Eva auf Gran Canaria

Kurze Erzählung

Eine Erzählung von Auswanderern und Nylons


Wer den Traum vom Leben im Süden hat, aber nicht gerade schwerreicher Immobilienmakler ist, muss wohl oder übel einige Kompromisse eingehen. Ist man dazu nur bedingt bereit, sollte man sich wenigstens nicht dem örtlichen Bischof anlegen …

Die Erzählung besteht aus drei Teilen:
Eva und der letzte Bus nach Sioux City
„Das ist keine Limousine“, sagte sich Eva genervt, als sie aus dem Flughafen in Las Palmas hinaus in die sengende Sonne trat. Sie war eh schon leicht verschwitzt, weil sie immer noch ihr graues Kostüm mit der grünen Seidenbluse trug, das sie in Frankfurt angezogen hatte. Das Grün war inzwischen, um einige Töne dunkler, aber …
Eva und der wilde Westen
Was genau sich Eva unter „Sioux City“ vorgestellt hatte, wusste sie eigentlich selber nicht. Streng genommen hatte sie darüber auch gar nicht nachgedacht. Das war halt eine Stadt auf Gran Canaria. Sonst nichts. Doch dieses Sioux City kam ihr so überhaupt nicht Spanisch vor …
Eva und der Zorn des Bischofs
Wenigstens der Abend in Maspalomas war so verlaufen, wie Eva es sich vorgestellt hatte. Gut, es war etwas mehr Rotwein geflossen, als es gut für Eva’s Synapsen war, aber sie hatte festgestellt, dass sie Katja richtig gerne mochte und sie schon am ersten Tag eine Freundin in der Fremde gefunden. Sehr gut war auch, dass sie bei Katjas Tante übernachtet hatten …
Lotte trägt halt Mieder
Lotte hatte er auf dem letzten Schützenfest kennengelernt. Irgendwann am Abend war sie auf seinem Schoß gelandet und dort auch für den Rest des Abends geblieben. Bald kamen sie ins Gespräch. Lotte mochte Bier und ihre Hobbys waren Wandern und Reiten …
One Size fits all
Neue Produkte kommen und gehen und im Allgemeinen interessiert mich das nicht weiter. Aber als ich das erste Mal auf die grüne Packung von ›Profit‹ stieß, weckte dies Produkt aus unerklärlichen Gründen mein Interesse. ›Professional Fitting!‹ Die Packung ganz in grün mit weißer, schwarz umrandeter Aufschrift …
Muttis Miederhose
„Was ist das denn?“ fragte Moritz, der dabei war seine Wäsche von der von Marianne zu trennen. Seit sie zusammengezogen waren wuschen sie halt ihre Wäsche zusammen und da hatte Moritz Mühe manche seine Sachen wieder zu finden. Vor allem einzelne Socken …
Die Zugbegleiterin
Alles an seinem neuen Job war scheiße. Wirklich alles. Walter verdiente weniger Geld als vorher, die Kollegen waren absolut unfreundlich und er kam sich in der neuen Firma vor wie ein Eindringling. Zu allem Überfluss musste auch noch er eine ganze Stunde früher aufstehen, um mit dem Interregio von Uelzen nach Hannover zu fahren