Kapitel 3


Am nächsten Morgen wachte Moni spät auf. Abends sie hatte noch zwei kleine Gläser Sekt auf ihren so genialen Einfall mit dem Vertreterfest getrunken.

Davon konnten die stechenden Kopfschmerzen wohl kaum kommen. Sie sah in den Schlafzimmerspiegel ihrer Kleiderschrankwand und fühlte sich zerknittert wie eine alte Zeitung. Der Mut vom Vortag war verflogen und zurück blieb nur ein Häufchen Elend, dass brav am Herd stehen würde und darauf wartete, dass der Postbote ihr das Einschreiben mit der Scheidungsklage in den Hand drückte.

Das eigentlich Entsetzliche war, dass sie ihrer Mutter von Minute zu Minute immer ähnlicher wurde. Monis Vater hatte sie mit 48 Jahren sitzen lassen. Und sitzen gelassen konnte man durchaus wörtlich nehmen.

Seit dem Tag der Scheidung hatte ihre Mutter sich nicht mehr einen Zentimeter aus dem Fernsehsessel, den sie nach und nach immer mehr auszufüllen schien, gerührt. Eines Tages, soviel war sicher, würde sie einfach aus dem Sessel herausquellen.

So, wie ihre Mutter wollte Moni auf gar keinen Fall enden. Aber schon kurz nach der Heirat musste sie feststellen, dass es bei den Frauen in ihrer Familie wohl einen unweigerlichen Drang gab, am Fernsehsessel kleben zu bleiben.

Vielleicht sollte sie ihre Mutter wieder mal anrufen sollte. Gerade jetzt, wo sie das gleiche Schicksal zu ereilen schien, war es vielleicht Zeit mal wieder mit ihr zu sprechen. Schon um sich ihr Schicksal eindringlich vor Augen zu führen. Es war mehr als drei Jahre her, seit sie zum letzten Mal mit ihr geredet hatte. Sie hatten sich einfach nichts zu sagen. Außer vielleicht ein Gespräch über die täglichen Soaps.

*

Volker war schon zur Arbeit gefahren. So war das immer in letzter Zeit. Wenn sie zum Frühstück herunter kam, war sie allein.

Genau genommen kam Volker eigentlich nur noch zum Schlafen nach Hause. Zu Anfang ihrer Ehe hatte Moni noch das Gefühl gehabt, dass bei ihr alles ganz anders werden würde als bei ihren Eltern. Volker trank nur mäßig, ganz anders als ihr Vater. Und! Das war bei weitem der entscheidende Unterschied: Er liebte sie.

Wie gesagt, früher! Ihre Eltern hatten außer einem gelegentlichen Knurren, nie ein Wort miteinander gesprochen. Volker war ganz anders. Sie waren zusammen in Konzerte gegangen, später waren sie öfter Essen und tanzen gegangen. Er kam immer früh von der Arbeit nach Hause und hatte ihr von den Kollegen und seinen Erfolgen oder Misserfolgen erzählt.

Dann hatten sie den Abend irgendwie gemeinsam verbracht. Und natürlich auch die Nächte. Inzwischen war alles anders geworden. Gut, es war noch längst nicht so wie bei ihren Eltern, aber es war auf einem unaufhaltsamen Wege dort hin.
Eine Tasse Kaffee und ein Aspirin brachten Moni wieder einigermaßen in Schwung.

Vielleicht war das Kostüm doch nicht das Richtige für diese Gelegenheit. Wenn man es genau betrachtete, war es viel zu dezent.

Moni verspürte große Lust, sich etwas Ausgefallenes zu kaufen. Sie hatte eher etwas im Auge, dass einen ihrer wenigen körperlichen Vorzüge angemessen unterstrich. Am liebsten etwas Erotisches, denn mit der Erotik haperte es ja zurzeit am meisten.

Sie griff ihren alten Schlachtplan wieder auf. Es musste nicht so enden. Moni würde kämpfen, sie wollte keineswegs einfach aufgeben. Also streifte sie eine alte Wohlfühl-Jeans über und zog noch einmal los. In die zweite Runde.

Ein Push-up BH in ihrer Größe war schwer zu finden. 90c war die Obergrenze. Sie nahm ihn trotzdem, denn mit ein wenig Quetschen und Kneifen passte alles in die Körbchen rein. Wenn er unter der Brust ein wenig abstand, sah das ja keiner.
Erstaunlich leicht war es, sich mit dem kurzärmeligen, gerade geschnittenen Paillettenkleid, das sie gleich beim Betreten einer Boutique entdeckt hatte, anzufreunden. Es war knöchellang, dafür aber bis kurz übers Knie geschlitzt. Der tiefe runde Ausschnitt würde die zusammengepushten Brüste wie zwei pralle Granatäpfel aussehen lassen. Die meisten Männer standen auf große Brüste und davon würde sie heute Abend reichlich präsentieren. Der Rest ihrer Figur blieb unter einem Vorhang aus glitzernden Pailletten gut verborgen.

Die höchsten, spitzesten Lackpumps in die sie ihre viel zu breiten, mit einem Überbein am großen Zeh verzierten Füße quetschen konnte, nahm sie auch noch mit.

Beim Italiener aß sie einen frischen Salat und nahm vom Bäcker noch zwei Stück Kuchen mit nach Hause. Irgendwo musste die Kraft ja herkommen. Es blieb noch genug Zeit, sich zurechtzumachen.

*

Beim Eincremen betrachtete Moni sich im Spiegel. Sie griff sich eine Handvoll Bauchspeck und zerrte daran hin und her. Vielleicht konnte man mit einem scharfen Küchenmesser … Eine weitere Handvoll fand sie an den Beinen. Wenn sie diesen Körper nicht lieben konnte, dann würde es wohl auch kein anderer tun. Das hatte sie zumindest einer dieser superschlauen Frauenzeitschriften gelesen.

Die hatten ja immer gute Ratschläge parat, die niemandem wirklich weiterhalfen. Das hatte sie aus ihrer Diätzeit noch gut in Erinnerung.

Sie überlegte, ob sie ihren Körper liebte. Er war in Ordnung. Sie betastete ihre Haut. Weich und zart. Moni war eine fanatische Eincremerin. Ihre Brüste waren groß, aber schwerkraft­gebeugt. Alles an ihr gab irgendwo der Schwerkraft nach. Sie warf sich einen Kussmund im Spiegel zu, das wirkte reichlich albern. Sie probierte es noch dreimal, mit gebührendem Ernst. Erotisch war das wirklich nicht.

Ihr Hintern hätte auch einen Push-up vertragen können. Da war eine tiefe Falte, wo ihre Hinterbacken auf den Oberschenkelspeck trafen. Mit beiden Händen zog sie ihren Hintern hoch und drehte sich zum Spiegel. So sah es deutlich besser aus. Aber sie konnte wohl kaum den ganzen Abend lang unauffällig ihre Hinterbacken hochhalten.

Dann betrachtete sie ihre Figur in der Venusposition. Eine Hand auf der Brust die andere auf ihrem Venushügel. Das war die Stelle, wo sie am längsten niemand mehr berührt hatte. Sie selbst eigentlich auch nicht. Probehalber drückte sie auf den Knopf. Ein paar kreisende Bewegungen mit dem Mittel- und Zeigefinger. Sie hatte früher immer diese beiden Finger benutzt. Ein vertrautes Gefühl stellte sich ein, aber es erregte sie nicht im Mindesten.

Das war eher seltsam. Musste sie sich wirklich solche Mühe geben, sich selbst zu mögen? Sie beugte sich vor und stützte sich mit einer Hand auf dem Bett ab, spreizte die Beine und drückte mit der anderen flachen Hand sanft auf die Klitoris. Schon besser. Sie ließ die Hand ein wenig hin- und hergleiten, unterstützte die Bewegung mit dem Becken. Bald wurden ihre Bewegungen automatischer. Kurzzeitig geriet sie sogar ein wenig außer Atmen. Aber das war auch alles. Plötzlich kam sie sich reichlich albern vor. Sie konnte sich nicht einmal mehr selbst befriedigen. Das war nun wirklich ein ganz schlechtes Zeichen. Ein ganz, ganz schlechtes Zeichen. Konnte man so etwas verlernen?

Der Spiegel warf gnadenlos und ohne Pause ihr Abbild in den Raum. Das war ihr Speck. Wieso konnte sie sich nicht einmal selbst erotisch finden? Jede erotische Pose kam ihr eckig, unangebracht und gekünstelt vor. Sie war halt nur Moni und nicht Anna Nicole Smith.

Das neue Kleid lag ausgebreitet aus dem Bett. So sah es weit besser aus, als wenn sie es trug. Vielleicht sollte sie es einfach auf dem Bett liegen lassen. Oder das Kleid ohne Inhalt auf die Party schicken? Sozusagen stellvertretend für ihre guten Absichten. Am liebsten hätte sie jetzt eine Jogginghose angezogen und sich ‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten‘ mit Gyros und Pommes einverleibt. Aber so ging das nicht. Sie hatte einen Kampf begonnen und wenigstens diese eine Schlacht zöge sie jetzt auch durch.

Nackt und deprimiert, wie sie war, stampfte sie in die Küche. In der Flasche von gestern Abend war noch ein Rest Sekt. Gleich aus der Flasche? Nein, sie nahm eine der teuersten, gebrechlichsten Sektflöten aus der Vitrine und schenkte sich ein. Es prickelte. Aber nicht da, wo es sollte. Moni tauchte ihren Finger in das Glas und ließ einen Tropfen auf ihren Bauchnabel fallen. Dann nahm sie einen weiteren Tropfen und trug ihn dort auf, wo sie jedes Prickeln glaubte verloren zu haben.
„So, … du bist nicht lächerlich“, drohte sie ihrem Spiegelbild oben im Schlafzimmer. „Du bist ein ganz scharfes Geschoß, merk dir das!“

Dann schenkte sie sich den letzten Schluck Sekt nach und prostete sich aufmunternd zu. „Das zieh’n wir jetzt durch, meine Liebe.“

Als erstes griff sie nach dem Push-up. Nachdem sie alles korrekt verstaut und so fest unter Spannung gesetzt hatte, wie es eben ging, beugte sie sich vor. Da war eine beachtliche, tiefe, dunkle Spalte zwischen den Brüsten.

Bequem war das nicht gerade. Probehalber schlenkerte sie ihren Oberkörper hin und her. Nicht, dass sie das heute Abend als Programmpunkt geplant hatte, aber man wusste ja nie.

Trotz der Spannung waberten ihre Brüste wie ein nur halb gefülltes Wasserbett. Sie schlenkerte etwas kräftiger und schon verließ die erste Brust den Käfig und ihre Warze lugte vorwitzig heraus. Moni richtete sich wieder auf und konnte nicht mehr an sich halten vor Lachen.

„Sehr originell.“

Sie kicherte haltlos weiter und zog sich erst die restliche Wäsche an, bevor sie die Brüste wieder in ihre ursprüngliche Position quetschte.

Es fehlte ein Strapsgürtel. Sie konnte ja schlecht einen Body über dem Push-up tragen. Etwas fehlte ja immer. Den Anflug von Verzweiflung ignorierte Moni so gut es ging. Also musste doch eine der guten alten Strumpfhosen herhalten. Schade, dass sie nicht diesen glänzenden Satin-Effekt hatten. Das machte den ganzen geplanten Eindruck zunichte.

Wütend überlegte sie, ob sie noch mal in die Stadt fahren und nach einem Strapsgürtel Ausschau halten sollte. Vielleicht tat es ja auch der Gummiring eines Einmachglases. Perfekt wäre es sicher nicht und außerdem zweifelte sie daran, dass sie diesen Gummiring den ganzen Abend über tragen könnte, ohne dass ihre Beine blau anliefen. Mit schwarzen Strümpfen wäre es vielleicht noch gegangen.

Sie riss die Strumpfpackung auf. Wenigstens probieren konnte sie es.

Versöhnt stellte Moni fest, dass sie so oder so die falschen Strümpfe gekauft hatte. Halterlose. Die hatten bereits ein Gummiband eingearbeitet. Breit genug, um die Blutzufuhr nicht zu unterbrechen. Größe III war in Ordnung, aber etwas zu kurz. Sie gingen gerade eineinhalb handbreit übers Knie. Wenn die auch nur einen Zentimeter rutschten, sähe man den breiten Gummizug unter dem Schlitz des Kleides. Was soll’s? Vielleicht machte sich das sogar ganz gut?

Wenigstens das Kleid hatte die erhoffte Wirkung. Es sah toll aus. Moni hatte gar nicht gewusst, dass sie so eine elegante Ausstrahlung hatte und dabei war sie noch nicht einmal geschminkt.

Den Strumpfrand konnte man bestenfalls sehen, wenn man ihr zu Füßen lag, und dann sollte das wohl kein Problem mehr darstellen.

Zum Schminken zog Moni die Schuhe erst mal wieder aus. Sie hatte das Gefühl, dass sich die Absätze in ihre Fersen bohren würden. Wenn sie in diesen Pumps den ganzen Abend hinter sich gebracht hätte, könnte sie die Füße wahrscheinlich gemeinsam mit den Schuhen wegschmeißen.

Es war lange her, dass sie sich so richtig geschminkt hatte. Und es war gut, dass Volker noch lange nicht kommen würde. Beim dritten Versuch war sie einigermaßen zufrieden. Erst hatte sie ausgesehen wie eine aufgeschwemmte Wasserleiche. Dann war ihr zweimal die Wimperntusche verlaufen. Die abgeknickten Wimpern zählte sie erst gar nicht, und mit der Form ihrer Lippen war sie auch beim siebten Mal nicht wirklich zufrieden. Ein wenig Rouge, nur nicht zu dick auftragen und die Nägel. Da war Präzisionsarbeit gefragt.

Zwei Stunden noch, bis Volker kam und sie abholte. Zwei Stunden in denen sie eigentlich nichts tun konnte, außer sich still irgendwo hinzusetzen.

An Hausarbeit war in diesen Klamotten gar nicht zu denken. Essen kam auch nicht in Frage. Nicht mit diesen Lippen. Und überhaupt. Selbst Fernsehen war unbefriedigend, weil sie viel zu aufgekratzt war und permanent auf die Uhr starrte.

*

Volker ließ sich Zeit. Er war schon eine viertel Stunde überfällig. Wenn er in den nächsten zehn Minuten nicht käme, würde sie eine Flasche Sekt köpfen.

Dieses Warten war eine Zumutung. Unerträglich. Sie drohte in Verhaltensweisen ihrer Kindheit zurückzufallen und an den Nägeln zu kauen. Ein kurzer Blick sagte ihr jedoch, dass sie sich eher die Finger abhacken würde, als jetzt an den Nägeln zu kauen. Um jeder unbedachten Spontanhandlung entgegen zu wirkten, hielten sich ihre Hände brav gegenseitig fest. Wenn dieser Mann nicht jeden Augenblick käme, …

„Nett“, war das erste was Volker sagte, als er endlich das Wohnzimmer betrat. „Wirklich nett.“

„Nett?“ Moni hätte ihn augenblicklich schlachten können. „Sag mir sofort, dass ich toll aussehe! Nett!“

„Wo willst du denn drauf los?“

Volker lachte. Sie hatte ihn lange nicht mehr lachen gesehen. Aber das war jetzt der falsche Moment für ein Lachen. ‚Auf dich gehe ich los‘, dachte Moni. ‚Du dämlicher Kerl, du sollst dich jetzt sofort wieder in mich verlieben und mir zu Füßen liegen!“

„Warte, ich gehe mich nur gerade umziehen, dann können wir los“, sagte Volker. „Dauert nur fünf Minuten.“

„Volker!“

Er blieb auf dem Treppenabsatz stehen.

„Findest du mich attraktiv?“

„Natürlich.“

„Ich meine so richtig.“ Sie war aufgestanden und stöckelte langsam auf ihn zu. Sie achtete darauf, dabei ihre Hüfte sanft schwingen zu lassen. „Wir müssen ja nicht unbedingt zu dem Fest gehen!“

„Du weißt doch, dass das eine Pflichtveranstaltung für mich ist.“

„Aber wir hätten noch ein wenig Zeit und könnten wenigstens etwas zu spät kommen.“ Sie hatte ihn jetzt fast erreicht.

„Ich muss mich noch umziehen, bitte. Für einen Streit ist jetzt wirklich nicht die richtige Zeit.“

Moni stand am Treppenabsatz und sah Volker nach. ‚Wieso Streit?‘ Sie wollte eigentlich von ihm auf der Stelle angefasst werden, vielleicht ein wenig geküsst, Lippenstift hin oder her. Natürlich hätte sie keineswegs etwas dagegen gehabt, von ihm aufs Bett geworfen und leidenschaftlich …

Sie überlegte, ob sie ihm einfach nachgehen sollte. Leidenschaftlich war Volker wirklich nie gewesen. Aber das hier grenzte ja schon an Desinteresse. Vielleicht musste sie die Initiative ergreifen? Sie dachte daran, eine verführerische Pose im Türrahmen seines Schlafzimmers einzunehmen. Sie könnte ihn beim Umziehen beobachten und im geeigneten Moment sich langsam ihrer Kleidung zu entledigen, bis sie nur noch in Push-up, Strümpfen und Pumps dastand. Das sollte wohl deutlich genug sein. Und wenn nicht? Sie war sicherlich stärker als er. Sollte er doch versuchen sich zu wehren! Wer sollte es ihr übel nehmen, wenn sie ihren eigenen Mann vergewal… Volker! Der würde es ihr übel nehmen. Und es würde sie ihrem Ziel mit Sicherheit nicht näher bringen.

Volker brauchte wirklich nicht lange, um sich umzuziehen. Aber es war lange genug, um Monis Enttäuschung wieder zu verdrängen und in einen Anflug von Tatendrang umzuwandeln.

„Wenn du mich jetzt nicht küsst, gehe ich nicht mit“, sagte sie energisch, als er mit dem Schlüsselbund in der Hand im Wohnzimmer auftauchte. Einen kurzen Moment lang, sah es so aus, als ob er daran dachte, die Möglichkeit zu nutzen, sie hier zu lassen. Dann küsste er sie. Die gespitzten Lippen hatte er ohne Schwierigkeiten übersehen und einen echten Kuss konnte man das wohl auch nicht nennen.

„Wir wollen doch jetzt nicht den schönen Lippenstift ruinieren.“

‚Da hätte ich nichts dagegen gehabt‘, dachte Moni. ‚Und wenn Der Lippenstift unbedingt verschont bleiben sollte, hättest du mich mal ganz woanders küssen können!‘

Sie war echt sauer. Nach so viel Aufwand hätte sie ja wohl ein Minimum an Zärtlichkeiten erwarten dürfen. Wenigstens konnte sie jetzt mitgehen, ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren. Wenn er sie nicht geküsst hätte, hätte sie zugeben müssen, wie wichtig es ihr war auf dieses Fest zu gehen. In Zukunft musste sie vorsichtiger sein mit solchen Forderungen. Kommentarlos stieg sie in den Wagen.

Kein Wort hatten sie während der Fahrt gesprochen. Und Volker schien das nicht einmal zu bemerken. Er merkte auch nicht mehr, dass sie sauer war. Früher hätte er versucht herausfinden, was sie hatte. Er hätte ihr Löcher in den Bauch gefragt, oder wäre wenigstens selber sauer geworden, weil sie schon wieder schlechte Laune hatte.

Aber heute? Es war ihm wohl völlig egal, was mit ihr war.

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