Die Parität

Ein Trauerspiel

Parität - ein Begriff der seit einiger Zeit in der Politik seine vorläufige Heimat gefunden hat. Inzwischen häufig in der Verbindung mit mindestens Parität genutzt. Die Politik hat offenbar Probleme wichtige Posten zu besetzen. Das einzige, derzeitige Qualifikationsmerkmal scheint das Geschlechtsteil der Bewerber zu sein. Bedauerlicherweise scheinen die Kandidaten für Ministerposten und ähnliches sich durch die Bank weigern ihre Qualifikation öffentlich zu machen. Derzeit besteht keinerlei Transparenz in Bezug auf die tatsächliche Qualifikation der derzeitigen Politiker und Minister. Was die primären Geschlechtsteile der Politiker angeht, so habe ich zumindest während der Kandidaturen noch keine gesehen. Der Politiker setzt also voraus, daß allein die Behauptung, er habe dieses oder jenes Geschlechtsteil ausreicht, um ihn als Verteidigungsminister zu qualifizieren. Das ist einigermaßen neu. Bei der Behauptung, man sei in diesem oder jenem Fach promoviert, ist eine Überprüfung jederzeit möglich, bei Inanspruchnahme der Quotenqualifikation wird diese Transparenz jedoch konsequent verweigert.

Schlimmer noch wirkt sich die Tatsache aus, dass über das Geschlecht eines Menschen inzwischen keinerlei Einigkeit mehr besteht. Wer welchem Geschlecht zugeordnet werden kann unterliegt offenbar einer gewissen Willkürlichkeit. Allein die Behauptung diesem oder jenem Geschlecht zugehören reicht inzwischen wohl aus, um juristisch bindend zu sein.

Darüber hinaus wird die Quotenregelung derzeit von einigen Kreisen gestört, da eine nachträgliche und mehrfache Änderung inzwischen beliebt und auch möglich ist. Aufgrund der Tatsache, dass es nicht zwingend notwendig ist, sich klar zu definieren, läßt sich die angestrebte Parität unmöglich prognostizieren. Niemand darf gezwungen werden an einem unliebsamen Geschlecht festzuhalten, nur weil er Minister bleiben will. Da wird die Quotenregelung mit angestrebter Überparität zum Unterdrückungsmittel der Diversität. Zu allem Überfluss kommt ja nun auch noch das dritte Geschlecht, derzeit als divers bezeichnet und ohne jede Definition ins Rechtssystem eingebracht, dass die Fronten nun vollends durcheinander rüttelt. Der Versuch die Parität auf die drei Geschlechter auszuweiten findet derzeit allerdings seine Grenzen in der Tatsache, dass es wohl schwierig wird ausreichend diverse Kandidaten zu finden und ein Drittel der Posten u besetzen.

Das Schöne an der deutschen Politik ist, daß es regelmäßig der selbst initiierte Schwachsinn ist, der zu ihrer größten Herausforderung wird.

Vielleicht sollten wir auf die namentliche Feststellung eines Geschlechtes, sowohl in der Politik, als auch in der Gesellschaft insgesamt einfach verzichten. Schließlich war die juristische Feststellung eines Geschlechtes nur solange erforderlich, wie sie zur Eheschließung erforderlich war. Inzwischen kann aber völlig unabhängig vom Geschlecht geehelicht werden und der einzige Ort, wo das Geschlecht noch Bedeutung findet ist im Sport. Wenn wir also bereit sind zu akzeptieren, dass es lediglich eine statistische Abnormität, daß die Sportler mit Vagina eher selten gewinnen, dann können wird das Geschlecht einfach abschaffen. Und das das Geschlecht nicht mehr genannt wird und auch nicht von Bedeutung ist, werden wir das ja auch gar nicht bemerken.

Mir jedenfalls mißfällt es von Menschen regiert zu werden, die derart stolz auf ihr Geschlechtsteil herabblicken, dass sie aufgrund dessen bloßer Anwesenheit, einen Regierungsauftrag für sich ableiten. Ich will, wenn es schon sein muß, von Menschen und nicht einer Hälfte Pimmel und einer anderen Hälfte Vaginas, regiert werden.