. Und er wäre sicherlich auch nie auf die Idee gekommen, das zu tun, wenn er nicht heute das Erlebnis mit dieser ebenso dicken Feyza gehabt hätte. Allein bei dem Gedanken an das orientalische Fruchtbarkeitszentrum, das er heute in alltäglicher Aktion gesehen hatte, verließ ihn ein Großteil seiner noch übrig gebliebenen Proteine.

Helga schien das auf ihre Art zu interpretieren. Sie lachte genervt. „Na Klasse, das war ja ein kurzes Vergnügen.“

Schwerfällig erhob sie sich von seinem Schoß und griff nach ihrem T-Shirt.

„Ein bisschen mehr hätte es schon sein können, war schließlich kein ganz billiger Fusel.“

Helga war genervt und während sie versucht sich das T-Shirt über den Kopf zu ziehen, entfaltete sich auf ihrem Rücken ein schleichender Tiger, den Markus erst für einen Schmetterling gehalten hatte.

Helga war wirklich sauer, aber Markus war das egal, schließlich wollte er nichts von dieser Frau. Zu allem Überfluss war sie auch noch ungeschickt und blieb mit dem T-Shirt-Kragen an ihrem Ohrring hängen.

„Autsch, kannst du mir mal helfen?“ zickte sie gestresst. Markus stand mühsam auf. Er sah auf das T-Shirt, das wie ein Kopftuch an Helgas Kopf hing, er sah den mächtigen Hintern, er übersah den Tiger und griff um Helga herum an ihre Brüste.

„Hey“, rief Helga wirklich überrascht, während sich seine Antenne ihren Weg wie mit Autopilot in ihre Hülse suchte. Er schob sie vor, dass sie bäuchlings im Sessel landete, und ließ den Hammer auf den Amboss schlagen. Immer wieder. Und wenn er müde wurde, dachte er an ein plätscherndes Geräusch, ein Kopftuch und nahm noch einen Schluck von dem Rum. Helga hatte nach einer Stunde jeden Versuch sich zu bewegen aufgegeben. Sie lag bäuchlings auf dem Sessel, hatte alle viere von sich gestreckt und wimmerte wie eine gequälte Katze. Nach einer weiteren halbe Stunde, hatte sie auch aufgehört nach „mehr“ zu verlangen und lag reg- und sprachlos in dem Sessel. Markus sagte nichts, als er endgültig von ihr abließ und taumelte kraftlos in sein Bett.

Irgendwie erwartete Markus, sie am nächsten Morgen noch immer willenlos in seinem Sessel vorzufinden, aber Helga war verschwunden. Und darüber hinaus hatte sie sich für diesen Arbeitstag auch krank gemeldet.

Trotz seiner Unpässlichkeit konnte es Markus auch heute nicht sein lassen, beim Fegen der Treppen immer wieder mal nach oben zu blicken. Gegen, das was er gestern Abend durchdrungen hatte, war das, was er dort oben zu Gesicht bekam, eine gute Gabe Gottes. Je länger er Feyza bei der Arbeit zusah, desto mehr zogen ihn ihre beiden glatt rasierten Fleischwülste in den Bann.

Markus wusste jetzt, dass er alles daran setzen würde mit diesem Stück Frau in Kontakt zu kommen.

Erst beim letzten Treppenhaus merkte Markus, dass Feyza regelmäßig zu ihm heruntersah und längst bemerkt haben musste, wo er immer wieder hinstarrte. Als sich ihre Blicke trafen und Markus sofort die Röte ins Gesicht und Geschlecht schoss, legte Feyza den Wischlappen auf der Treppe ab und zog mit beiden Händen in einer ganz kurzen Bewegung ihre Hinterbacken noch ein wenig auseinander. Nur sehr kurz und Markus hatte natürlich hingeschaut. Er hörte Feyza laut auflachen, während sie ihren Feudel wieder aufnahm und wusste mit einem Male, dass man die Vertreibung aus dem Paradies wohl doch rückgängig machen konnte.

Den Weg nach Hause verbrachte Markus damit, darüber nachzudenken, wie er wohl in seinem Paradies heimisch werden könnte und er hatte nicht die geringste Idee, als Helga ihn ansprach und sagte: „Ich will dich, unbedingt.“ Sie hatte vor seiner Haustür auf ihn gewartet und schien wild entschlossen sich nicht abwimmeln zu lassen. Markus griff spontan zu einer Notlüge.

„Ich bin in festen Händen“, behauptete er.

„Das war ja klar, ich habe immer so ein Pech“, behauptete Helga frustriert. „Und habe ich da gar keine Chance?“

Markus schüttelte den Kopf. Es war ihm noch nie so klar, dass er nur eine ganz bestimmte Frau haben wollte. Zumindest einen bestimmten Teil einer ganz bestimmten Frau.
Helga ließ unerwartet vernünftig die Schultern sinken und sagte: „Na dann.“ Markus sah ihr gleichgültig nach und wunderte sich auch nicht wirklich, als er am nächsten Morgen hörte, dass Helga gekündigt hatte. Da war er noch mal glücklich raus gekommen. Das war bei den meisten Frauen schwerer als rein.

Auch in dieser Woche mussten sie wieder an einem Tag die Büros putzen. Die Aufgabenverteilung war wie gehabt und Markus nicht wirklich bei der Sache. Er lauschte immer wieder mal ob Feyza außer zum Putzen aufs Klo gehen würde. Er hatte zwanghaft vor, sie wieder zu überraschen. Doch Feyza schien heute keine schwache Blase zu haben, ganz anders als er. Feyza hatte bereits die zweite Kanne Kaffee gekocht und ihm den vierten Becher hingestellt. Markus schaltete den Staubsauger ab und ging zum Herrenklo. Feyza putzte wohl noch in der Küche also stellte er sich ans erste Pissoir und begann den langen Weg der Erleichterung.

Er hatte gerade angesetzt, als er hinter sich die Tür hörte. Feyza kam herein und stellte sich an das Pissoir gleich neben ihn. Sein Strahl versiegte vor Scham. Wahrscheinlich wollte sie sich für das letzte Mal revanchieren. Markus versuchte sich zu konzentrieren und wieder in Fluss zu kommen. Es wäre ihm jetzt peinlich gewesen, wenn er nicht könnte.

Doch Feyza wollte ihm wohl doch nicht nur beim Wasser lassen zuschauen. Sie hatte die Knöpfe ihres Nylonkittels mit nur einer Hand geöffnet und stellte sich breitbeinig wie ein Cowboy neben ihn mit festem Blick auf das Pissoir gerichtet.

Mit geübtem Fingern schob sie ihre Schamlippen ein wenig auseinander und gleichzeitig die Klitoris ein wenig hoch, um ihm dann zu zeigen mit welchem Druck seine Prostata jetzt eigentlich arbeiten sollte.

Jetzt entspannte sich Markus und die Sache begann zu fließen. Trotzdem, als er bereits abschüttelte, war die Quelle der Freuden gleich neben ihm noch immer nicht versiegt. Feyza grinste in breit an, als er zusah, wie sie das Urinal benutzte. Was er nun tun sollte, wusste Markus nicht, aber er würde auf gar keinen Fall seinen Blick abwenden. Feyza Hand lag plötzlich auf seiner Schulter und drückte ihn leicht hinunter. Markus ging willig in die Knie und landete noch etwas später mit Rücken auf dem kalten Steinfußboden. Die Quelle der Freuden ließ er dabei keine Sekunde aus den Augen und stellte zufrieden fest, dass sie sich ihm immer weiter näherte, bis sich ihre Lippen um seine schlossen. Feyzas Lippen war klitschnass, sie hatte sich schließlich nicht abgewischt und Markus konnte es kaum glauben, während sie anfing ihre Hüften immer heftiger auf seinem Gesicht kreisen zu lassen, wurde sie nicht trockener, sondern andauernd nur feuchter. Sie hatte ihren Kittel ausgezogen, trug aber noch ihr schwarzes Korselett darunter. Seine Augen konnten so eben gerade an dem unteren Rand des Korseletts vorbeischauen und er starrte direkt in ihr entspannt lächelndes Gesicht, das von ihrem bunten Kopftuch umrandet war. Beim Anblick des Kopftuches, rutschte Markus die Zunge willenlos aus dem Mund. Ja, er streckte ihr die Zunge raus und sie schien sie schon erwartet zu haben und nahm sie fest umschlungen und dankbar in sich auf.

Sie konnte natürlich nicht ewig auf seinem Gesicht sitzen, auch wenn Markus da nichts gegen gehabt hätte und als sie sich erhob, um ihren Kittel wieder anzuziehen, war Markus sich nicht sicher, was nasser war, sein Gesicht oder die Innenseite seiner Unterhose.

Markus konnte jetzt nicht aufstehen. Er musste wohl für immer hier liegen bleiben, so weich schienen seine Knie zu sein. Feyza lächelte überlegen. Sie kniete neben ihm, zog ihre Kittel wieder auf die Hüften hoch und spreizte mit zwei Fingen, die Wächter des Paradieses auseinander, dann zeigte sie mit der anderen Hand auf die Pforte zur Glückseligkeit und sagte: „Wenn das hier deine neue Heimat werden soll, dann schaff mir diese verdammte Schwiegermutter vom Hals.“

Markus verstand nicht was sie meinte, doch Feyza stand auf und machte sich wieder an die Arbeit, als wenn nichts gewesen wäre.

Auf dem Weg zurück zur Firma, raffte Markus sich auf und fragte Feyza, wie sie das mit der Schwiegermutter gemeint habe. Feyza sagte, dass sie erst wieder heiraten könne, wenn die Schwiegermutter tot sei, und wenn mir an ihr gelegen sei, dass solle ich die Frau beseitigen.

Das konnte eigentlich nicht ihr Ernst sein. Aber sie hatte bereits einen Plan. Nächste Woche, wenn Feyza und er gemeinsam eine Büroetage hätten, würde sie ihm den Schlüssel geben. Dann sollte er hinfahren, die Schwiegermutter umbringen und nicht vergessen beim Rausgehen die Tür einzutreten. Ganz so als wäre es ein Raubmord gewesen. Natürlich sollte Markus auch ihren kostbaren persischen Schmuck stehlen und man würde sich ja, wenn es denn überhaupt nötig wäre gegenseitig ein Alibi geben.

Markus konnte es nicht fassen, dass Feyza das ernst meinte, aber sie sagte, dass er solange nicht wieder an ihre Schätze dürfte, wie die Schwiegermutter noch lebte. Und außerdem, dass das alles ja nicht mal ein schwacher Vorgeschmack auf das gewesen, was Markus erleben würde, wenn er erst mal mit einer richtigen Osmanin verheiratet sei.

Drei Tage lang, in denen Feyza keine Gelegenheit ausließ ihm zu zeigen, was er jetzt schon schmerzlich vermisste, dachte Markus über diesen idiotischen Plan nach. Aber letztlich hatte er gar keine Wahl.

In dem Moment, als er seine Nase in Angelegenheiten gesteckt hatte, die ihm nicht gehörten war er verloren gewesen. Er musste sich nichts vormachen, das Verlangen nach Feyzas Schatzkammer war stärker als alle Vernunft. Er dachte Tag und Nacht nur daran, wie sich diese kräftigen, orientalischen Oberschenkel um ihn schlossen und sich das Kopftuch als letzte Bastion der Moral auf und ab bewegte, während er von einem Höhepunkt seines Daseins zum nächsten voran schritt.

Am dritten Tag willigte er in den Plan ein.

Markus hatte noch nie einen Menschen getötet und er stand vor Feyzas Wohnung mit der festen Absicht, eine Frau mit bloßen Händen zu erwürgen. Vielleicht sollte er doch ein Messer nehmen, das war bestimmt einfacher.

Markus schloss so leise wie möglich die Tür auf und betrat den Flur. Aus einem der hinteren Zimmer drang leise, orientalische Musik. Die Zimmertür stand halb offen und Markus sah die Schwiegermutter vor dem Spiegel einen Pelzmantel anprobieren.

„Na, wenn keiner hinsieht, sind wir aber auch nicht so stramm religiös“, dachte sich Markus und schob die Tür weiter auf. Mit schnellen Schritten bewegte er sich auf den Spiegel zu. Die Schwiegermutter drehte sich um. In ihren Augen sah man das blanke Entsetzen. Markus verschwendete einige Sekundenbruchteile dabei, auf ihr schwarzes Korselett zu starren, das die Schwiegermutter unter dem Pelzmantel trug. Doch dann hatte er seine Hände um ihre Kehle gelegt. Die Schwiegermutter schrie halb erstickt und versuchte sich zu wehren. In dem Handgemenge riss Markus, die Schwiegermutter zu Boden. Doch so einfach war das nicht, eine Frau mit solcher Angst unter Kontrolle zu kriegen. Sie rollten über die Auslegeware auf dem Fußboden und Markus fühlte wie seine Hose durchnässte. Nein, das war nicht er. Die Schwiegermutter, hatte in ihrer Todesangst, die Kontrolle über ihre Körperöffnungen verloren. Als Markus an seiner Hose herunterschaute, sah er wie sein Bein von einem dünnen Strahl getroffen wurde, der irgendwo aus den Untiefen des Pelzmantels zu kommen schien. Gerade hatte er die Schwiegermutter fest im Griff und drückte ihr mit dem Unterarm die Luft ab. Ihre Gegenwehr erlahmte bereits, als er den Fehler machte, mit der anderen Hand den Pelzmantel aufzuschlagen. Er entdeckte die blank polierte Quelle des Strahls.

Das war ein Fehler gewesen. Zwar hatte er noch immer die Schwiegermutter fest im Griff, aber nicht mehr sich selbst. Allein zu Hause trug die Schwiegermutter zwar kein Kopftuch, aber was es auch immer war, das Markus veranlasste seine Hose zu öffnen, sein Stiletto herausspringen zu lassen und ohne weiteres Nachdenken in die Schwiegermutter hineinzustoßen, es war mächtig.

Markus lockerte den Druck auf die Kehle der Schwiegermutter, er war schließlich kein Nekrophiler und deshalb wollte er, dass sie wenigstens noch so lange am Leben blieb, bis er wirklich mit ihr fertig war.

Die Schwiegermutter schnappte nach Luft. Das Keuchen ließ auch nach einigen Minuten nicht nach. Dann erst merkte Markus, dass sie nicht mehr versuchte mit ihren Händen seinen Arm auf ihrer Kehle beiseite zu schieben, sondern vielmehr ihre Hände auf seinem Hintern platziert hatte und längst den Takt angab, dem Markus Triebe zu folgen hatten.

Als er fertig war, versuchte Markus sie wieder zu würgen und sein mörderisches Werk zu Ende zu bringen, doch die Schwiegermutter schien dieser alberne Versuch gar nicht zu interessieren. Sie hielt mit einer Hand fest umschlungen, was ihr wohl zu weich geworden war und von dem sie weit mehr Aufrichtigkeit und Rückgrat erwartete. Markus überlegte, wie er seine Mordlust wieder in Fahrt bringen könnte, doch alles was in Fahrt kam, war der Wille der Schwiegermutter mit der nötigen Härte entgegenzutreten.

Was persische Schwiegermütter, die seit mehr als 15 Jahren verwitwet sind angeht, so macht man sich da gar kein Bild von der unbändigen Herrschsucht und hemmungslosen Gier nach Geltung, vor allem wenn es um ihr Geschlecht geht.

Diese Schwiegermutter entpuppte sich als alles verschlingender Schlund. So wunderte es Markus zuerst nicht, als in seinem Kopf das Licht ausging, während er noch in der Schwiegermutter steckte, die versuchte ihn immer wieder in sich hinein zu pressen. Aber das war keine absonderliche Form eines Orgasmus den Markus da erlebte, sondern einfach nur ein heftiger Schlag mit einem Kerzenleuchter auf seinen Hinterkopf.

Als Markus wieder aufwachte, fror er und konnte seine Gliedmaßen kaum bewegen. Sie gehorchten seinen Befehlen nicht mehr. Die Bilder vor seinen Augen waren irgendwie unscharf, wie im Nebel und er hörte hinter seinem Kopf eine Stimme.

„Ich will das Schwein abstechen.“

„Nein, kommt nicht in Frage“, hörte Markus eine andere Stimme, von der er zuerst annahm es handele sich um Feyza.

„Er hat uns entehrt. Er muss sterben“, beharrte die erste Stimme, die Markus jetzt als die von Feyza erkannte.

„Gerade deshalb sollten wir uns rächen“, beruhigte ausgerechnet die Schwiegermutter seine Feyza, die völlig aufgebracht schien.

So langsam wurde Markus Blick wieder klar. Er lag nackt an Armen und Beinen gefesselt auf einem Bett und starrte auf eine mit einem farbigen Tuch verhängte Lampe.

„Es ist ein Ungläubiger und er hat meine Ehre verletzt“, schrie Feyza fast hysterisch.

„Gerade weil er ein Ungläubiger ist müssen wir den Gesetzen nicht unbedingt folgen“, versuchte die Schwiegermutter sie weiter zu beruhigen. „Verstehst du nicht, wie ich das meine?“
„Das ist eine Sünde“, behauptete Feyza.

„Mit einem Ungläubigen kann man keine Sünde begehen.“

Feyza schien wenig überzeugt von den Argumenten der Schwiegermutter.

„So entehrt kannst du so oder so keinen Gläubigen mehr heiraten“, fuhr die Schwiegermutter fort. „Willst du wirklich so leben? Für immer?“

„Wenn er tot ist, ist meine Ehre wieder hergestellt“, grunzte Feyza wütend.

„Nein, wenn er tot ist, hast du dich ehrenvoll gerächt, aber kein richtiger Mann wird dich je wieder berühren“, erklärte die Schwiegermutter. „Und er ist weg und wir bleiben in Schande zurück. Glaub mir, mein Weg ist der bessere und da ich hier das Sagen habe, wird es gemacht wie besprochen.“

„Es ist trotzdem Sünde!“

„Es keine Sünde, sich einen Hund zu halten und genau das ist er: Ein Hund. Einfach nur ein ungläubiger Hund.“

Markus versuchte den Kopf ein wenig zu drehen, um zu sehen, woher die Stimmen kamen, doch sein Kopf schmerzte so sehr, dass er den Versuch sofort wieder aufgab.

Es war nicht weniger schmerzhaft, als Markus plötzlich von vier Händen gegriffen und von dem Bett heruntergezogen wurde. Er schlug hart auf dem Fußboden auf.

„Tu was du willst“, zischte die Schwiegermutter. „Aber dann geh zurück zur Arbeit und melde, dass der Kerl hier, seinen Arbeitsplatz verlassen hat und einfach nicht wieder aufgetaucht ist.“

„Ich weiß nicht“, sagte Feyza unsicher.

„Darüber können wir später noch reden“, stellte die Schwiegermutter klar und die Frauen drehten den gefesselten Markus auf den Rücken. Er sah Feyza im Kittel und mit Kopftuch direkt über sich, doch dann griffen zwei Hände an seinen Kopf und hielten ihn eisern fest. Feyza erhob sich, sie schob ihren Kittel auseinander, drehte sich um und senkt ihren Hintern auf Markus Gesicht. Die Schwiegermutter drückte fest auf Markus Unterkiefer, so dass er den Mund öffnete und Feyza grunzte: „Erstick doch dran.“

Aber Markus erstickte nicht, er verschluckte sich nur heftig und bekam einen Hustenanfall, der so stark war, dass die beiden Frauen von ihm ablassen mussten.

„Geh jetzt“, befahl die Schwiegermutter. „Er wird das im Laufe der Zeit schon noch lernen.“

Feyza knöpfte wortlos ihren Kittel zu und verließ das Zimmer. Markus blieb mit der Schwiegermutter allein zurück. Er musste nicht angestrengt nachdenken und zu wissen, dass dies hier ihr Schlafzimmer war. Und nachdem er die letzten Reste von Feyzas Erguss ausgehustet hatte, schaffte er es endlich den Kopf ein wenig zu drehen.

Feyzas Schwiegermutter stand an einer Kommode. Sie hatte sich völlig entkleidet und kramte in einer Schublade. Als sie gefunden hatte wonach sie suchte, drehte sie sich um und kam auf Markus zu. In der Hand hielt sie ein Rasiermesser. Sie beugte sich um sein Gesicht und fragte flüsternd: „Weißt du was wir in Persien mit Hunden machen, die beißen.“

Markus schüttelte vorsichtig den Kopf.

„Glaub mir das willst du auch gar nicht wissen“, drohte die Schwiegermutter. „Es ist wirklich besser, wenn du dich als braves Hundchen entpuppst.“

Markus nickte zögernd, weil ihm jede Bewegung starke Kopfschmerzen verursachte. „Und natürlich als sauberes Hündchen“, fügte die Schwiegermutter hinzu und begann Markus am ganzen Körper zu enthaaren. Sie machte auch vor dem Haupthaar nicht halt.

Markus wusste, dass es noch Stunden dauern würde bis Feyza von der Arbeit kam und er ahnte, dass es womöglich Jahre dauern würde, bis er dieses Zimmer wieder verlassen könnte. Solange war er dieser kleinwüchsigen, fetten Frau ausgeliefert.

Das also war Feyzas Rache. Doch wofür? Er hatte nur getan, wozu sie ihn überredet hatte. Markus schloss die Augen um darüber nachzudenken, während Feyzas Schwiegermutter die letzten Tropfen aus sich herauspresste.

Feyza (30) - © Copyright bei Ingolf Behrens, Hamburg, 2008. Alle Rechte vorbehalten.