Chickenrun

Berlin

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Das Modewochenende in Berlin endet mit dem traditionellen 100 Meter Lauf der Damen in Hackenschuhen. Der ursprüngliche Name "Stilleto-Run" wurde von den Veranstaltern (Glamour) in letzter Minute in "Chicken-Run" umgewandelt, nachdem sich bei der Anmeldung unerwartet viele messerschwingende, italienische Zwerge eingefunden hatten, die sich die Teilnahme keinesfalls versagen lassen wollten.

Besagte Zwerge starteten nun in einer gesonderten Gruppe, nachdem sie vom Veranstalter des Chicken-Runs dazu überredet wurden, wenigstens Damenschuhe mit 5cm Absatz und passende Damenwäsche zu tragen. Es hat rund drei Tage gedauert das italienische Teilnehmerfeld davon zu überzeugen, daß es sich bei dem ehemaligen "Stilleto-Run" mehr um eine Art Spaß handelte.

Das reguläre Teilnehmerfeld muß eine Mindesthöhe des Hackenschuhs von 7cm Absatzhöhe nachweisen. Eine Gruppe von Deutschlehrerinnen wurde bereits im Vorfeld disqualifiziert, nachdem die Vermessung ihrer Hackenschuhe ergab, daß die maximale Absatzbreite von 1,5cm deutlich überschritten wurde. Die Lehrerinnen rechtfertigten sich damit, daß das dies ihre Arbeitsschuhe seien, und ihre Behörde keine Absätze bei Pumps unter 2,5cm Breite in Klassenzimmern mit unter 16jährigen zuließe.

Gestartet wurde nunmehr in mehreren Klassen. Von der Velba-Klasse als Königsdisziplin, bis hin zur Klum-Klasse, die in diesem Jahr einen Sonderpreis erhält, weil der Hauptpreis für diese Bauchklasse einfach weniger attraktiv war. Als Extrapreis bekamen alle Teilnehmer der Klum-Klasse, eine Euro-Palette Windeln von Schlecker.

Regulär jedoch winken dem Sieger jeder Klasse ein Einkaufsgutschein, von 10.000 Euro und ein Ehevertrag mit einem Anwalt, dessen Einkommen mindestens 400.000 Euro im Jahr beträgt und der das 60zigste Lebensjahr bereits überschritten hat.

Der Andrang war gewaltig, berichtete einer der Veranstalter. Es haben sich über 6.000 Frauen gemeldet, die Stuarts kamen kaum noch mit den Vermessen der Hackenschuhe nach.

Lolos Ferrari beim Chicken RunEs hat auch bereits Beschwerden vom legendären Rennstall Ferrari gegeben. Ferraris Lolo monierte, daß einige ihrer Konkurrentinnen in der Velba-Klasse sich Kaugummis unter die Metallspitzen in der Absätze geklebt haben, um dadurch das Grip-Niveau, vor allem beim kritischen Start, zu erhöhen.

Bei näherer Betrachtung stellten die Stuarts jedoch fest, das Lolos Ausweis gar nicht echt sein konnte. Erstens war Lolo Ferrari laut Ausweis erst 28 und zweitens erinnerten sich einige der Offiziellen daran, daß die echte Lolo Ferrari bereits seit einigen Jahren in der ewigen Boxengasse ruht.

Sofortige Ermittlungen ergaben, daß es sich bei der Frau keineswegs um Lolo Ferrari, wohl aber um ihre Brüste handelte. In Wahrheit hieß die Frau Anna Nicole Smith, die versucht hatte mit Lolos Frontspoiler und dem guten Namen des Rennstalls Ferrari, sich eine weitere potentielle Erbschaft zu erstöckeln. Lolo Ferrari wurde folglich disqualifiziert.

Chickenrun in Berlin als PodcastIn der Velba-Klasse kam es zum erwarteten Brust an Brust rennen zwischen Bettie Ballhaus und Nadine Jansen. Überholt wurden die beiden Frauen im ersten Drittel der Strecke von zwei messerschwingenden Italienern, die sich aber in der Startaufstellung vertan hatten und konsequent noch vor dem Ziel die schwarze Flagge sahen.

Die Siegerin Nadine Jansen, erklärte nach dem dem Rennen, sie haben einen leichten Vorteil gehabt, da sie ihren Bullet-Bra bewußt eine Nummer kleiner trug, um beim entscheidenden Finish leichte aerodynamische Vorteile zu erzielen.

In der Klasse der Junghühner unter dreißig gewann Uschi Glas (28). Bei der Siegerehrung, vermeldete Frau Glas, daß für sie ein Anwalt ja ein Geschenk des Himmels für sie sei. Und sie hätte bei diesem Chicken Run überhaupt nur wegen des kostenlosen juristischen Beischlafs teilgenommen.