Die Fleischerei-Fachverkäuferin

Glossar

Vielleicht gehört der Beruf des Schlachters nicht gerade zu den primären Zielsetzungen des modernen Heranwachsenden, aber eine Vielzahl derer, die den Unkenrufen zu Trotz, erfolgreich ein Praktikum im Fleischereigewerbe abgeschlossen haben, bleiben zumeist lebenslang diesem Berufsbild verbunden. Besonders die familiäre Atmosphäre in den vielen kleinen Betrieben zieht wieder mehr Auszubildende an. Auch wenn in den meisten Betrieben wenig Wert auf Company Complience oder übertriebene politische Korrektheit gelegt wird und häufig selbst die Aufenthaltsräume und Umkleiden keine Geschlechtertrennung kennen, fühlen sich die Azubis dort in Regel schnell in die betrieblichen Abläufe und Eigenarten ein.

So verwundert es nicht, dass die Fleischerei-Fachverkäuferin mit Blick auf das gute Betriebsklima und die seelische Ausgeglichenheit in der Schlachterfamilie, beim Anblick aufgehäufter, wenn auch nutzbringenden Kadaver regelmäßig zum kontrastierenden, gut durchblutetem Lebendfleisch greift.

Ein inniges und unverbindliches Verhältnis zum Schlachter gilt unter Fleischerei-Fachverkäuferinnen als wünschenswert bis selbstverständlich. So ist ist es Tradition, dass die Verkäuferinnen, ohne jeden Konkurrenzgedanken und außerbetrieblichen Verbindlichkeiten, den Gesellen und Meistern schichtkonform und regelmäßig lebensfördernde Maßnahmen abverlangen. Diese Besonderheiten der Fleischerei-Fachverkäuferinnen haben unlängst dazu geführt, dass das Fleischerhandwerk als Ausbildungsziel, das Bäckerhandwerk, trotz seiner süßlichen Versuchungen, auf Platz 1 der Berufswünsche unter Jugendlichen abgelöst hat.