Frau Schubert


Frau Schubert war wohl an die 70, vielleicht noch etwas älter. Das konnte niemand so wirklich sagen. Sie war ein Findelkind aus dem zweiten Weltkrieg. Und ihre Papiere waren im Hamburger Feuersturm verloren gegangen. Sie hatte keine Verwandten und auch keine Freunde. Für Mario, der in den nächsten Monaten ihre Pflege übernehmen sollte war das auch egal. Er hatte sich gegen den Wehrdienst entschieden, aber der Zivildienst war für Mario einfach nur das geringere Übel.

Eigentlich galt Frau Schubert unter den Pflegern als echte Zicke. Es hieß, sie würde sich absichtlich ungeschickt anstellen beim Anziehen, dabei könnte sie sich eigentlich selbst anziehen. Außerdem schickte sie das Pflegepersonal unnötig oft irgendwelche Besorgungen machen. Aber all das waren Probleme der hauptamtlichen Mitarbeiter. Er brachte nur das Essen, sollte sie einmal täglich spazieren führen und die Einkäufe und andere Kleinigkeiten übernehmen.

Eigentlich fand Mario die Frau ganz nett. Es war etwas unglücklich, dass sie im zweiten Stockwerk wohnte. Bis Mario sie die beiden Treppen herunter gewuchtet hatte, war gerne mal eine halbe Stunde vergangen. Danach brachte man den knappen Kilometer im angrenzenden Park samt Gehhilfe im Schneckentempo hinter sich. Dabei hörte Mario sich teilnahmslos die neuesten Beschwerden über seine Kollegen und Geschichtenmischmasch aus den letzten dreißig Jahren an. Anschließend musste er noch für Frau Schubert einkaufen, dann ging er noch mal, um die angeblich falschen oder fehlenden Besorgungen zu erledigen. Ja Frau Schubert war wirklich eine Zicke. Aber eigentlich lief es gut, jedenfalls solange bis Marianne krank wurde und Werner mit Kündigung drohte, wenn er die Schubert noch weiter pflegen müsste.

Mario konnte einfach nicht nein sagen, als Moira vom Büro ihn fragte, ob er für Marianne einspringen könnte. Er sollte sie nur anziehen, das Waschen würde eine Aushilfe am Nachmittag übernehmen. Das sollte wohl zu schaffen sein.

Mario holte sich den Schlüssel im Büro ab und machte sich auf den Weg zu Frau Schubert. Es war schon ein eigenartiges Gefühl eine fremde Wohnung zu öffnen.

„Marianne?“ In ihrem Rufen schwang eine gewisse Ungeduld mit.

Mario wusste nicht, was er antworten sollte. Womöglich erschrak sie, wenn sie eine fremde Stimme in ihrer Wohnung hörte.

„Marianne ist krank!“ rief Mario. „Ich bin's Mario.“

„Mario??“

„Ja, genau.“

„Komm rein, ich bin im Schlafzimmer.“

Im Schlafzimmer war er bisher noch nicht gewesen, es sah aber im Wesentlichen nicht viel anders aus als der Rest der Wohnung. Billige, auf Barock getrimmte furnierte Möbel, viel Gold, viel Glas-Klunker. Da stieß einem nicht einmal das verspiegelte Kopfende des pompösen Doppelbettes auf.

„Ich soll Ihnen beim Anziehen helfen. Später kommt noch jemand und hilft Ihnen beim Waschen.“

„Kommt nicht in Frage!“ schimpfte Frau Schubert gleich los. „Ungewaschen anziehen? Das kommt überhaupt nicht in Frage.“

„Ich bin dafür nicht ausgebildet“, erklärte Mario. „Ich kann Sie nicht waschen, das geht nicht.“

„Was soll das denn heißen? Sie können sich selbst doch auch waschen.“

„Ja schon, aber das ist doch ganz was anderes ...“

„Quatsch! Hilf mir hoch und ins Bad.“

Mario griff ihr unter den Arm zog sie aus dem Bett hoch. Sie war ganz schön schwer und ließ sich kaum dass er sie aus Bett hatte, wieder zurückfallen.

„Die Schuhe! Erst die Schuhe.“

Die pusseligen Hausschuhe standen gleich neben dem Nachttisch. Er schob sie ihr auf die Füße und brachte sie wieder in den Stand, gab ihr die beiden Stöcke in die Hand und begleitete sie ins Bad.

Dort ließ er ihr Wasser ein und legte einen Waschlappen bereit. Dann kam das erste Problem auf ihn zu. Er musste ihr helfen das Nachthemd über den Kopf zu ziehen. Bis zu diesem Moment hatte er nicht darüber nachgedacht, dass diese dicke, alte Frau gleich nackt vor ihm stehen würde. Es war ihm klar gewesen, dass Frau Schubert nicht gerade zu den schlanken Exemplaren der Menschheit gehörte. Im ersten Moment war Mario auch zu sehr damit beschäftigt diese geblümte Nachwäsche über ihren bulligen Kopf zu fummeln. Erst als das Nachthemd nachweislich an Brüsten fest hing, wurde Mario klar, dass die meiste Fülle von Frau Schuberts Oberkörper nicht unbedingt durch einen überdimensionalen Bauch bedingt war. Als Frau Schuberts Kopf völlig vom Nachthemd verdeckt war, hielt Mario einen Moment inne und starrte auf das größte Paar Brüste das er je gesehen hatte. Nicht mal im Internet hatte er bisher solche Brüste gesehen. Allein die Brustwarzen waren so groß wie sein Handteller.

„Was ist?“ drängelte Frau Schubert und brachte Mario schnell wieder in die Wirklichkeit zurück.

Mario beeilte sich das Nachthemd endlich über Frau Schuberts Kopf zu kriegen.

„Ich warte draußen“, sagte Mario.

„Ich kann aber meinen Hintern und meinen Rücken nicht allein waschen“, behauptete Frau Schubert.

Unwillig sah Mario zu, wie Frau Schubert sich unter Armen wusch, ihre monströsen Brüste einseifte, wieder abwusch und sich ausgiebig um ihren Schambereich kümmerte. Dann reichte sie ihm den Waschlappen nach hinten und forderte ihn auf sich ihrem Rücken und dem Gesäß zu widmen.

Der Rücken war unproblematisch, aber den Hintern seifte er ihr viel oberflächlich ein. Sie gab nicht eher Ruhe bis er das Gefühl hatte, dass seine ganze Hand mitsamt des Waschlappens zwischen ihren gigantischen Hinterbacken verschwunden zu sein schien. Als er es endlich hinter sich hatte, half er ihr in blumigen Morgenmantel und begleitete sie wieder ins Schlafzimmer.

Das Anziehen hatte Mario sich auch erheblich leichter vorgestellt. Er musste ihr ein Monster von BH aus der Schublade suchen. Das war wohl mehr eine Art Zwangsjacke als ein BH. Und als Mario die Körbe des BHs in der Hand hatte erschien es ihm unmöglich dass dieser Leerraum nur von einer Brust gefüllt werden könnte. Doch als er das Monster entwirrt hatte und Frau Schubert zum Reinschlüpfen bereit hielt war er von dieser Unmöglichkeit nicht mehr so überzeugt.

Als er hinter ihr stand und mit schmerzenden Fingern versuchte 12 winzige Metallhaken in noch winzigere Ösen zu fummeln, während Frau Schubert versuchte mit festen Griffen ihre Brüste in die vorgegebenen Öffnungen zu stopfen und auch darin zu halten, musste er feststellen, dass selbst diese mächtigen Halbschalen nicht in der Lage waren Frau Schuberts Brüste restlos aufzunehmen.

Aber mit vereinten Kräften ging es dann doch, wenngleich die Bündchen und Träger des Büstenhalters gefährlich ins Fett der Schultern und des Brustkorbes einschnitten.

„Ich brauche langsam neue Wäsche“, bemerkte Frau Schubert. „Vielleicht kannst du sie morgen abholen.“

„Ja sicher“, sagte Mario, obwohl er eigentlich der Meinung war, dass er vorerst genug Kontakt zu Frau Schuberts Unterwäsche gehabt hatte. Zudem kam nun noch das Anlegen des Ungetüms von Hüftgürtel auf ihn zu.

Zuerst hatte er gar nicht gewusst, wozu das Ding da war, was er da für sie aus der Schublade zog. Doch schnell wurde ihm klar, dass man an den vier herum baumelnden Strippen wohl die Strümpfe befestigte. Natürlich konnte Frau Schubert das auch nicht alleine. Und so bemühte sich Mario den dünnen Nylonstoff irgendwie zwischen diesen komischen, metallischen Klemmschiebern zu befestigen, nachdem er endlich seinen nervigen Kampf mit winzigen Ösen des Hüfthalters siegreich beendet hatte. Das war natürlich nicht gegangen ohne dass Frau Schubert mehrmals die Luft angehalten und ihr schwabbeligen Bauch eingezogen hatte. Das artete allmählich in Schwerarbeit aus.

Doch irgendwann stand sie endlich in ihrer typischen, weißen Bluse da und grinste breit, als Mario sich die Finger rieb, die immer noch weh taten von diesen unpraktischen Metallösen.

Der Rest des Tages verlief dann eigentlich in gewohnter Manier. Einholen und spazieren gehen.


*

In der Zentrale war man sehr zufrieden mit Marios Leistung und bot ihm an eine Zusatzausbildung in Sachen Altenpflege zu machen. Mario nahm das Angebot gerne an. Denn das hieß weniger herumfahren und einkaufen und weniger alte Frauen und Männer aus dem Sessel hieven.
Frau Schubert blieb ihm aber zur Betreuung, zumal man Schwierigkeiten hatte Personal für sie zu finden. An manchen Tagen pflegte sie schon ganz üble Launen zu haben.

So auch an dem Tag als sie hörte, dass der Besitzer des Wäscheladens in dem sie seit Jahrzehnten kaufte verstorben war. Nun drohte die Schließung des Miederfachgeschäftes Kranz. Frau Schubert war außer sich und hatte eine Liste mit Wäsche gemacht, die wohl hoffentlich ihre Lebzeiten überdauerte. Mario sollte sofort losfahren nach Barmbek um zu sehen, was noch zu beschaffen war.

Mario versuchte ihr diesen Unsinn auszureden. Schließlich war das Todesdatum in der Anzeige die Frau Schubert gelesen hatte schon über drei Wochen her. Da war der Laden ganz sicher geschlossen. Also wozu die lange Reise nach Barmbek.

Aber mit Frau Schubert war nicht zu reden. Sie regte sich fürchterlich auf, weil sie Angst hatte, dass sie keinen Hüfthalter von Zours mehr kriegen würde und die trug sie nun mal schon seit dreißig Jahren. Und ein Korselett von Froja würde sie in ihrer Größe nirgendwo anders kriegen, davon war fest überzeugt. „Keinesfalls trete ich dem Schöpfer ohne stramm sitzenden Hüfthalter gegenüber“, erklärte sie kategorisch.

Es half nichts, Mario musste los. Eigentlich konnte es ihm egal sein, wie er seine Zeit verschwendete. Dann machte er eben einen Kurztrip nach Barmbek.

Miederfachgeschäft Kranz


Erwartungsgemäß war das Geschäft, dessen Schaufenster wohl das letzte Mal 1963 neu dekoriert worden war, geschlossen. Die Auslagen waren hinter einer bräunlichen Sonnenschutzfolie kaum zu erkennen, aber es handelt sich um solch altertümliche und steife Wäsche wie Frau Schubert sie bevorzugt trug. Wirkte alles leicht orthopädisch und wenig einladend.

Auch der vergoldete Schriftzug über die gesamte Ladenbreite auf schwarzem Untergrund hatte bereits bessere Zeiten gesehen. Das R vom Kranz hing nur noch einer Schraube und deshalb schief unter den anderen Buchstaben.

Mario war unschlüssig, was er tun sollte. Anstandshalber starrte er nochmal durch die Glastür in das abgedunkelte Innere und hatte Pech, da war jemand! Man war wohl beim Ausräumen des Geschäftes. Mario wusste, dass er jetzt nicht mehr einfach so gehen konnte. Er musste etwas Peinliches unternehmen und klopfte zaghaft.

Eine für ihr Alter sehr attraktive Frau unterbrach ihr Gespräch mit einem Angestellten und schaute zur Tür herüber. Sie wirkte unschlüssig, doch dann kam sie an die Ladentür und öffnete.

„Wir haben geschlossen“, erklärte sie mit einem leicht gestressten Unterton.

„Ich weiß“, antwortete Mario. „Es ist nur so, dass ich eine ältere Frau betreue, die hier schon ewig eingekauft hat und die dringend noch bestimmte Büstenhalter aus Ihrem Sortiment haben möchte. Da wollte ich fragen …“

„Das kommt hier alles weg“, sagte die Frau leicht fahrig. „Das Geschäft müssen wir leider aufgeben.“

„Aber vielleicht …“, versuchte Mario einzuwenden.

„Wenn doch eh alles weg soll“, mischte sich der Mann ein, der nun auch zur Tür gekommen war. „Dann kann er sich doch die Sachen raussuchen. Da spart uns das Entsorgen.“

„Ich denke nicht, dass …“, wollte die Frau einwenden, aber der junge Mann fragte gleich weiter: „Wissen Sie denn was sie suchen?“
„Ja, klar. Ich habe eine Liste. Es sind auch nur wenige Stücke.“

„Na gut“, brummte die Frau in dem schwarzen Kostüm, die sicherlich eine der Angehörigen war. „Helfen Sie dem Herrn, die Sachen zu finden, aber schnell bitte.“

Der Mann winkte Mario herein. Und die Frau verschwand mit schwingenden Hüften in einen Hinterraum. Wenn die 30 Jahre jünger gewesen wäre hätte Mario ihr bestimmt länger nachgeschaut. Doch nun starrte er auf die Ausstellungstücke in den doch sehr düster wirkenden Geschäftsräumen des Miederfachgeschäftes Kranz. Er hatte noch nicht oft, genau genommen noch nie ein Geschäft für Damenunterwäsche betreten und ehrlich gesagt irritierten ihn die überall aufgehängten Büstenhalter und Miederhosen ein wenig.

„Darf ich mal sehen?“ fragte der Mann.

Mario verstand nicht sofort und schaute ihn fragend an.

„Die Liste!“

Ach ja, Mario reichte ihm die Liste, die Frau Schubert ihm mitgegeben hatte.

„Oh hah“, grunzte der Mann, nachdem er einen längeren Blick darauf geworfen hatte. „Das werden wir hier nicht finden. Da müssen wir runter.“

„Was?“

„Körbchengröße J, die haben wir glaube ich nur unten im Lager. Kommen Sie!“

Der Mann ließ den Zettel beim Gehen kaum aus dem Auge und führte Mario durch einen Vorhang eine steile alte Stiege hinunter.
Alte Keller hatten ja ihren eigenen Charme, aber der hier war schon etwas Besonderes. Er war vollgestopft mit kleinen Kartons, die in Folie verschweißt oder verpackt waren. An den Regalen, vor denen sich weitere Kartons stapelten standen fein säuberlich Firmennamen und Buchstaben-Kombinationen. Ein vermeintlich geordnetes Chaos.

„Grenier“, murmelte der Mann und ging langsam die Regalreihe ab. „125 J.“

Dann blieb er stehen, ging die Hocke und zog eine grüne Verpackung aus dem Regal. „Grenier Longline 125 J.“

Er schaute noch mal kurz. „Sind noch drei Stück von da, wollen Sie alle?“

Mario wusste nicht recht aber nickte.

„Dann Berdita, gleiche Größe.“ Sie musste um die Ecke gehen und der Mann wurde fündig. „Da haben wir noch 8 Stück.“

„Zuviel“, sagte Mario. „Zwei reichen.“

„Noch die Hüfthalter von Zours und ein Korselett von Froja, dann haben wir’s.“

Mario nahm eine Packung nach der nächsten in Empfang.

„Das hat sich gelohnt“, sagte der Mann, als sie voll bepackt die Treppe wieder hinauf stiegen.

Oben wartete die Frau in Schwarz und schaute misstrauisch auf die vielen Verpackungen.

„Tja, also ich weiß jetzt nicht, ob ich genug Geld mit …“

„Das kommt doch sowieso alles weg“, unterbrach ihn der Mann.

„Barzahlung, 50%“, sagte die Frau energisch und fing an die Sachen zusammenzurechnen. Der Mann schien irritiert, sagte nichts und zog sich ein wenig zurück.

Mario wurde nervös. Frau Schubert hatte ihm 150,- Euro mitgegeben, nur für den Fall, dass er die Sachen nicht wie sonst auf Rechnung bekam.

„Sagen wir mal alles zusammen, mit Rabatt, 270,- Euro“, sagte die Frau und kaute leicht am stumpfen Ende des Bleistiftes.

Jetzt wurde es unangenehm.

Mario druckste herum. „Frau Schubert hat hier sonst immer auf Rechnung gekauft, daher habe ich nicht so viel Bargeld dabei“, erklärte er.
Die Frau sah ihn mit stechenden, grünen Augen an. Sie war wirklich hübsch. Früher mal. Mario beobachtete wie der Mann ein Buch aufgeschlagen hatte und etwas nachschlug.

„Schubert, in Eimsbüttel?“

„Ja“, sagte Mario.

„Das stimmt.“ Der Mann blätterte in dem Buch. „Die ist hier schon ziemlich lange Kundin.“

„Trotzdem“, sagte die Frau leicht genervt. „Wie können jetzt keine Rechnungen mehr schreiben.“

„Wenn Sie morgen wiederkämen und die Rechnung in Bar beglichen, dann ginge es vielleicht“, versuchte der Mann eine Lösung zu finden.
„Klar, ich kann jetzt 150 anzahlen und den Rest morgen bringen.“

Das schien auch die Frau zufrieden zu stellen. „Na, gut, aber ganz bestimmt morgen!“

„Versprochen.“

Madame nickte und wogte wieder in den Hinterraum zurück.

Der Mann stellte Mario eine Rechnung aus, damit er etwas in der Hand hätte für Frau Schubert und verabschiedete sind.
Mario machte sich mit zwei vollgepackten Plastiktüten von Aldi auf den Rückweg.


Ausmisten


Mario hatte Frau Schubert noch nie so ausgelassen erlebt. Als sie den Inhalt der Tüten inspizierte gab sie kleine Freundenquiecker von sich. Und zuletzt umklammerte sie ihn überraschend und küsste ihn auf die Wange, noch bevor er sie irgendwie abwehren konnte. Das mit dem Geld war mehr als in Ordnung und er sollte den Restbetrag gleich am nächsten Tag vorbei bringen.

„Heute gehen wir nicht spazieren“, stellte sie energisch klar. „Heute wird der Kleiderschrank ausgemistet.“

Das Ausmisten des Kleiderschrankes war jetzt keine Aufgabe, die nicht in kürzester Zeit zu bewältigen gewesen wäre, denn Frau Schubert hatte einen eigenen Schrank nur für ihre Unterwäsche in der die Korseletts und Hüfthalter ordentlich in zwei Reihen und farblich geordnet hingen. Die Büstenhalter und Miederhosen waren in vier Schubladen verteilt. Alles in allem hätte das vielleicht eine viertel Stunde dauern sollen, aber Frau Schubert schien eine besondere Affinität zu ihrer Unterwäsche zu haben und konnte sich scheinbar schwer von den teils arg mitgenommenen Stücken trennen.

Immer wieder hielt sie die Stücke vor und murmelte: „So schön, viel zu schade zum Wegwerfen.“

Mario drängte sie nicht, aber so wie er das sah mussten mindestens fünf BHs und drei Hüfthalter und zwei Korselettes dran glauben.

Zu guter Letzt konnte sich Frau Schubert nicht entscheiden, ob sie lieber den lachsfarbenen Hüfthalter von Ronda oder den hautfarbenen von Triumph entsorgen wollte. Da der neue Hüfthalter ein lachsfarbener von Zours war, sprach einiges für diesen Hüfthalter. Doch dann entschied sich Frau Schubert für den von Triumph, einfach weil sie davon noch 3 weitere Exemplare im Schrank hatte.

„Ach ich kann mich so schwer von lachsfarbener Unterwäsche trennen“, seufzte Frau Schubert und hing den Hüfthalter zurück auf seinen angestammten Platz. „Die kriegt man heute nur noch so selten.“

Mario was das egal. Frau Schubert hatte seiner Meinung nach einen Wäschetick und er stopfte die ausgemusterten Teile in die leere Aldi-Tüte. Letztlich war er froh, dass sie nicht auf die Idee kam, die neue Wäsche anzuprobieren, sonst hätte er womöglich heute Abend noch hier gestanden und mit müden Armen an den Häkchen-Verschlüssen gezerrt.

So aber kam er pünktlich nach Hause. Die Aldi-Tüte hatte Frau Schubert ihm mitgegeben, um sie auf dem Heimweg im Altkleider-Container zu entsorgen.


Altkleider und Design


Als Mario nach Hause kam, stellte er fest, dass zwar daran gedacht hatte beim Einkaufen neues Waschmittel zu kaufen, aber nicht daran diese Aldi-Tüte zu entsorgen.

Er setzte einen Kaffee auf und starrte auf die Tüte auf seinem Küchentisch. Morgen musste er aber daran denken, das Ding mit zum Container zu nehmen. Keinesfalls wollte er, dass diese Dinger hier ewig in seiner Wohnung herumstanden. Mario kannte sich. Wenn er etwas erst mal vergessen hatte, schob er die Sachen gern auf die lange Bank.

Am nächsten Morgen machte er sich recht früh auf zum Miederwarenfachgeschäft Kranz. Natürlich ohne die Tüte. Er musste sich halt beeilen, weil er anschließend noch zum Altenpflegekurs musste.

Das Erste was ihm auffiel, als er auf das Wäschegeschäft zuging, war, dass das R wieder an seinem Platz war. Auch die braunen Folien warn halb heruntergelassen. Das Geschäft erweckte fast den Eindruck, dass es geöffnet wäre.

Erstaunt stellte Mario fest, dass es das auch war. Die Frau von gestern trug immer noch Schwarz und sie stand hinter dem Glastresen in dem Sie neue Preisschilder an die ausgelegten Waren heftete.

„Guten Morgen“, rief Mario fröhlich. „Ich komme um die Rechnung zu bezahlen.“

Die Frau war nicht gesprächiger als Gestern. Sie nickte bestätigend und ging zur Kasse. Mario zählte ihr das Geld vor und sie unterschrieb eine Quittung, was Mario die Zeit gab sie nochmals aus der Nähe zu betrachten. Aus irgendeinem Grund wirkte sie attraktiv, aber Mario konnte beim besten Willen nicht sagen warum. Sie hatte rein gar nichts Auffälliges oder Hervorstechendes an sich. Vermutlich war es die Art wie sie sich bewegte, oder wie sie die Leute anschaute.

„Sie können Ihrer Frau Schubert sagen, dass ich mich entschieden habe, das Geschäft meines Bruders fortzuführen“, erklärte sie, als sie ihm die Quittung reichte.

„Das wird sie ganz bestimmt freuen“, entgegnete Mario und nahm die Quittung.

„Schön“, sagte Frau Kranz und warf ihm ein Lächeln zu, das Marios Puls leicht beschleunigte. Das nächste was Mario beschleunigte, waren seine Schritte aus dem Laden. Er hatte plötzlich das Gefühl, dass diese Frau in Schwarz in wenigen Minuten zu einem verhängnisvollen Kaffee eingeladen hätte.

*

Der Kurs war wie immer ermüdend. Es ging um Desinfektion und Hygiene in der Altenpflege und die Berechnung der täglich benötigten Kalorienmenge der Patienten und so weiter und so weiter. Als der Kurs endlich zu Ende war, schwirrte Mario wie jedes Mal der Kopf. Er war für solch theoretisches Lernen wohl eher nicht geschaffen.

Auf dem Weg nach Hause entdeckte er einen großen Berg abgestellten Sperrmülls, der auf seine Abholung wartete. Darunter waren auch zwei alte, blattvergoldete Bilderrahmen, die noch wirklich gut aussahen. Einem Impuls folgend nahm Mario diese Bilderrahmen mit. Wer weiß was man daraus als Designobjekt für seine Wohnung gestalten konnte.

Zuhause setzte er sich mit seinem obligatorischen Kaffee zum Entspannen an den Küchentisch und starrte auf die Bilderrahmen. Er wartete auf eine Eingebung, aber stattdessen fiel sein Blick auf eine Aldi-Tüte.

Nein, er hatte diese blöde Tüte heute Morgen vergessen. Das ginge bestimmt noch ewig so. Er musste die Tüte jetzt nehmen und zum Altkleider-Container bringen, sonst stünde sie noch nächste Woche hier. Mario hatte die Tüte schon in der Hand und wollte Ernst machen, als er sich doch lieber entschied seinen verdienten Feierabend-Kaffee in Ruhe zu trinken. Danach vielleicht.

Er stellte die Tüte wieder gut in den Sichtbereich auf dem Küchentisch ab, doch sie fiel um. Ein Hüfthalter und ein BH rutschten aus der Tüte und lagen unvermittelt auf seinem Küchentisch.

Mario schaute sie an und wurde schlagartig an Frau Schuberts riesige Brüste erinnert, an ihren Hintern, den er ja bereits näher kennengelernt hatte, als es gut für ihn war und auch an das Miederfachgeschäft Kranz.

Dann hatte er eine Idee. Er nahm den Bilderrahmen und hielt Frau Schuberts Hüfthalter in den leeren Rahmen. Prima. Ein paar umgebogene Nägel, etwas Angelschnur und der Hüfthalter war im Rahmen verspannt. Nun noch roter Sam, den er aus einem alten Vorhang hatte und der Hintergrund war auch fertig. Eine Stunde später hatte er ein Kunstwerk geschafften. Er nannte es: Weißer Hüfthalter auf rotem Samt in Goldrahmen.

Er fand auch einen guten Platz um dieses Bild aufzuhängen. Im Schlafzimmer, was zugleich Wohnzimmer war, gleich an der Wand neben dem Fernseher.

Das sah richtig gut aus und er wollte den zweiten Rahmen irgendwann auf ähnliche Art zu gestalten. Sozusagen um der Sache einen thematischen Hintergrund zu verleihen. Also beschloss er die Unterwäsche von Frau Schubert vorerst nicht zu entsorgen, sondern aufzuheben, weil er noch nicht wusste, wie genau er den zweiten Rahmen gestalten würde.

Der Hüfthalter im Goldrahmen hatte auch Nachteile. Aus irgendeinem Grund lenkte das Wäschestück ihn beim Fernsehen relativ häufig ab und erinnerte ihn an den wulstigen Körper von Frau Schubert. Vielleicht hätte er lieber einen BH in den Rahmen spannen sollen. Mario holte die Tüte und kippte die Wäschestücke auf sein Bett. Dann hielt er alle vor den Rahmen und überlegte, was wohl besser passte.

Eigentlich zu schade für die Wand. Dieser Stoffe fühlte sich irgendwie gut an. Fest, glatt beinahe sexy. Er merkte erst gar nicht, dass er dabei mit der freien Hand sein Glied massierte. Ganz mechanisch hatte er seine Hose geöffnet und nahm die Sache richtig in die Hand. Es hatte wohl keinen Zweck mehr zu ignorieren, dass er gerade im Anblick von Frau Schuberts Unterwäsche onanierte. Es war die Vorstellung ihrer monströsen Brüste, die die Sache erfolgreich zum Abschluss brachte.

Eher beschämt packte er die Wäsche wieder in die Aldi-Tüte und stellte sie in die Ecke hinter seinem Wäscheschrank. Er musste diese Aktion ganz schnell wieder vergessen. Ein wenig fernsehen sollte ihn ablenken. Doch dort hing ihr Hüfthalter an der Wand und begann ihn schon wieder zu ärgern.

Mario wollte ihn abnehmen aber vorher nur noch einmal schnell … Also ließ er ihn dran und schlief spät nachts mit wundem Glied ein.
Mario hatte ernsthaft vor, diese Sache irgendwie zu beenden, aber er konnte nicht. Jeden Abend holte er die Aldi-Tüte heraus und begann sich für den arbeitsreichen Tag zu belohnen. Mal waren es Frau Schuberts Brüste oder ihr Hintern, dann wieder ihre Beine und schließlich sogar ihr Mund, der ihm regelmäßig gedanklich die Erleichterung brachte.

Es war beunruhigend, aber nach drei Wochen hatte er ihren ganzen Körper durch und wusste, dass er damit nie aufhören könnte. Noch nie hatte ihn etwas gedanklich so erregt, wie Frau Schuberts Anblick in ihren Miedern.

Inzwischen musste er sich stark zusammenreißen, um sie bei seinen Besuchen nicht unsittlich zu berühren oder gar vor ihren Augen seine Weichteile zu massieren. Es wurde doch recht arg. Er konnte ihr kaum noch beim Treppensteigen unter die Arme greifen ohne merkliche Reaktionen zu zeigen.

Und natürlich kam es, wie es kommen musste, der Haupt-Pfleger wurde wieder einmal krank und da Mario ihn bereits zuvor erfolgreich vertreten hatte, wurde er gefragt, ob er für drei Tage die Vormittagsschicht übernehmen konnte.

Mario konnte. Mario wollte sogar. Schließlich bot sich endlich wieder die Gelegenheit Frau Schubert nackt zu sehen.

Natürlich wusste Mario, dass das was er dachte nicht in Ordnung war und dass er seinen Job verlieren würde oder Schlimmeres, wenn Frau Schubert merkte, woran er dachte, während er ihr die Nylons anclipste oder ihr den Hintern wusch. Trotzdem konnte er nicht anders. Es war eine Spannung, die er kaum bis zum Abend für sich behalten konnte. Und am dritten Tag war es dann auch soweit.

Als er Frau Schubert ihren Büstenhalter überstreift hatte, wartete er nicht bis sie ihre Brüste zurechtgeschoben hatte und er ihn schließen konnte.

„Ich mach das schon“, sagte er mit leicht zittriger Stimme, griff einfach nach ihrer Brust und schob sie in eine der Halbschalen.
„Was soll das?“ fauchte Frau Schubert. „Das kann ich schon noch selber.“

Frau Schuberts Brüste fühlten sich so viel weicher und schwerer an, als Mario sich das vorstellt hatte. Seine Erektion schnellte gleichzeitig mit ihrer Brustwarze an die Bekleidungsgrenze.

Am liebsten hätte er ihr Brüste mit beiden Händen festgegriffen, sie aufs Bett geschoben, dann hätte der Infrarot-Suchkopf seiner Rakete schon bald selbständig sein Ziel gefunden.

Doch er zog die Hand schnell zurück.

„Ich wollte nur hel…“, stotterte Mario.

„Ich mach das schon“, sagte Frau Schubert und verstaute ihre Monster in den Bunkern. „Nun mach zu.“

„Ja, klar“, sagte Mario und hatte seine Stimme nicht ganz unter Kontrolle sie bebte leicht vor Aufregung. Er hoffte nur, dass sie den Vorfall nicht richtig interpretierte und ihn wegen einer unsittlichen Berührung anschwärzte.

Aber das tat sie wohl nicht, der Tag endete ganz normal, als wenn nichts gewesen wäre. Frau Schubert schien die Absicht seiner Berührung nicht bemerkt zu haben.

Für Mario allerdings bedeutete das am Abend Überstunden vor dem Fernseher. Er merkte, dass er die Sache überhaupt nicht mehr im Griff hatte. Ein sicheres Anzeichen dafür war, dass er sich ohne zu wissen warum eigentlich, die Schlüssel zu Frau Schuberts Wohnung, die er ja drei Tage lang in seiner Obhut waren, hatte nachmachen lassen.


Der Kontrollverlust


Tatsächlich konnte er die Schlüssel sechs Wochen später gut gebraucht. In dem Viertel von Frau Schubert, trieb ein Serienvergewaltiger sein Unwesen. Er brach nachts in Wohnungen ein, vergewaltige die meist alleinwohnenden Studentinnen und raubte sie anschließend aus.

Mario war inzwischen soweit, dass er sich keiner Illusion mehr hingab, er musste Frau Schubert haben, daran bestand für ihn nicht mehr der mindeste Zweifel. Und als diese nächtlichen Überfälle in Eimsbüttel begannen, reifte in ihm ein Plan. Er fand ihn perfekt, weil die Vorstellung, dass jemand erfahren könnte, dass er Sex mit einer siebzigjährigen, massiv übergewichtigen Frau haben wollte, für ihn unerträglich war.

Er plante auf dem Trittbrett zu fahren. Natürlich bevorzugte der eigentliche Täter deutlich jüngere Opfer, aber bei so einem Perversen wusste man ja nie. Vielleicht hatte er sich in der Wohnung geirrt und dann halt zwanghaft sein Werk vollendet, oder er hatte es diesmal mehr auf die Beute abgesehen, die ja bei seinen sonstigen Einbrüchen wohl eher zweitrangig war. Egal.

Mario stand jedenfalls um kurz nach drei Uhr nachts an der Kreuzung vor Frau Schuberts Haus und observierte das Umfeld. Der Täter schlug immer kurz vor den Morgenstunden zu. Er brach die Türen mit einem Stemmeisen auf und trug dunkle Kleidung. Soviel war der Presse zu entnehmen.

Mario trug schwarze Kleidung, hatte ein Brecheisen und eine Balaklava dabei. Zum Überfall selbst wollte er nur eine Nylonmaske tragen, aber auf der Flucht sicherheitshalber einer Sturmhaube. Der Plan war, mit dem Schlüssel die Tür zu öffnen, und erst nach der Tat, die Tür aufzubrechen, sodass aufmerksame Nachbarn in jedem Fall zu spät kämen.

Mario hatte lange nicht mehr geraucht. Aber nun steckte er sich bereits die dritte Zigarette an. Die Aufregung war kaum auszuhalten. Das hier war nicht nur seine erste Straftat, sondern auch ein derart perverses Vorhaben, dass er mit Sicherheit vor Scham sterben würde, wenn man ihn erwischte.

Endlich fasste er sich ein Herz und betrat das Haus. Leise schloss er die Wohnungstür auf, schaltete die Taschenlampe ein und öffnete vorsichtig die Tür von Frau Schuberts Schlafzimmer. Sie schnarchte nicht wirklich, aber atmete hörbar.

Mario hatte Glück. Sie lag auf der Seite. Bis zu diesem Moment hatte er sich keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie er sie aus der Rückenlage in die Bauchlage hätte kriegen sollen. Gott es gab so viele Dinge, die man bedenken musste, wenn man so ein kräftiges Weib gegen seinen Willen nehmen wollte.

Es musste rasch gehen, denn Mario hatte keine Vorstellung davon, wie sehr Frau Schubert sich wehren würde. Er zog seine Hose und Unterhose aus um möglichst viel Bewegungsfreiheit für den Kampf zu haben. Dann schlich er leise an ihr Bett und hoffte, dass er seine Sachen bei der späteren Flucht wiederfand und schnell genug wieder anbekam.

Mario legte sich halb neben Frau Schubert und ging in Gedanken die Handgriffe noch mal durch. Mund zu halten, mit der anderen Hand, die Frau auf den Bauch drehen. Das Nachthemd hoch ziehen, sich mit dem ganzen Gewicht drauflegen und dann mit der Hand die Schenkel ein wenig auseinander schieben. Der Rest ginge dann wohl von selbst.

Und los! Mario drückte mit beiden Händen gegen die Schulter und Frau Schubert drehte ich fast wie von selbst auf den Bauch. Dann ließ sich auf ihren Rücken fallen und hielt ihr mit der linken Hand den Mund zu. Davon wachte sie natürlich auf. Aber im Prinzip hatte sie schon verloren. Sie lag in der richtigen Position. Er lag auf ihr und er musste nur noch …

Die Kraft mit der sie ihn in einer einzigen Bewegung beinahe abgeworfen hatte, verblüffte ihn. Er brauchte jetzt beide Hände, um sie in der Bauchlage zu halten. Der Kampf ging bestimmt drei Minuten in denen die Sache wirklich auf der Kippe stand. Mario hatte zwar jede Menge Möglichkeiten des Zugriffs und die Bewegungen von Frau Schubert waren eher langsam aber dafür ungeheuer kraftvoll. Zudem musste er ihr natürlich den Mund zu halten, damit sie nicht im Hilfe schreien konnte.

Endlich geriet sie aus der Puste und ihr wogendes Bocken ließ ein wenig nach. Schnell versuchte er mit der zweiten Hand zwischen ihre Beine zu greifen und sie wenigstens ein Stück weit auseinander zu drücken. Aber es ging nicht. Sie war einfach zu stark. Er schaffte es nicht einmal ihr ans Geschlecht zu fassen, so sehr presste sie die Beine zusammen. Und er hatte zudem alle Hände voll damit zu tun, sie auf dem Bauch zu halten. Vielleicht hätte er das irgendwie üben sollen, oder sich mehr Gedanken drüber machen sollen, wie man eine 120 Kilo-Frau dazu bekommt einen hereinzulassen. Aber dazu war es jetzt zu spät, er würde jämmerlich versagen. Außerdem wurde es langsam Zeit einzudringen, wenn sich der erste Höhepunkt nicht sinnlos ins Leere ergießen sollte.

Da die Zeit knapp war, nutzte er den Spalt zwischen ihren Pobacken, um dort irgendwo in der Tiefe des Raums sein Päckchen abzuliefern.
Das ging völlig problemlos und war angenehmer als alles, was er zuvor mit Frauen erlebt hatte.

Er hatte bisher erst mit zwei Frauen geschlafen. Das war jedes Mal nett gewesen und von einer Menge Peinlichkeiten begleitete. Die eine hatte ihm eigentlich andauernd nur Vorhaltungen gemacht und letztlich war sie unzufrieden gewesen, weil er irgendetwas nicht so machte, wie sie es wohl erwartet hatte.

Das hier jedoch war ganz etwas anderes. Frau Schubert war so etwas wie ein gewaltiges weiches, anpassungsfähiges Lustkissen. Wenn sie sich bewegte, wohl um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, riss ihr voluminöser Körper Mario wieder mit sich und eröffnete ihm neue Möglichkeiten seinen Emotionsstab irgendwo an ihr zu reiben oder zu versenken. Eine fette Frau war eine gute Gabe Gottes schoss es ihm durch den Kopf und er konzentrierte sich wieder darauf, seine Befriedigung an dieser Gottesgabe zu finden.

Inzwischen waren ihre Schenkel und ihre Hinterbacken dermaßen glitschig, dass er keine Mühe mehr hatte den Zielort zu erreichen. Vielleicht lag es auch daran, dass sie wohl nicht mehr die Kraft hatte ihre Beine fortwährend so zusammenzupressen. Als Mario merkte, dass sein Sprengkopf so dicht vor dem Ziel war, nahm er nochmals alle seine Kraft zusammen und versucht mit der rechten Hand ihre Schenkel auseinander zu drücken. Und er hatte Erfolg. Ihr rechtes Bein lag nun zu neunzig Grad angewinkelt und gab den Weg frei. Er machte sich keine Gedanken darum, warum Frau Schubert es nicht wieder zurückschob. Bestimmt fehlte ihr die Kraft.

Endlich war er am Ziel. Er drang geradezu leichtfüßig in sie ein und wusste sofort, dass dies der Ort war, an dem er sich so richtig zuhause fühlte. Erst nach dem zweiten Orgasmus dachte der daran, die Hand auf ihrem Mund und der Nase ein wenig zu lockern. Sie wirkte bereits so erschlafft, dass er Angst bekam sie würde ersticken. Aber dem war nicht so. Sie atmete tief und gleichmäßig und nutzte nicht die Gelegenheit zu schreien, nachdem er den Griff gelockert hatte.

Sie grunzte lediglich leicht, als er mit beiden Händen nach ihre Brüsten griff sich mühsam bis zu den völlig verhärteten Brustwarzen vorkämpfte, diese leicht drückte und im nächsten Moment, seine dritte Explosion erlebte. Sie war sicherlich eher fruchtlos, aber dafür fast schmerzhaft und kaum noch nachlassend.

Frau Schubert schien aufgegeben zu haben. Sie rührte sich nicht, während er sein Glied noch einige Zeit einfach in die baumeln ließ, bis es sich selbständig völlig zurückgezogen hatte und Mario wusste, dass er endgültig fertig war.

Er überlegte ob er etwas sagen sollte, vielleicht eine Entschuldigung oder eine Erklärung, aber das war natürlich totaler Quatsch. Er musste hier raus bevor sie ihn erwischten. Mario zog seine Hose an, schloss sie und randalierte anschließend ein wenig im Schlafzimmer, so dass es nach einem Einbruch aussehen müsste. Frau Schubert lag reglos auf dem Bett alle viere von sich gestreckt und es schien fast so, als ob sie jeden Moment einschlafen würde.

Mario riss noch ihre Kleider aus dem Schrank, die Schubladen zog er raus und ließ sie achtlos auf den Boden knallen, dann lief er zur Wohnungstür, zog sie hinter sich und bracht sie eine Minute später mit dem Brecheisen und einigem Getöse wieder auf.

Seine Flucht war geglückt. Es saß mit betäubtem Glied auf seinem Bett, zog sich die Strumpfmaske vom Kopf, starrte auf Frau Schuberts Hüfthalter an der Wand und fragte sich, wie es weitergehen würde.


Die Ermittlung


Als Mario am frühen Mittag bei der Wohnung von Frau Schubert eintrudelte, wimmelte es von Polizei. Auch die Leitung des Pflegedienstes war da.

Frau Schubert selbst saß in ihrem Lieblingssessel im Wohnzimmer, sah ein wenig mitgenommen aber ansonsten adrett wie immer aus.
Wenn sie ihn im Verdacht hatten, hätte er keine Chance. Er wäre sofort überführt, das wusste Mario. Schließlich hatte er so viele Spermaspuren hinterlassen, dass man damit einen mittelgroßen Volksstamm hätte gründen können.

Also tat er überrascht und fiel aus allen Wolken, als man ihm mitteilte, dass Frau Schubert heute Nacht überfallen worden war. Er verkniff sich danach zu fragen, ob es der Serienvergewaltiger war. Nur die Schuldigen fragten immer zu viel des Guten.

Wie sich herausstellte war Frau Schubert auch gar nicht vergewaltigt worden. Das verblüffte Mario einigermaßen. Noch irritierter war er, als er hörte, dass ihr lediglich Schmuck für 40.000 Euro gestohlen worden war. Es gab sogar Bilder von dem Schmuck und er war tatsächlich extra versichert. Davon wusste Mario nichts.

Die Fragen der Kripo allerdings machten ihm sehr schnell deutlich, dass er zu dem engeren Kreis der Verdächtigen gehörte.
Lediglich die Aussage von Frau Schubert, dass der Mann erheblich größer gewesen wäre, hinderte die Polizisten daran seine Wohnung zu durchsuchen und Frau Schuberts Hüfthalter an seiner Wand zu entdecken.

Außerdem war der Mann wohl Ausländer gewesen und hatte mit einem starken Akzent gesprochen.

Mario hatte angefangen stark zu schwitzen. Er wusste nichts von dem Schmuck und er begriff nicht, was Frau Schubert da für ein Spiel trieb. Gut, es wäre ihm sicherlich lieber gewesen für Schmuck, den er nicht geklaut hatte, verhaftet zu werden, als dafür eine siebzigjährige Frau notgeil belästigt zu haben.

Doch dank Frau Schuberts Aussage war er nur kurze Zeit später wieder vom Haken und erkannte die Möglichkeit aus dieser Sache ungeschoren davon zu kommen.

Alles war gut und der Alltag hatte Mario schon bald wieder. Was ihm allerdings keine Ruhe ließ, außer dem Hüfthalter an der Wand, war die Sache mit dem Schmuck. Der musste doch irgendwo sein. Frau Schubert konnte kaum das Haus allein verlassen haben, denn sie schaffte ja die Treppen nicht. Und die Zeit zwischen seiner Flucht und dem Eintreffen der Polizei hätte mit Sicherheit nicht ausgereicht, um den Schmuck irgendwie aus der Wohnung zu schaffen.

Immer wenn er mit Frau Schubert spazieren ging, überlegte Mario, ob er sie darauf ansprechen sollte. Die Versicherung hatte inzwischen gezahlt und Frau Schubert hatte eindeutig einen Versicherungsbetrug begangen. Aber wenn Mario das angesprochen hätte, dann wüsste sie auch, wer in dieser Nacht in sie und ihre Wohnung eingedrungen war. Also hielt Mario lieber den Mund.

Es juckte ihn allerdings so in den Fingern, dass er bei jeder Gelegenheit ihre Wohnung durchsuchte. Natürlich hatte er Angst, dass der Altenpfleger oder sie ihn dabei erwischten. Aber schlimmstenfalls hätten sie ihn für einen Dieb gehalten.

Nach ein paar Tagen hatte er jeden Winkel durchsucht, ihren Wäscheschrank gleich dreimal und er kannte nun wirklich jedes Mieder das dort hing und hatte jeden ihrer Nylons mehrfach in der Hand gehabt. Das steigerte zwar seine abendlichen Zwangshandlungen noch, führte aber keineswegs zum Erfolg.

Eines Tages jedoch kam der Altenpfleger dermaßen verkatert zum Dienst, dass er Mario bat, ihm doch einen Kaffee zu kochen, während er Frau Schubert badete.

„Kaffee habe ich nicht“, behauptete Frau Schubert schnell. „Ich trinke keinen Kaffee.“

Das stimmte. Frau Schubert trank ausschließlich Tee.

„Ich nehme auch den abgelaufenen im Küchenschrank“, knurrte der Pfleger, der wohl unter erheblichen Kopfschmerzen litt.
„Der ist uralt“, behauptete Frau Schubert. „Mit Sicherheit ungenießbar.“

„Egal.“

Mario ging in die Küche, um den Kaffee von Hand aufzubrühen. Die Kaffeefilter, die er im Küchenschrank fand, waren tatsächlich bereits ziemlich vergilbt. Doch die Dose mit dem Kaffee war noch fast voll. Sie war ziemlich schwer, auch wenn sie aus Blech war.
Mario füllte den Filter und stieß dabei mit dem Messlöffel an etwas Hartes. Er hob es mit dem Löffel etwas an und es glitzerte durch die dunkelbraunen Krümel. Der Schmuck!

„So ein durchtriebenes Biest“, dachte sich Mario und schob den Schmuck wieder tief in das Kaffeepulver.

Er tat so, als ob er den Schmuck nicht gefunden hätte. Der Pfleger bekam seinen übel riechenden Kaffee, den er tatsächlich gierig verschlang und Mario beobachtete Frau Schuberts verstohlene Blicke zum Küchenschrank. Sie waren beide froh, als der Pfleger darum bat heute früher gehen zu können.

Mario versprach seine Arbeit bis zum Nachmittag zu übernehmen und präsentierte sich als Super-Kollege.

Es machte ihm Spaß zu sehen, wie Frau Schubert darauf wartete, dass er selbst endlich mal die Küche verließ, damit sie nach ihrem Schmuck schauen konnte. Aber er ging nicht. Dafür stand er irgendwann auf, ging zu Küchenschrank, holte die Kaffeedose raus und sagte:
„Ich glaube den können wir wegwerfen. Der ist wirklich uralt.“

Frau Schubert wurde blass, aber ihr fiel nichts ein, was sie darauf entgegnen konnte, ohne sich zu verraten.
Mario schüttelte belustigt die Dose. Das Klimpern war wirklich unüberhörbar.

„Vielleicht sollten wir aber den Schmuck vorher rausnehmen.“

„Schmuck?“ fragte Frau Schubert, völlig ahnungslos. „Was für Schmuck?“

„Der Schmuck, den Sie hier drin versteckt haben. Der Schmuck, der angeblich gestohlen wurde und nach dem ich schon seit Tagen suche“, erklärte Mario belustigt.

Frau Schubert schwieg. Sie wurde, sofern das noch ging, etwas bleicher.

Mario stellte die Dose zurück. „Da können Sie sich ja auch selbst drum kümmern, wenn Sie wollen.“

Frau Schubert nickte, griff nach ihren beiden Stöcken und stand schwerfällig auf.

„Das muss nicht jetzt sein“, sagte Mario.

„Woher wusstest du, dass der Schmuck nicht gestohlen wurde?“ fragte Frau Schubert, die ihre Fassung so langsam wiedergewann.
Statt einer Antwort forderte Mario sie auf: „Kommen Sie, ich zeige es ihnen.“

Er ging voraus in ihr Schlafzimmer und wusste, dass sie lange genug brauchte, damit er aus der Schublade in ihrem Wäscheschrank einen der Nylonstrümpfe heraussuchen konnte. Den hielt er ihr hin.

„Ja und?“ fragte sie verständnislos, als sie endlich vor ihm stand und ihre Gehstöcke neben dem Bett abstellte.

Wortlos zog sich Mario den Strumpf über den Kopf. Er grinste sie an und fasste mit beiden Händen nach ihren Brüsten. Sie wehrte sie nicht ab und schrie ihn auch nicht an. Sie war wohl wirklich verblüfft. Offenbar hatte sie ernsthaft gedacht, der Serienvergewaltiger, der inzwischen gefasst war, hätte sie besucht.

Langsam drückte Mario Frau Schubert auf die Bettkante. Sie schaute immer noch völlig verwirrt aus. Ein kleiner Schubs und sie sank in Zeitlupe mit dem Oberkörper auf das Bett. Sie ruderte wie eine Schildkröte die auf dem Rücken gelandet war ziellos mit den Armen.
„Wir haben wohl beide etwas auf dem Kerbholz und sitzen daher im selben Boot“, sagte er und öffnete ganz nebenbei seine Hose.

„Sie waren das!“ stellte Frau Schubert echt verwundert fest, als sie endlich verstanden hatte, was Mario gemeint hatte. „Und jetzt?“ fragte sie dann, immer noch irgendwie gelähmt. „Was machen wir jetzt.“

Mario schob ihren Rock hoch und streichelte erektisierend über den Rand der Nylons an ihren mächtigen Oberschenkeln.

„Jetzt müssen wir wohl beide ein Geheimnis für uns behalten“, stellte er fest und ließ sich sanft auf sie gleiten.

Sie schaute ihm verblüfft bis wütend in die Augen und überlegte wohl, wie sie reagieren sollte. Mario wartete vergeblich auf eine Antwort.

So etwas wie die gegenseitige Versicherung zum Schweigen hatte er erwartet. Irgendwelche Regeln vielleicht, wie man sich zukünftig verhalten würde. Stattdessen spürte er wie sich ihre Schenkel langsam und kraftvoll wie eine Hydraulikpresse unter ihm auseinander schoben.

Sie sah ihn noch eine ganze Zeit skeptisch an, während er begann mit sanften rhythmischen Bewegungen sein abendliches Onanieren überflüssig werden zu lassen. Erst kurz bevor er den Höhepunkt seiner Bemühungen erreichte wendete sie ihren Blick ab, was wohl eine Art Einverständnis bedeuten sollte, und er spürte, wie ihn ihre Hand auf seinem Hinter zu weiteren Höhepunkten anzutreiben versuchte.

In den nächsten Tagen sprachen sie nicht weiter über die Sache. Ob der Schmuck noch in der Kaffeedose war oder sie einen anderen sicheren Platz gefunden hatte, wusste Mario nicht. Er war auch zu sehr damit beschäftigt auszuloten, wie viel gegenseitige Verschwiegenheit er ihr zumuten konnte.

Mario versuchte bei jeder Gelegenheit ihre Brüste zu betatschen. Selbst wenn der Hauptpfleger noch anwesend war, griff er ihr regelmäßig an die Brust, während er ihr zum Beispiel in den Mantel half, um spazieren zu gehen. Er fasste ihr sogar unter Rock, wenn er sicher war, dass es niemand sehen konnte. Nicht ein einziges Mal hatte sie seine Griffe abgewehrt oder auch nur Anstalten gemacht das zu tun. Und wann immer der Altenpfleger gegangen war holte sich Mario, was er für seinen gesunden Schlaf zu brauchen schien.

Nachdem er sie das erste Mal im Hüfthalter auf dem Bett hockend genommen hatte war er so erregt, dass er sie sogar küsste. Erst nur auf den Hals, dann auch auf den Mund und später immer öfter am Tag dort, wo sie es wirklich gern hatte. Sie trieben es mindestens einmal am Tag, manchmal öfter und Mario konnte gar nicht genug davon kriegen.

Frau Schubert wohl auch nicht, denn regelmäßig rief sie ihn spät nachmittags an und er machte sich mit seinem Zweitschlüssel und einem Nylonstrumpf bewaffnet auf den Weg, um sein Werk auch am Abend noch an ihr zu verrichten. Und wenn sie es dann doch einmal schaffte seinen Versuch abzuwehren und ihn abzuwerfen, dann hielt sie künstlich erschöpft einen Moment inne, um ihm Gelegenheit zu geben sie erneut gegen ihren Willen zu besteigen. Daran fand sie wohl den meisten Gefallen.

Als seine Zivildienstzeit zu Ende war, entschied sich Mario zum völligen Unverständnis all seiner Bekannten, die Altenpflege zu seinem Hauptberuf zu wählen. So hatte er noch viele Jahre Freude an seinen Tätigkeiten mit Frau Schubert, zumal er bald als ihr Hauptpfleger eingeteilt wurde.

Den Schmuck hat sie ihm später unter der Hand vererbt. Der hätte sie auf Dauer sowieso nur verraten.

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