Kapitel 9

Nachtwache

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Der Abend verlief zäh und schleppend. Doris verbrachte die Zeit auf dem Fenstersims und lauschte dem Vogelgezwitscher in dem Birnbaum unter dem Fenster. Werner und Martin schauten fern. Doris war sauer. Eigentlich war heute Geburtstagsfeier bei Sabine. Martin wäre da sicher auch hingegangen. Aber Doris Vater erlaubte nicht, dass seine Kinder, insbesondere seine Tochter am Abend das Haus verließen. Also musste auch Martin bleiben. Doris war gerade 16 geworden. Alle anderen in der Klasse waren erst 15. Und ausgerechnet als Älteste durfte sie abends nicht weg. Das ist keine Frage des Alters, hatte ihr Vater gesagt, sondern eine Frage ob du hier wohnst oder nicht. Solange du hier wohnst, wird das so gemacht, wie ich es sage.

Martin störte es nicht wirklich, dass die Party ohne ihn stattfand. Aber Doris wurde von Minute zu Minute unruhiger und verärgerter. Schließlich stieg sie vom Fensterbrett herunter und flüsterte Werner etwas ins Ohr.

„Das geht nicht!“ behauptete Werner.

Doris flüsterte ihm erneut etwas ins Ohr, und Werner schien jetzt bereit zu sein nachzugeben.

„Also, ihr Trantüten, ich gehe rüber und höre Musik, viel Spaß noch.“

„Was wollte sie?“ fragte Martin, als Doris gegangen war.

„Nichts wichtiges. Wollen wir auf Fußball umschalten“, wich Werner aus.

„Von mir aus.“ Martin hatte nichts übrig für Fußball und Werner wußte das. Nach ein paar Minuten wurde es Martin zu langweilig und er begann in Werners Chemiebuch zu lesen. Chemie gehörte zu den fünf Fächern in denen seine Versetzung gefährdet war.

„Wirst du jetzt zum Streber?“ spöttelte Werner.

„Ich muss, sonst schaffe ich das Abi nicht.“

„Das sind noch Jahre Zeit.“

„Ich will aber nicht sitzen bleiben, auf keinen Fall.“

Gegen halb elf kam Frau Bruckner herein und wünschte den Jungen eine gute Nacht. Die Geschichte im Keller schien sie total aus ihrem Gedächtnis gestrichen zu haben. Martin wußte nicht genau, was sie von sie davon gehalten hatte, aber er war froh, dass das jetzt auch nicht wichtig zu sein schien.

Es war so gegen zwölf Uhr, als Martin aus dem Halbschlaf gerissen wurde. Werner war von seinem Hochbett herunter geklettert und rüttelte Martin sanft an der Schulter.

„Sei leise und komm mit!“ flüsterte er.

„Wohin?“ fragte Martin unterdrückt zurück.

„Siehst du gleich! Aber sei bloß leise!“

Martin war vom Schlaf noch ein wenig benebelt und trottete willenlos hinter ihm her. Lautlos öffnete Werner die Tür. Auf Zehenspitzen ging es über den Flur, bis vor der Tür zu Doris Zimmer standen. Werner schob die Tür ohne anzuklopfen auf. In ihrem Zimmer brannte nur eine Kerze auf ihrem Nachttisch. Doris selbst saß mit dem Rücken die Wand gelehnt auf ihrem Bett.

„Was machen wir denn hier?“ wollte Martin wissen.

„Psssch!“ zischte Doris, lauter als er geflüstert hatte. „Ihr müsst vor allem leise sein. Kommt hierher ins Licht.“

Werner stellte sich gleich neben die Kerze, vors Bett. Martin stellte sich daneben.

„Was ist los?“ flüsterte Martin noch mal.

„Gut! Jetzt holt sie raus“, sagte Doris leise.

„Wie bitte?“

Werner zog seine Schlafanzughose bis zum Knie herunter.

„Was soll denn das jetzt wieder?“

„Halt endlich den Mund, sie will uns doch nur vermessen“, erklärte Werner zischend.

Mit einem breiten Grinsen zog Doris ein Maßband und ein Notizbuch unter ihrer Bettdecke hervor.

„Ihr seid verrückt!“ behauptete Martin verblüfft.

„Ich hab’s ihr versprochen. Jetzt mach nicht wieder so einen Aufstand“, versuchte Werner ihn zu beruhigen, während Doris das Maßband an seinem Glied ausrollte.

„11,3“, flüsterte Doris. „Umfang 3,9.“ Beides notierte sie in dem Buch. „Jetzt Martin“, kommandierte sie. „Warte: Ich muss erste eine neue Spalte anfangen.“

„Zieh die Hose runter!“ nörgelte Werner.

Martin schüttelte den Kopf. Aber er hinderte Doris nicht daran, seine Hose runter zu ziehen. Dann näherte sie sich seinem Glied mit dem Maßband.

„Heh, erst unausgefahren!“ zischte sie verärgert.

Martin zuckte mit den Schultern und sah zu, wie sein Penis sich Millimeter für Millimeter in die Waagerechte vorarbeitet.

„Anfänger“, schimpfte Doris. „Na gut, also dann nur ausgefahren.“

Doris fasste mit beiden Händen zu und sofort schwollen beide Glieder zu voller Größe an. Dann rieb sie noch ein wenig daran. Und machte sich wieder mit dem Maßband ans Werk.

„18,4.Und 5,1. Das ist nicht schlecht. Aber leider ohne Vergleichswert.“ Doris notierte Martins Werte. „Und 14,6 und 4,2.“

Buch und Maßband verschwanden wieder unter der Bettdecke. Doris hüpfte zurück und lehnte sich wieder an die Wand.

„Runter holen müsst ihr sie euch schon alleine“, quiekte sie vergnüglich. „Es reicht ja wohl, wenn ich das messen übernehme.“

Martin sah, wie Werner seinen Penis mit der Hand umschloss und langsam auf und ab zu reiben begann.

„Du auch, Martin!“

Martin stand nur da und sah Werner zu. Das alles schien ihm nicht richtig zu sein. Die Bruckners hatten eindeutig einen an der Waffel. Aber er fand es auch nicht wirklich schlimm. Es war viel mehr erstaunlich, was hier so alles vor sich ging.

„Ich glaube ja wohl nicht, was ich hier sehe!“ knurrte eine tiefe Stimme leise aber eindringlich. „Seid ihr jetzt völlig verrückt geworden. – Martin!“

Martin fuhr herum. Frau Bruckner! Diesmal gab es keinerlei Ausflucht. Das hier war eindeutig nicht richtig. Und seine Mutter würde davon erfahren. Martin erstarrte zu Eis und glotzte Frau Bruckner fragend an. Was sollte er jetzt tun oder sagen?

„Zieh deine Hose hoch, Martin“, forderte Frau Bruckner ihn enttäuscht auf.

Werner hatte daran natürlich längst gedacht und sofort reagiert. Außerdem stand er von der Tür her gesehen verdeckt hinter Martin. Jetzt sah es wieder mal so aus, als ob er es gewesen wäre, der …

„Ich habe ja wirklich einiges an Verständnis“, wetterte Frau Bruckner leise drohend los. „Aber das kann ich beim besten Willen nicht dulden. Nicht unter meinem Dach. Und Werner, du stehst da und schaust zu! Wenn Vater davon erfährt, der bringt uns alle um. Das ist wirklich ein Sündenpfuhl. Los in euer Zimmer, aber ganz schnell.“

Werner sah bedrückt zu Boden und war blass geworden. Ohne jeden Widerspruch oder eine Erklärung machte sich auf den Weg in sein Zimmer. Doris lag plötzlich ganz normal im Bett, schaute wie ein angeschossenes Reh zu ihrer Mutter hoch. „Ich kann nichts dafür, die sind einfach zu mir rüber gekommen“, behauptete sie mit unschuldiger Mine.

„Schon gut jetzt, keine Diskussion. Es ist ja wohl nichts passiert, oder?“

Doris schüttelte den Kopf.

„War ja nur Spielkram. Das kommt in euerm Alter halt vor. So jetzt will ich hier aber Ruhe haben und schlafen.“

Martin wollte sich gerade an Frau Bruckner vorbei drücken und in Werners Zimmer verschwinden, als sie ihn festhielt.

„Warte hier, aber leise!“

Sie verschwand kurz in Werners Zimmer und kam gleich darauf mit seinen Sachen wieder heraus. Sie hielt den Finger vor den Mund und öffnete die Tür zu ihrem Zimmer. Dann winkte sie ihn herein und schloss hinter sie hinter ihm ab.

„Martin, es ist dir doch wohl klar, dass das nicht geht, oder!“

Martin nickte.

„Ich kann auf keinen Fall zulassen, dass ihr hier nachts so einen Unfug treibt. Ich will aber auch nicht, dass das an die große Glocke gehängt wird. In euerem Alter, da kommt so was halt vor, da muss man keinen Wind darum machen, oder?“

Wieder fühlte Martin sich unvermittelt sicher. Er wußte, was auch immer jetzt kam, es würde keinen Ärger geben. Ab einem gewissen Alter schienen die meisten Probleme ebenso schnell wieder zu verschwinden wie sie aufgetaucht waren. Vor zwei Jahren, als er bei den Bruckners die Küchenscheibe mit dem Ball zerschossen hatte, musste er sich dreimal bei Herrn Bruckner dafür entschuldigen. Einen großen Teil seines Taschengeldes musste er opfern, und von seiner Mutter hatte er eine ganze Woche lang Hausarrest bekommen. Wenn man es genau nahm, war es ja sowieso Werner gewesen, der geschossen hatte. Er hatte Martin am Kopf getroffen, und von dort war der Ball gegen die Scheibe geprallt. Aber so schien es ja immer zu sein. Frau Bruckner öffnete die Tür zu ihrem Schlafzimmer und schob ihn sanft hinein.

Das, was anscheinend aber endlich mal ein Ende hatte, war, dass alle naselang jemand zu seiner Mutter lief und sich über ihn beschwerte. Jetzt, wo er wirklich Angst hatte, seine Mutter könnte etwas erfahren von irgendeinem Unsinn, den er gemacht hatte, schienen plötzlich alle darüber schweigen zu wollen und die Probleme lösten sich ganz einfach so in Luft auf.

„Das alles ist ja sicher in ein paar Monaten vorbei. Dann habt ihr euch beruhigt und alles geht wieder seinen Gang. Es ist doch nur nötig, dass ihr euch ein bisschen zusammenreißt. Ich weiß, das kann schwer sein. Und wenn du damit solche Schwierigkeiten hast, dann geh den Dingen halt aus dem Weg.“

Frau Bruckner stand in einem langen geblümten Nachthemd und Filzpantoffeln vor ihm und suchte in seinem Gesicht nach Einverständnis. Auf dem Kopf hatte sie eine eigenwillige Haube, wie aus Papier. Sie sah wirklich zum Fürchten aus.

„Verstehst du, was ich meine?“

„Ich denke schon.“

„Also, wie gesagt, ich kann nicht zulassen, dass du hier nachts herumgeisterst. Macht es dir etwas aus, hier zu schlafen?“

Martin schüttelte den Kopf. Und beobachtete argwöhnisch wie Frau Bruckner die verschloss.

„Die Tür schließe ich ab. Nicht, weil ich dir nicht traue, sondern, weil ich nicht will, dass Vater das aus Versehen mitkriegt. Was soll ich dem denn erklären, wieso du nicht bei Werner im Zimmer schläfst. Dann käme ja alles raus und der hat gar Verständnis für solche Kindereien.“

Martin nickte.

„Gut. So kann ich ruhig schlafen und niemand braucht etwas zu erfahren. So, leg dich da ins Bett.“

Martin legte sich hin.

„Ach je, ich habe die andere Decke vergessen. Würde wohl auch zu eng werden“, dachte Frau Bruckner laut nach. Es war auch ohne zweite Decke schon eng genug. Das Bett war zwar breiter als normal, aber Frau Bruckner eben auch.

„Hast du genug Decke?“ fragte sie, nachdem sie ihm ein gutes Stück davon übergeworfen hatte.

„Ja.“

„Dann schlaf jetzt“, grunzte Frau Bruckner und schaltete das Licht aus.

Das war leichter gesagt als getan. Martin war hellwach. Er lag erst auf dem Rücken, dann auf der Seite. Fast wäre er aus dem Bett gefallen. Frau Bruckner wälzte sich auf die Seite. Am bequemsten konnte er liegen, wenn in der gleichen Blickrichtung neben ihr lag. Aber dann berührte sein Becken ihren Hintern. Sie schien das nicht zu stören. Aber Martin fiel plötzlich das Heft in der Schublade ein, und er spürte schon wieder das Schwellen. Es suchte seinen Weg wie auf dem Foto, bis es verschwinden würde. Martin drehte sich abrupt um. Jetzt lag er Hintern an Hintern mit Frau Bruckner. Nicht gerade angenehm. Frau Bruckner grunzte. Sie grunzte noch mal, dann fing sie an zu schnarchen. Sie schlief.

Martin betastete sein Glied. Er umfasste es. Es schien ihm dicker als je zuvor. Langsam begann er daran zu reiben, so wie es Werner vorhin in Doris Zimmer getan hatte. Das fühlte sich gut an. Aufmerksam lauschte er auf das Schnarchen. Bei jeder Unregelmäßigkeit hielt er inne. Noch einmal ließ sie ihn sicher nicht davon kommen. Unverbesserlichkeit war unentschuldbar. Aber nach einigem hin und her, stellte er fest, dass seine Angst erwischt zu werden, immer mehr zurückwich. Ein neues Gefühl kam auf. Wie bei dem Heftchen, als seine Beine taub zu werden schienen. Er dachte an das Heft und plötzlich war es ihm tatsächlich egal. Das Gefühl war wieder da, die schleimige Nässe war wieder da. Er ließ sein Glied wieder in die Hose gleiten, aber ohne es loszulassen und war fast im gleichen Moment eingeschlafen.

*

Am Sonntag gingen ihm die Schwierigkeiten aus dem Weg. Genau genommen Werner und Doris. Offenbar hatte die nächtliche Aktion wohl doch Konsequenzen nach sich gezogen, von denen Martin nichtsmitbekommen hatte. Er verbrachte den halben Vormittag auf der Terrasse. Mit dem Aufstehen von Herrn Bruckner war nicht vor 3 Uhr zu rechen, und bis dahin hätte ihn seine Mutter sicher schon abgeholt.

Martins Mutter kam wirklich früh. Schon vor dem Mittag stand sie plötzlich vor ihm auf der Terrasse. Martin hatte keine Klingel gehört. Als er seine Mutter plötzlich vor sich sah erschreckte er sich. Ihm fielen all die Dinge ein, von denen sie besser nichts erfahren sollte, und er war sich nicht mehr sicher, dass das alles wirklich gut ging und ihr nichts zu Ohren kommen würde.

„Ich hoffe, er hat sich anständig benommen?“ erkundigte sich seine Mutter.

Martin wartet gespannt auf Frau Bruckners Antwort.

„Martin hat überhaupt keine Schwierigkeiten gemacht“, behauptete sie mit einem kurzen Blick auf den Jungen.

„So, da bin ich anderes gewohnt.“ behauptete seine Mutter. „Aber wenn Sie’s sagen.“

„Ach, ein paar Kabbeleien unter den Kindern. Nichts ernstes. Sonst hat er sich tadellos benommen.“

„Wie geht es ihrem Mann?“

„Gut soweit. Kleine Erkältung, aber auch nichts ernstes. Er ist nur vorsorglich im Bett geblieben, damit er am Montag wieder fit ist“, log Frau Bruckner ohne sichtbares Erröten. Eigentlich hätte ihre Nase spätestens jetzt wachsen müssen, wie es bestimmte Körperteile von Martin in den unpassendsten Momenten immer taten.

„Ja, dann bedanke ich mich nochmals und hoffe, er hat ihnen wirklich keine Mühe gemacht.“

„Überhaupt nicht, er ist immer ein gern gesehener Gast. Auch mein Mann freut sich, wenn mal Besuch kommt.“

Erwachsene konnten lügen und dabei ganz echt lächeln, das war ihr großer Vorteil. Sie wussten einfach, dass man ihnen glaubte. Sie hatten keinen Zweifel und deswegen konnten sie weit besser lügen als Kinder. Das war eine Lektion. Martins Mutter verabschiedete und nahm ihren Sohn mit rüber in ihr Haus.

„Wirklich alles in Ordnung?“ fragte sie Martin noch einmal, als sie allein waren. Martin lächelte. Er wußte, dass seine Mutter ihm niemals abnehmen würde, dass alles völlig reibungslos abgegangen war. „War ganz okay. Nur Doris hat mich manchmal genervt.“

„Warum bist ihr nicht aus dem Weg gegangen?“

„Ging nicht. Aber hinterher ist Frau Bruckner dazwischen gegangen. Von da an hatte ich Ruhe.“

„Na, schön. Wollen wir noch etwas zusammen machen. Ich bin extra so früh wie möglich zurückgekommen. Wollen wir auf den Rummel fahren?“

„Wo ist den Rummel?“

„Nicht weit von hier. Hab ich auf der Fahrt gesehen.“

Eigentlich hätte er lieber in seinem Zimmer gesessen und seine Freiheit genossen. Aber Rummel war auch nicht schlecht, und seine Mutter freute sich darauf.

Weiterlesen Kapitel 10

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